News

In dieser Szene bleiben Jona Gruber (links) und der starke Melsunger Torhüter Jan-Lasse Herbst Sieger gegen HSG-Kreisläufer Stephan Ulrichs. (Foto: WMK)

JBLH: Grippegeplagte mJSG hält lange mit

Eine dreiviertel Stunde hielt sich die grippebedingt arg geschrumpfte mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen im Spiel der Jugendhandball-Bundesliga gegen die HSG Neuss/Düsseldorf prächtig, musste letztlich aber eine viel zu hoch ausgefallene 23:30-(11:12)-Niederlage hinnehmen. „Bis zum 18:18 war es ein richtig gutes Spiel von uns, dann haben wir plötzlich Probleme bekommen zu verteidigen“, sagte Trainer Björn Brede.

Der vor Spielbeginn schon Schwierigkeiten hatte, überhaupt eine ordentliche Besetzung auf die Platte zu schicken. Denn der Grippevirus hatte zugeschlagen: ganze acht Feldspieler und einen Torhüter konnte er schließlich noch aufbieten, drei weitere Akteure kamen im Laufe der Partie noch aus der B-Jugend dazu, die zuvor in Südhessen im Einsatz war. Dem entsprechend unruhig gestaltete sich auch die Spielführung, was die Düsseldorfer schnell zu einer 3:0-Führung nutzten (4.).

In Abwesenheit der beiden etatmäßigen Torhüter wuchs dann Jan-Lasse Herbst über sich hinaus. Drei Paraden gegen Würfe aus dem Feld, zwei gehaltene Siebenmeter gegen Florian Kristo. „Er hat Melsungen wesentlich länger im Spiel gehalten, als das nötig gewesen wäre“, zollte auch HSG-Trainer Dr. Patrick Luig diesen Leistungen höchsten Respekt. Vorn trafen Tomas Piroch, Jona Gruber und zweimal Max Bieber von der Siebenmeterlinie – die mJSG war plötzlich vorn (11.). Nicht lange allerdings, dann hatten sich die Gäste gefangen und legten wieder vor. Abwechslung war reichlich geboten, auch wenn spielerisch auf beiden Seiten längst nicht alles stimmte.

Jona Gruber drehte auf, glich zum 8:8 aus (22.), Mikulas Cejka gelang das 10:9 (28.). Die Melsunger Rumpftruppe schlug sich ausgezeichnet gegen die Rheinländer, die sich noch berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz und damit die Teilnahme an den Meisterschafts-Playoffs machen. Auch wenn es nach Tomas Pirochs Treffer von Rechtsaußen zum 11:10 knapp nicht reichte für einen ausgeglichenen Pausenstand.

Und auch nach dem Seitenwechsel hielten die Westdeutschen den Druck aufrecht, verstärkten ihn sogar noch. Über den starken Linksaußen Sebastian Barentzen (13:15, 34.) und Daniel Zwarg (14:17, 36.) schienen sie die Vorentscheidung erzwingen zu wollen. Hatten aber dabei die Rechnung ohne den Melsunger Kampfgeist aufgemacht. Maxim und Nikita Pliuto trafen, Jona Gruber gelang der 17:17-Ausgleich (39.). Und auch Mikulas Cejka glückte noch ein spektakuläres Tor zum 18:18 nach einer Glanzparade von Jan-Lasse Herbst.

Dann ließen die Kräfte jedoch nach. Kein Wunder, konnten sich doch die Gäste ihrer breit besetzten Auswechselbank bedienen. „Bei uns sind zwei Spieler auch über die volle Zeit gegangen, aber wir hatten natürlich die Möglichkeit, mehr zu wechseln“, gab Dr. Luig zu. Über 18:21 (47.) zog die HSG fast mühelos bis auf 19:25 davon (53.). Mittlerweile waren die B-Jugendlichen zwar eingetroffen, konnten aber bei diesem klaren Spielstand auch nichts mehr richten. „In der Phase lief es einfach gegen uns. Wir haben bei gegnerischen Würfen aufs Tor schon abgeschaltet, statt auf die Abpraller zu achten. Dann kamen noch zwei Minuten gegen Max Bieber dazu, das war’s“, bilanzierte Brede die entscheidenden fünf Minuten, in denen die Punkte verloren gingen.

Denn danach lief nicht mehr viel zusammen bei den Nordhessen. Der Einsatz stimmte nach wie vor, aber der Abstand wollte nicht mehr schrumpfen. Obwohl Brede alles versuchte, vom siebten Feldspieler bis hin zur offenen Deckung, aber es half nicht. Und so waren es am Ende trotz einer über weite Strecken engagiert geführten Partie der ausgedünnten mJSG doch sieben Tore Differenz, die ein wenig über die tatsächlichen Begebenheiten hinwegtäuschten. Was Dr. Luig nicht anfocht: „Wir sind mit sehr viel Respekt hergekommen. Dieser Sieg war für uns ein großer Schritt in die richtige Richtung“, der für die Gäste im besten Fall direkt in die Meisterschafts-Playoffs führt.

 

Statisik

mJSG: Herbst (15 Paraden / 30 Gegentore); Piroch 5, Gruber 6, Kompenhans 1, Pregler, Koch, Bieber 3/3, Fuchs, N. Pliuto 2, Cejka 3, M. Pliuto 3, Dexling.

HSG: Conrad (11 P. / 14 G.), Spierau (5 P. / 9 G.); Ulrichs 1, Schön 6, Kristo 3/1, Thole, klause, Barentzen 6, Skorupa 7, Zwarg 5/4, Rohde, Königs, Molsner 1, Santos 1.

Z: 65 - SR: Müller / Müller (Neubrandenburg / Potsdam) - Strafen: 8 : 4 Minuten – 7m: 4/3 : 7/5.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas