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Er zog das Spiel in der kritischen Phase der zweiten Halbzeit an sich: Eugen Gisbrecht war mit sechs Toren einmal mehr bester Schütze beim MT-Erfolg in Hersfeld. (Archiv-Foto: MTT)

Landesliga: 26:22 in Hersfeld - Riesenschritt zu Meisterschaft und Aufstieg!

Zweiter gegen Erster – mehr Spitzenspiel als beim Aufeinandertreffen des TV Hersfeld und der MT Melsungen II in der Handball-Landesliga Nord geht nicht. Und wenn dann der bisher schon mit drei Punkten Vorsprung führende Spitzenreiter 26:22 (14:11) beim Verfolger gewinnt, ist das fünf Spieltage vor Saisonende schon so etwas wie eine Vorentscheidung.

Mit Max Pregler und Youngster Jona Gruber gemeinsam im Innenblock der Abwehr hatte MT-Trainer Georgi Svridenko die richtige Wahl getroffen. Auch wenn Pregler auf der Bank blieb und Oldie Petr Hruby dessen Position übernahm, gab es kaum ein Durchkommen für die Gastgeber. So hatte der Tabellenführer, der seine Angriffe bedacht vortrug und die Risiken des Tempospiels zu vermeiden suchte, nach acht Minuten eine 5:2-Führung herausgeworfen.

Positiv machten sich schon sehr früh die Wechselmöglichkeiten der Rot-Weißen bemerkbar. Im auf allen Positionen doppelt besetzten Rückraum gab es qualitativ kaum Unterschiede. Der TVH tat sich schwer damit, bei nahezu jedem Spielzug einer veränderten Aufbaureihe gegenüber zu stehen. Entsprechend variabel war das Gästespiel und entsprechend breit gestreut auch die Torerfolge. Bis zu Vlad Avrams 10:5 (18.) hatten sich bereits fünf Spieler aus nahezu allen Feldpositionen in die Torschützenliste eingetragen.

Auch in Sachen Spielwitz hatte Melsungen die Nase vorn. Bei angezeigtem passivem Spiel in die äußerste linke Ecke auf Alexander Bärthel zu passen, der dann quer durch den Kreis dem von dort aus prima anspielbaren Petr Hruby die Vorarbeit zum 11:6 leistete, war schon frech (20.). Dass der TVH dennoch dran blieb, war dem sich an dieses Kabinettstück anschließenden Torhüterwechsel von Tobias Kretz auf Kai Hüter geschuldet. Der parierte mehrfach glänzend und sorgte dafür, dass sein Team durch Jannis Deppe sogar auf 12:10 aufschloss (26.), ehe die MT den Druck zur Pause hin noch einmal leicht erhöhte.

Zäh gestaltete sich die Partie nach Wiederbeginn, leicht ruppig wurde es dazu. Nach Toren von Igor Schuldes und Philipp Koch zum 15:12 gerieten Alexander Bärthel und Marco Kemmerzell aneinander. Während der Hersfelder mit einer Zwei-Minuten-Strafe davonkam, sah Bärthel sogar die Rote Karte (34.). Die Gastgeber profitierten von der aufkommenden Unruhe, verkürzten nach drei Toren von Fynn Reinhardt bis auf 16:15 (38.) und kamen durch einen Tempogegenstoß über Philipp Koch zwei Minuten später sogar zum 17:17-Ausgleich.

Eugen Gisbrecht behielt die Nerven, beruhigte das Spiel nicht nur, sondern traf auch. Erst zweimal selbst zum 20:17, dann glänzte er als Passgeber auf den zum Kreis eingelaufenen Luca Hagemann. Großen Anteil an dieser Entwicklung hatte Torhüter Fabian Meyfarth, der zu diesem frühen Zeitpunkt schon sieben Paraden im zweiten Durchgang vorzuweisen hatte und damit eine mehr als in der gesamten ersten Halbzeit. Die MT war wieder obenauf (21:17, 44.).

Und der MT-Keeper glänzte weiter. Parade Nummer sechzehn war ein gehaltener Siebenmeter von Marco Kemmerzell (49.). Allerdings setzte auch auf der Gegenseite Max Pregler einen Strafwurf nur an den Pfosten statt ins Netz. Vlad Avram erhöhte dennoch auf 23:18 (51.). Melsungen war nach der kurzen Schwächephase im Anschluss an Bärthels Feldverweis mittlerweile wieder klar auf Siegkurs. Und blieb es auch bis zum Schluss. Nach Max Preglers 26:20 (56.) steckte Hersfeld endgültig auf und Melsungen ließ die Partie, untypisch für ein echtes Spitzenspiel, unspektakulär austrudeln.

 

Statistik

MT II: Meyfarth (20 Paraden, 22 Gegentore), Frohmüller (n. e.); Hagemann 1, Schuldes 5, Avram 4, Bärthel, Pregler 4/2, Bruns, Gruber 2, Piroch 1, Hruby 3, Gisbrecht 6/1, Hartung, Barth.

TVH: Kretz (2 P. / 11 G.), Hüter (13 P./ 15 G.); Deppe 2, Köpke 1, M. Krause, Kemmerzell 2/1, Förtsch 2, Koch 2, Petersen, Reinhardt 7/1, A. Krause 5, Matthiessen 1.

Zuschauer: 300 – Schiedsrichter: Kaplan / Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg) – Strafen: 2:6 Minuten – Disqualifikation: Bärthel (MT, 34.) - Siebenmeter: 4/3:4/2.

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