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Kleine Talkrunde: MT-Jugendkoordinator Axel Renner, Hallensprecher Jorias Bach, GSV-Trainer Dieter Worst und Jugendtrainer Frank Eidam erläuterten die Grundlagen und Ziele der Kooperation beider Vereine im Jugendbereich. (Foto: WMK)

Tag des Handballs: Ein Jahr Kooperation mit Baunatal

Ein Jahr ist sie offiziell alt, die Kooperation im Bereich des Jugendhandballs der MT Melsungen mit dem GSV Eintracht Baunatal. Anlass genug für die Volkswagenstädter, diesen Umstand mit einem erstmalig ausgerichteten „Tag des Handballs“ zu würdigen. Natürlich mit Beteiligung des „großen“ Partners und unter den Augen mehrerer hundert interessierter Sportfans der Region, deren Zusammensetzung nicht bunter sein konnte. „Dieser Tag ist das Ergebnis einer sehr guten Zusammenarbeit. Wir haben uns gemeinsam das Ziel gesetzt, junge Menschen zu ihrem Leistungshöhepunkt zu bringen und sie im besten Fall bis in die Bundesliga hinein zu fördern“, sagte GSV-Abteilungsleiter Claus Umbach.

Es wurde viel geboten in der Rundsporthalle, in der sich die Tribüne schon am Nachmittag beachtlich füllte. Selbstverständlich im Jugendbereich, der den Kern der Kooperation darstellt, aber auch im Leistungsbereich, wo sich zum Abschluss des Tages die beiden herausragenden Handballmannschaften Nordhessens im Männerbereich gegenüber standen. Dem zufolge setzte sich die Schar der Interessierten homogen zusammen aus Eltern, Angehörigen und Freunden der jungen Sportler, Vereinsangehörigen sowie Fans der hochklassig spielenden Mannschaften im Erwachsenenbereich. Stadträtin Silke Engler sprach in ihren Grußworten folgerichtig allen Beteiligten, insbesondere „den Ehrenamtlichen, den Betreuern und den Menschen dahinter auf allen Ebenen ein großes Danke“ aus und bewies damit: sogar in der Lokalpolitik ist das sportliche Miteinander angekommen.

Seitens der MT Melsungen unterstrich Geschäftsführer Axel Geerken die Bedeutung des Schulterschlusses auch für den Bundesligisten. „Wir haben schon lange Zeit regen Austausch miteinander, wobei der Kontakt stetig besser und stärker wird. Entscheidend für den Erfolg eines solchen Projektes ist immer die Kommunikation, und die läuft bestens. Wir wünschen uns noch viele weitere Handballtage wie diesen und weitere gemeinsam gestaltete Aktionen“, sagte Geerken. Der ebenso wie die Profi-Handballer der MT schon weit vor dem abendlichen Männer-Vorbereitungsspiel in der Halle war und sich mit ihnen gemeinsam die Jugend in Aktion beobachtete. Finn Lemke brachte es auf den Punkt: „Wir müssen uns bemühen zu zeigen, dass wir alle zusammengehören. Alle, die das entsprechende Trikot tragen, gehören dazu. Die Identifikation muss beidseitig sein. Also nicht nur die Jungs sollen zu uns aufsehen, sondern auch wir müssen uns mit der Jugend identifizieren. Und für solche Prozesse sind Veranstaltungen wie diese heute sehr gut“, zeigte der Profi-Mannschaftskapitän deutlich Flagge für den Nachwuchs.

Den sportlichen Auftakt der Veranstaltung bestritten Vertretungen beider Clubs im Altersbereich des Überganges vom Breiten- in den Leistungsbereich. Bis zur D-Jugend wird maximal auf Bezirksebene gespielt und der regionale Bezug und Charakter ist noch sehr ausgeprägt. So verwunderte es nicht, dass die MT diesen Vergleich klar mit 34:13 (19:7) für sich entschied. Hier machten sich die bis in unterste Ebenen reichenden professionellen Strukturen bemerkbar, die den Unterbau des Bundesligisten klar bevorteilten und die individuellen Fähigkeiten der jungen Spieler wesentlich deutlicher hervortreten ließen.

Anders sah es schon in der C-Jugend aus, wo auf Landesebene um Punkte gekämpft wird. Diese Jahrgänge eröffnen den sogenannten Leistungsbereich, hier wird bereits gezielt an einem Strang gezogen. Da ging es folgerichtig bereits wesentlich enger zu und am Ende setzte sich tatsächlich die Baunataler Vertretung mit 34:28 (16:12) durch. Nicht ganz überraschend, denn mit Frank Eidam ist ein vereinsübergreifend arbeitender Trainer damit betraut, gemeinsame Trainingseinheiten beider Vereine zu konzipieren und zu leiten. „Wir möchten, dass die jeweils talentiertesten Spieler beider Vereine konsequent an ihren Stärken arbeiten. Sie sollen die besten Voraussetzungen bekommen, sich zu entwickeln“, sagte der ehemalige Zweitligaspieler. Der Erfolg dieser Konzeption wurde durch die nahezu komplett abgebaute Leistungsspanne im Vergleich zur D-Jugend anschaulich aufgezeigt.

Sehr zur Freude von Baunatals Trainer Dieter Worst. „Das gemeinsame Training im Bereich der C-Jugend soll nur der Anfang sein. Wir wollen das ausbauen, uns als Verein darauf aufbauend in Nordhessen klar im Spitzenbereich positionieren und dadurch für Jugendliche der Region interessanter werden“, sagt der C-Jugend-Coach, der natürlich stolz war auf den zuvor gefeierten Achtungserfolg seiner Mannschaft. Ein Umstand, der MT-Jugendkoordinator Axel Renner nicht anfocht. „Wir wollen als erfolgreicher Verein allen anderen in dieser Region eine Treppe bauen. Mit Eintracht Baunatal haben wir den, von Melsungen abgesehen, stärksten Verein der Region mit im Boot. Es ist eindeutig in unserem Interesse, die Handball-Region nicht durch Abwerbung zu schwächen, sondern im Gegenteil durch Kooperation, Entwicklung, Aus- und Weiterbildung im sportlichen wie auch gesellschaftlich/menschlichen Bereich zu stärken“, erläuterte der Mann, in dessen Tätigkeitszeit die bislang bemerkenswertesten Erfolge im MT-Jugendbereich fielen.

Dass die nun einjährige Zusammenarbeit schon weit länger andauert – und funktioniert! – lässt sich an konkreten Namen festmachen. Als Baunatal vor vier Jahren die Qualifikation zur Jugendhandball-Bundesliga verfehlte, wechselte eine Handvoll Spieler nach Melsungen. Darunter Dimitri Ignatow, der den „Tag des Handballs“ nur dadurch verpasste, dass er zur gleichen Zeit im deutschen Nationaltrikot bei der U20-Europameisterschaft am Ball war und der zudem in der kommenden Saison fester Bestandteil im MT-Bundesligakader sein wird. Mit Florian Weiß und dem aktuell leider verletzten Magnus Rulff bekam die Eintracht bereits letzte Saison zwei weiterentwickelte Spieler zurück, die ihren festen Platz im Drittliga-Team schnell gefunden haben. Torhüter Marian Mügge legte noch ein „Zwischenjahr“ beim Viertligist Gensungen/Felsberg ein, ist nun aber ebenfalls wieder Baunataler. Besser als am Werdegang dieser jungen Handballer lässt sich das Erfolgsmodell „Kooperation MT Melsungen & GSV Eintracht Baunatal“ kaum veranschaulichen.

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