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Er war mit zwei Toren direkt am entscheidenden Umschwung nach 45 Minuten beteiligt: Alexander Bärthel, hier beim erfolgreichen Abschluss eines seiner Tempogegenstöße. (Foto: MTT)

Landesliga: Fulminanter Schlussspurt demontiert lange ebenbürtige Rotenburger

Erst 15 Minuten vor Schluss fand die MT Melsungen in ihr Spiel. Und wie! Das deutliche 33:24 (14:14) gegen die TG Rotenburg resultierte aus einem 13:1-Lauf, nachdem die Gastgeber nach einer dreiviertel Stunde noch mit zwei Toren zurückgelegen hatten. In der Tabelle liegt Melsungen weiter knapp vor dem TV Hersfeld und peilt ungeschlagen weiterhin die Meisterschaft an.

Schöner Handball war das allerdings nicht, was beide Mannschaften den Zuschauern in der ersten Halbzeit boten. Dafür allerdings jederzeit intensiv und spannend. Nur einmal in der Anfangsphase, nach Eugen Gisbrechts Siebenmeter zum 3:1 (4.), führte Melsungen mit mehr als einem Tor. Ansonsten legten die Roten einen vor, die Gelb-Schwarzen zogen wieder gleich. Was beide unterschied: die MT hatte das breiter angelegte Spiel und strahlte von allen Positionen Gefahr aus. Die ersten vier Rotenburger Tore dagegen gingen allesamt auf das Konto von Boze Balic, der seine Körperfülle geschickt einzusetzen wusste und sich immer wieder durchsetzte.  Die Partie plätscherte trotz des knappen Standes ohne große Höhepunkte vor sich hin (10:10, 20.).

Erst in der Schlussphase des ersten Durchganges änderte sich das leicht hin zum Positiven. Erst zog Melsungen etwas an und kam durch Eugen Gisbrecht, Vlad Avram und Chriatian Damm zu einer 13:11-Führung, dann wachte Rotenburg rechtzeitig auf, um nicht doch noch vor dem Seitenwechsel höher in Rückstand zu geraten. Balic glich mit seinem fünften Treffer nicht nur zum 13:13 aus, sondern Jan-Oliver Holl schloss einen der ganz wenigen schnellen Gegenstöße sogar zur ersten Gästeführung des Tages ab. Die Avram kurz vor der Sirene ausglich.

In Überzahl, weil Sebastian Bruns auf die Bank musste, machte Martin Harbusch zunächst den erneuten Führungstreffer für die Gäste, Torhüter Cica Drazen traf ins zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers verwaiste MT-Tor und Boze Balic sattelte noch einen drauf – Rotenburg führte mit 17:14 (34.), und das nicht einmal unverdient. Konnte diesen Vorteil aber nicht konservieren. Kaum wieder vollzählig, machte sich der Tabellenführer auf den Weg zurück. Mit Erfolg und auch mit dem Vorteil eines Spielers mehr auf dem Feld. Sehenswert war das Tor zum 19:18, als Eugen Gisbrecht das Leder in Bedrängnis hoch in den Torraum legte, Vlad Avram hinterhersprang und vollendete (40.).

Nach zwischenzeitlicher Zwei-Tore-Führung der Melsunger war Rotenburg wieder dran. Vier Tore in Folge, diesmal war Christian Damm draußen, brachten die Gäste mit 22:20 nach vorn. Was Trainer Georgi Sviridenko mit der Einwechslung des wegen seiner Schulterblessur zuvor geschonten Max Pregler sowie des A-Jugendlichen Tomas Piroch beantwortete. Und dem Tschechen gelang tatsächlich der neuerliche Ausgleich sowie kurz darauf der clevere Pass auf Alexander Bärthel zu dessen 24:22 (49.). Die Begegnung hatte sich ein weiteres Mal gedreht.

Als auch Pregler schließlich traf, Bärthel den nächsten Tempogegenstoß versenkte und Eugen Gisbrecht auf 27:22 erhöhte, war acht Minuten vor dem Ende der Deckel drauf. Die TGR brach in sich zusammen und leistete keinerlei Gegenwehr mehr. Was die Bartenwetzer weidlich ausnutzten und Tor um Tor draufpackten. Erst als Vlad Avram den 13:1-Lauf der letzten Viertelstunde vollendet hatte, durfte Martin Harbusch das Ergebnis wenigstens noch einmal in den einstelligen Abstandsbereich korrigieren. Mehr war für die lange Zeit voll mithaltenden Gäste nicht mehr drin.

Statistik

MT II: Meyfarth (9 Paraden,  11 Gegentore), Frohmüller (5 P. / 13 G.); Gruber, Hruby 1, Schuldes 1, Avram 8, Bärthel 5, Damm 5, Pregler 1, Bruns, Gisbrecht 8/4, Hartung 1, Piroch 1, Barth 2.

TGR: Drazen (1 Tor / 7 P. / 23 G.), Dick (3 P./ 10 G.); Harbusch 5, Eimer 3, Einhorm 4/3, Debus, Golkowski 2, Balic 6, Ebenhoch 1, Schmidt, Holl 2, Janotta.

Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Träder / Nechanitzky (Kassel) – Strafen: 6 : 4 Minuten – Siebenmeter: 4/4 : 4/3.

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