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Melsungens jüngster Nationalspieler: Ole Pregler debütierte im Dress mit dem Adler auf der Brust und überzeugte in drei Partien gegen Frankreich. (Foto: Red)

mJSG: "Sommerpause" einmal anders

Nicht für alle jugendlichen Leistungshandballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen war die Sommerpause wirklich Freizeit. Im Gegenteil schwitzten mit Ole Pregler, Tomas Piroch, Nikita und Maxim Pliuto gleich vier Spieler der Bundesliga-A-Jugend in ihren jeweiligen Nationaltrikots. Dabei spielte Deutschland (mit Pregler) im Rahmen des deutsch-französischen Jugendwerks an der französischen Atlantikküste drei Länderspiele gegen den Nachwuchs Frankreichs, Tschechien (mit Piroch) und Weißrussland (mit den Pliuto-Zwillingen) waren parallel zur U20-Europameisterschaft bei Championship-Turnieren im Einsatz.

Erfolgreich waren alle. Insbesondere für Ole Pregler war es eine ganz hohe Auszeichnung, zum Kader der neu formierten deutschen U16-Nationalmannschaft zu gehören. Er hatte zuvor alle Jugendmannschaften innerhalb der Struktur der MT Melsungen, angefangen schon bei der E-Jugend, durchlaufen und den frühestmöglichen Termin überhaupt erwischt, offiziell das Trikot mit dem Adler auf der Brust überstreifen zu dürfen. Unterhalb dieser Altersstufe U16 gibt es noch keine Nationenteams und den Schritt dorthin kann man nicht, wie später dann, über Präsenzen in den jeweils vorangehenden Nationalmannschafts-Jahrgängen machen.

In die U16 geht es ausschließlich über gezeigte Leistungen im Vereinstrikot sowie in den Länderauswahlteams, die sich alljährlich in Berlin zum Ländercup treffen. Dort hat Ole Pregler im vergangenen Dezember nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht, als er Hessen bis ins Finale führte. Der Lohn war die Einladung zu Sichtungslehrgängen, über die er sich schließlich fürs neu gebildete Nationalteam nicht nur empfahl, sondern sogar aufdrängte. Und schließlich die Teilnahme am Trainingslager auf der Île d’Oléron, wo es in drei Vergleichen mit der französischen U16  zwei Siege bei einer Niederlage zu feiern gab. In allen drei Begegnungen zählte Ole Pregler zu den Torschützen.

Eine ganz besondere Ehre wurde Tomas Piroch und Nikita Pliuto zuteil. Beide durften für ihre Länder bei Turnieren der U20-Auswahlteams mitwirken. Was nicht alltäglich ist, denn beide gehören prinzipiell noch zum U18-Bereich. Allerdings haben ihre Auftritte mit der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen in der Jugendhandball-Bundesliga dazu geführt, dass beide bereits vorzeitig den nächsten Entwicklungsschritt machen konnten. Während Piroch schon internationale Einsätze hatte, bevor er sich für die Fortsetzung seiner Karriere in Melsungen entschied, wurde Pliuto erst an der Fulda zum Nationalspieler.

Beide Akteure kamen mit Edelmetall aus ihren Einsätzen zurück. Während Tschechien sein Turnier in Montenegro durch ein 27:17 mit drei Piroch-Toren im Finale gegen Österreich gewann, mussten sich die Weißrussen trotz eines Pliuto-Treffers mit 23:29 ihrem Gastgeber Mazedonien beugen. Für Tomas Piroch war danach Schluss, Nikita Pliuto fuhr, diesmal sogar mit seinem Zwillingsbruder Maxim gemeinsam, gleich weiter zum U18-Championship-Turnier nach Georgien. Da gab es nach einer 26:31-Finalniederlage der Weißrussen gegen die bei diesem Turnier nicht zu bezwingenden Italiener erneut Silber zu feiern.

Das sagt der Trainer der Melsunger A-Jugend über das Programm und die Entwicklung seiner Spieler.

Björn Brede über …

… Ole Pregler: Ole hat sich seine Berufung über seine Leistungen im Länderpokal und in den Lehrgängen absolut verdient. Sein Ziel muss es sein, nun regelmäßig eingeladen zu werden und dabei zu bleiben. Deshalb haben wie entschieden, ihn als B-Jugendlichen fest in den Kader der A-Jugend zu nehmen. Hier kann er sich über das ständige Messen gegen ältere und stärkere Spieler optimal weiterentwickeln. Er selbst muss diszipliniert arbeiten, um in diesem Fokus zu bleiben. Körperlich bringt er schon jetzt viel mit. Für Präsenz auf der Königsposition in linken Rückraum fehlt noch etwas Körpergröße, aber Ole kann auch auf der Mitte das Spiel machen. Er besitzt eine gute Wurfhärte bei gleichzeitig hoher Präzision, beherrscht Sprung- und Schlagwurf. Bei Körpertäuschungen und Finten hat er noch Luft nach oben.

… Tomas Piroch: Tomas verfügt über eine gute Athletik. Er entwickelt seine Stärken, wenn er aus der Bewegung kommt. Er beherrscht das Kleingruppen-Spiel, auch unter Einbeziehung der Kreisposition. Er ist ein Vollstreckertyp, sucht konsequent den Abschluss. An seinen Schlagwurfvarianten haben wir gearbeitet, Potential ist noch da im Spiel mit seinem Außen sowie bei 1-gegen-1-Situationen gegen die Wurfhand. Er ist ein ganz typischer Shooter, dem man seine Stärken, auch den Zug nach innen, nicht nehmen darf.

… Nikita Pliuto: Er ist ein Gewinner der letzten Saison. Da hat er eine super Entwicklung genommen. Er hat sich regelrecht in die Mannschaft hineingebissen. Wobei der Türöffner ganz klar die Verteidigung war. Er ist ein ganz beweglicher Spieler, der zum Beispiel mit Jona Gruber einen tollen Mittelblock bildet. Was ihn auch auszeichnet ist seine unbedingte Arbeitsbereitschaft. Er macht alles für seinen Sport und hat sich die Berufungen in seine Nationalmannschaft damit absolut verdient. Wenn er weiter so fokussiert dabei bleibt, ist seine Entwicklung noch lange nicht beendet.

… seine Nationalspieler generell: Trotz des knackigen Sommerprogrammes bin ich zuversichtlich, dass alle positiv zurück zur mJSG kommen. Ole hat das Highlight, als lupenreiner Melsunger, der hier alle Jugendmannschaften von der E-Jugend an durchlaufen hat, bis in die erstmögliche Nationalmannschaft durchgestartet zu sein. Das hat vor ihm noch niemand geschafft. Tomas, Nikita und Maxim kommen mit Medaillen und viel Selbstvertrauen zurück, gerade weil sie sich in den Mannschaften der älteren Jahrgänge bewiesen und durchgesetzt haben. Auch Maxim holt sich gerade noch internationale Erfahrung. Ein Wermutstropfen ist natürlich, dass wir die Spieler lange Zeit, die Pliuto-Brüder zum Beispiel für fast drei Monate, überhaupt nicht gesehen haben. Weil aber die individuelle Entwicklung der Spieler für uns über der Mannschaft steht, ist das gut und im Grunde nur eine Bestätigung für unsere konsequente Linie in dieser Arbeit.

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