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Eine von drei errungenen Meisterschaften ging auf das Konto der Bundesliga-Reserve, die nach nur einem Jahr Abstinenz die sofortige Rückkehr in die Oberliga schaffte. (Foto: WMK)

Saison 2017/18: Drei Meisterschaften - und noch mehr!

Spricht man über die MT Melsungen, geht es zumeist um die Profis, die in der Handball-Bundesliga ihren Platz und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit haben. In der Vergangenheit handelte es sich dabei lange Zeit um eine Art von Alleinvertretungsanspruch, das Geschehen unterhalb der „Ersten“ fand größtenteils im ganz kleinen Rahmen statt. Mit der jetzt zu Ende gehenden Saison hat sich das endgültig geändert. Es war das erfolgreichste Melsunger Handballjahr überhaupt, wenn man das Profigeschäft ausklammert. Mit einer Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft sowie drei Meisterschaften der neun am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften und weiteren bemerkenswerten Resultaten spielten sich die MT-Reservemannschaften wie auch die Jugendteams der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ins Rampenlicht.

Herausragend und ganz sicher ein Meilenstein im Melsunger Jugendhandball war die hessische Vizemeisterschaft der B-Jugend unter Trainer Georgi Sviridenko, die damit die Fahrkarte für die Meisterschafts-Qualifikation löste. Und nach einem Auswärtserfolg in Saarlouis sogar ins Achtelfinale der Playoffs einzog, wo in zwei hochklassigen Partien gegen den Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen allerdings Endstation war. Das Hinspiel gegen den amtierenden Vizemeister und diesjährigen Titelfavoriten in der Melsunger Stadtsporthalle verzeichnete dabei mit über 400 Zuschauern den Spitzenwert aller Achtelfinalpartien! Löwen-Trainer Daniel Meyer war beeindruckt von der Leistung der Nordhessen und äußerte bereits die Erwartung, diese fast ausschließlich aus jüngeren Jahrgängen bestehende Truppe auch künftig in der deutschen Spitze anzutreffen.

Meisterlich ging es bei der MT Melsungen II zu. Als Oberliga-Absteiger vollkommen neu aufgestellt und mit sogar mehr „einheimischen“ Sportlern bestückt als in der Vorsaison wusste niemand so recht, was zu erwarten war. Zumal die Konkurrenz aus Hersfeld und auch Wanfried ihre Ansprüche angemeldet hatte. Doch Trainer Georgi Sviridenko formte schnell eine prächtig funktionierende Einheit und von Beginn an dominierte die MT ihre Liga. Erfolg auf Erfolg wurde eingefahren, Hersfeld als härtester Gegner aber trotz klarem Hinrunden-Sieg nicht abgehängt. Erst das Rückspiel in der Festspielstadt ebnete den Weg zur Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg. Im kommenden Spieljahr stehen damit nicht nur wieder weitere Fahrten nach Südhessen auf dem Programm, sondern auch wieder die prestigeträchtigen Derbys gegen Gensungen/Felsberg.

Ebenfalls gefeiert wurde bei der MT Melsungen III. Aufbauend auf die Vizemeisterschaft in der Vorsaison ließen „Sperle’s Jungs“  diesmal rein gar nichts anbrennen. Ungeschlagen und nur mit drei Punkteteilungen auf dem Konto betrug der Vorsprung auf den TV Jahn Neuhof, der zweimal sicher bezwungen wurde, am Ende satte acht Punkte. Der Lohn ist auch hier neben der Meisterschaft der Aufstieg in die Bezirksoberliga. Und da wartet, analog zur „Zweiten“ nun unter anderen lokalen Knüllern die Auseinandersetzung mit der Reserve von Gensungen/Felsberg.

Die dritte Meisterschaft des Jahres geht auf das Konto der D-Jugend. Die startete mit vier Siegen in die Saison, um dann gleich zweimal hintereinander, gegen Wanfried und bei der JSG Dreiburgen, den Kürzeren zu ziehen und bis auf Rang fünf abzurutschen. Trainer Sascha Henkel reagierte, stellte die Schwächen ab und zog seine Mannschaft wieder zurück in die Spur. Weil ausnahmslos alle noch zu holenden Zähler bei der mJSG blieben und auch der spätere Vizemeister Homberg zweimal bezwungen wurde, war die Meisterschaft schon vor dem letzten Spieltag abgesichert. Umso wertvoller, als die D-Jugend, analog zur B-Jugend, praktisch ausschließlich aus Spielern des jüngeren Jahrgangs besteht.

Nicht wie eigentlich gewünscht lief es bei der A-Jugend. Der als Saisonziel angepeilte sechste Platz der Bundesliga-Staffel West wurde verfehlt, enttäuscht hat die Mannschaft dennoch nicht. Im Gegenteil lieferte das Team unter Trainer Björn Brede eine Reihe mitreißender Partien ab und bezwang als eine von nur drei Mannschaften den Staffelsieger Minden. Mit Lemgo und Essen mussten zwei weitere Direkt-Qualifikanten für die kommende Saison die Punkte in der Fuldastadt lassen. Was Hoffnung mach für die kommende Spielzeit, denn nur drei Akteure scheiden aus Altersgründen aus. Zwar steht die Qualifikation nun wieder auf dem Pflichtprogramm, die erste Runde wurde aber bereits ohne Niederlage absolviert.

Das gilt auch für die C1-Jugend, die mit dem Trainergespann Martin Geldmacher und Christian Dippel auf einem guten Weg ist, auch nächste Saison in der Oberliga an den Start zu gehen. In der abgelaufenen Spielzeit war dort sicher mehr drin als der am Ende erreichte vierte Tabellenplatz. Aber die Konkurrenz an der Spitze war extrem eng. Es fehlte schließlich lediglich ein einziger Zähler an der Vizemeisterschaft hinter Dutenhofen/Münchholzhausen, das selbst nur weitere zwei Punkte weg war. Auch hier kassierte der Klassenprimus eine seiner drei Niederlagen in Melsungen.

Weniger erfolgreich verlief die Saison bei der C2-Jugend. Nur ein fünfter Platz in der Vorrunde, dem aber in der folgenden Platzierungsrunde dafür dann ein zweiter hinter Bad Soden-Allendorf folgte. Rekordverdächtig war in jedem Fall das abschließende 46:30 gegen die TSG Schlitz. Bei einer Spielzeit von zweimal 25 Minuten fiel also umgerechnet alle 39 Sekunden ein Tor.

In zwei unterschiedlichen Staffeln gingen die beiden E-Jugend-Teams an den Start, überwiegend erfolgreich waren beide. Während die von den A-Jugendlichen Jonas Koch und Björn Wenderoth trainierte E1 die Runde in einer Sechser-Staffel punktgleich mit dem Ersten, Wanfried, auf dem Vizerang abschloss, belegte die E2 unter Stefan Merwar in einer Achter-Staffel Platz drei.

Noch nicht im Spielbetrieb unter Wettkampfbedingungen befinden sich die Mini-Mannschaften, von denen es in diesem Jahr wieder drei gab. Der Begeisterung der Jüngsten tat das keinen Abbruch, sie nahmen dafür umso eifriger am Training teil. Höhepunkt der Saison war ein internes Turnier in Guxhagen, das die Melsunger Vertretung gegen die Gruppen aus Körle und Guxhagen für sich entschied. Als die Minis anschließend vor großem Publikum als Einlaufkinder beim Landesliga-Derby Körle/Guxhagen gegen Melsungen ihren lautstark bejubelten Auftritt hatten, fühlten auch sie sich meisterlich.

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