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Das Siegerfoto nach dem Turnier in Homberg wirkt schon routiniert. Kein Wunder bei der so erfolgreich verlaufenen Saisonvorbereitung der D1. (Foto: SH)

D-Jugend: Von Titelverteidigern und Herausforderern

Der Fokus liegt, wenn man auf den Jugendhandball schaut, eindeutig auf den sogenannten Leistungsklassen. Jenen also, die über die Bezirksgrenzen hinaus bereits auf Landesebene gespielt werden. Doch es lohnt, auch unterhalb dieser Schwelle ein Auge auf jene Kinder zu werfen, die sich nicht weniger ehrgeizig und wissbegierig dem Handball verschrieben haben. Gleich zwei Teams schickt die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen in diesem Spieljahr in der D-Jugend ins Rennen. In der Bezirksliga Gruppe 1 kommt es dabei sogar zum direkten Aufeinandertreffen „Alt“ gegen „Jung“, denn das Zauberwort zum Erfolg heißt „Kontinuität“.

D1: Der Meister will seinen Titel verteidigen

Wobei die D1, trainiert von Sascha Henkel und dem A-Jugendlichen Mikulas Cejka, der selbst aktiv für die mJSG in der Jugendhandball-Bundesliga spielt, sogar als amtierender Meister der Bezirksliga antritt. Das allein ist noch nichts Besonderes. Doch dass nahezu alle Spieler als Titelverteidiger antreten, ist ein genaueres Hinsehen wert. Denn die letztjährige Meisterschaft erspielte sich die Mannschaft praktisch geschlossen als eine der jüngsten überhaupt im Wettbewerb, weil fast ausschließlich auf den jüngeren Jahrgang gesetzt wurde. Und fällt damit nicht, wie sonst üblich, im darauffolgenden Spieljahr auseinander. Was bedeutet, dass da ein eingespielter, „verschworener Haufen“ darauf aus ist, als ausgemachtes und klar formuliertes Saisonziel die Meisterschaft zu verteidigen.

Gleichzeitig wird das Jugendkonzept der MT Melsungen konsequent verfolgt. „Ganz  wichtig ist die individuelle sportliche und persönliche Entwicklung der Spieler.  Alle haben einen sehr großen Entwicklungsschritt vollzogen. Seit Herbst 2017 schon absolvieren sie, zusätzlich zu den zwei D-Jugend Trainingseinheiten, pro Woche eine zusätzliche Einheit bei der C1 oder C2 Jugend, je nach individueller Leistungsstärke“, erklärt Sascha Henkel, warum seine Mannschaft der Konkurrenz letzte Saison nach zunächst durchwachsenem Beginn im Laufe der Saison unwiderstehlich in Richtung Titel enteilte. Dazu kommt durch die Verzahnung mit der Gesamtschule Melsungen noch eine Handballeinheit in der Schule, so dass die D-Jugendlichen auf vier Trainingseinheiten pro Woche kommen.

In der Vorbereitung zur bevorstehenden Saison wird deutlich, dass den forschen Worten auch unbedingt Taten folgen sollen. Insgesamt fünf Turniere spielte die D1, vier Siege und ein zweiter Platz spiegeln den hohen Anspruch, den Trainer und Mannschaft an sich selbst stellen. Nicht weniger als neun Akteure stehen in der Bezirksauswahl Melsungen/Fulda des Jahrgangs 2006. Sie alle fiebern nun dem „eigenen“ Turnier entgegen, das die mJSG als Ausrichter am kommenden Sonntag in der Kreissporthalle Guxhagen bestreitet. Bei so viel (erfolgreicher) Präsenz bereits vor dem Startschuss zur Punktspielserie wird deutlich, warum der Trainer über seine Protagonisten sagt: „Sie sind verschworen, ehrgeizig, talentiert und vom geilsten Sport der Welt infiziert“. Und sich selbst dabei ebenso wenig wie seinen Mitstreiter Mikulas Cejka ausklammert.

D2: Auf den Spuren der erfolgreichen Vorgänger

Was die D1 vorgelebt hat, ist für die D2 das Ziel. Wobei niemand den Fehler macht, den Jungs ebenfalls sofort eine Meisterschaft abzuverlangen. Wie auch, wenn beide mJSG-Teams in der gleichen Liga, und damit gegeneinander antreten müssen und werden. Das Prinzip jedoch ist an die letztjährige Erfolgsstory angelehnt. „Die D2 hat sich in diesem Jahr neu formiert aus den beiden letztjährigen E-Jugenden aus Körle/Melsungen und Guxhagen. Das Team besteht deshalb fast komplett nur aus dem jüngeren Jahrgang 2007 “, gibt Trainer Stefan Merwar Auskunft, der sich mit seinem Bruder Falk darum kümmert, dass den Talenten das nötige Rüstzeug vermittelt wird.

Vorrangiges Ziel ist das Lernen. Wobei schon die berechtigte Hoffnung besteht, dass auch der „Nachrückerjahrgang“ mit den durchweg älteren Teams der Spielklasse mithalten und das eine oder andere Erfolgserlebnis einfahren kann. Die körperlichen Nachteile sollen dabei über Stärken in der Technik und Spielübersicht kompensiert werden. „Wenn alle Rädchen ineinander greifen, ist ein Platz in der oberen Tabellenhälfte möglich“, hofft Stefan Merwar. Der bei 15 Aktiven nicht nur den Vorteil durchweg doppelt besetzter Positionen als Pluspunkt nennt, sondern darüber hinaus auf gleich drei Linkshänder zurückgreifen kann. Ein Luxus, den sonst kaum ein Verein in dieser Altersgruppe hat und der gerade auf der rechten Angriffsseite viel Variabilität beinhaltet.

In den gespielten Vorbereitungsturnieren waren altersbedingt die Ergebnisse bestenfalls zweitrangig. Vielmehr stand die Umstellung weg vom in der E-Jugend gespielten 3:3-System im Vordergrund. Was die Mannschaft zur Zufriedenheit der Merwar-Brüder gut bewältigt hat. „Da haben wir schon sehr gute Ansätze gezeigt“, freut sich Stefan, der einige seiner Spieler bereits vor sechs Jahren als Super-Minis „unter seinen Fittichen“ hatte und sie seitdem durchgehend betreute. Gemeinsam mit Bruder Falk, der selbst noch mit Lohfelden in der Bezirksoberliga aktiv ist, trainierte er letzte Saison bereits die damalige E2. Der berühmte Draht zwischen Trainern und Mannschaft ist also da und funktioniert. Was die Hoffnungen nährt, in der Tabelle nicht allzu weit hinter der klar favorisierten „Ersten“  einzukommen.

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