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Er lieferte eine starke Partie ab: Kreisläufer Nikita Pliuto überzeugte mit viel Einsatz, schnellen Reaktionen bei der Ballsicherung und fünf Toren. (Foto: MTT)

JBLH: Nur ein Wimpernschlag fehlte zum Teilerfolg gegen Nettelstedt

Was für ein Krimi! Unglücklich mit 29:30 (13:13) zog die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen gegen die JSG NSM-Nettelstedt dem Kürzeren. „Eine einzige Sekunde hat uns gefehlt“, sagte Trainer Björn Brede. Denn der Ball zum vermeintlichen Ausgleich durch Maxim Pliuto überquerte die Torlinie um einen Wimpernschlag zu spät.

Mit dem Sieg in Dormagen vor Wochenfrist im Rücken starteten die Nordhessen vor allem in der Defensive bärenstark. Jona Gruber und Nikita Pliuto, der auch vorn am Kreis viele Akzente setzte, riegelten das Zentrum ab, Julian Damm hatte immer ein Auge auf Nettelstedts gefährlichen Linkshänder Marvin Mundus. Nach elf Minuten führte die mJSG mit 5:3 und hatte sich dabei schon den Luxus eines vergebenen Siebenmeters geleistet.

Die Dominanz der Gastgeber hielt an, obwohl Nettelstedt sofort eine Auszeit nahm. „Wir mussten mehr aus der Bewegung in die Aktionen kommen, nicht so schnell Entscheidungen treffen, die dann keinen Ertrag brachten“, kritisierte JSG-Trainer Hans-Georg Borgmann. Dennoch war es zunächst wiederholt Nikita Pliuto, der schneller schaltete als alle anderen und entweder direkt traf oder zumindest weitere Siebenmeter zog. Auch das 9:5 ging auf sein Konto (18.). Dann allerdings begann sich die starke Form von JSG-Schlussmann Jan Wesemann auszuzahlen. Immer wieder war er zur Stelle, in der Offensive übernahmen Kevin Schmidt und Jan Grzesinski die Rolle des weiter fast vollständig abgemeldeten Mundus und verkürzten.

Die Form von Wesemann zwang die Melsunger Angreifer zu mehr Risiko. Das sich nicht auszahlte, weil die Würfe nun zwar den Schlussmann passierten, dafür jedoch hinter ihm mehrfach am Gebälk landeten. Vier Minuten vor der Pause gelang Jonas Hehemann sogar die erste Gästeführung zum 11:12. Was Jona Gruber und Luca Schumann zwar kontern, aber nicht mehr zurückdrehen konnten. „Das hat uns am Ende vielleicht den Erfolg gekostet. Normal hätten wir mit zwei Toren vor in die Halbzeit gehen müssen“, befand Brede.

Den besseren Einstieg in die zweite Hälfte hatten die Gäste. „In der Kabine gab es ein ‚hallo wach‘. Genau das hatte uns nämlich zu Spielbeginn gefehlt“, begründete Borgmann verschmitzt lächelnd den weitaus konzentrierteren Wiederbeginn seiner Sieben. Jonas Hehemann erzielte die nächste Führung (14:15, 33.) und erhöhte kurz darauf sogar auf zwei Tore (16:18, 38.). Was Jonas Gossmann nervenstark mit zwei Siebenmetern egalisierte. Die Partie nahm immer mehr Fahrt auf und entwickelte sich zum offenen Schlagabtausch. Mit Vorteilen bei den Ostwestfalen, die jeweils vorlegten. Bis Jona Gruber mit einem fulminanten Wurf aus der rechten Halbposition das 22:21 erzielte und Borgmann zur nächsten Auszeit zwang (48.).

Die fruchtete, Nettelstedt übernahm wieder das Vorlegen, Melsungen zog nach. Maxim Pliuto hatte die große Chance zum 28:27, machte alles richtig, scheiterte aber ein weiteres Mal am Pfosten. Jona Gruber und Ole Pregler blieb weiter nur, mit knallharten Würfen aus dem Rückraum zu egalisieren. Bis Pregler eineinhalb Minuten vor dem Ende eine Strafe kassierte und Marvin Mundus den 30. Treffer erzielte. Brede nahm den Torhüter heraus, mit sechs Feldspielern misslang allerdings der letzte koordinierte Angriff. Nach einem Freiwurf gab es zwar noch eine durchdachte und sogar erfolgreich abgeschlossene Überraschungsaktion. Doch der von Maxim Pliuto in der langen Ecke versenkte Ball überquerte die Torlinie um die Winzigkeit eines Wimpernschlages zu spät. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Heute hat die glücklichere Mannschaft gewonnen, ein Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis gewesen“, lautete dann auch das das Fazit der beiden Übungsleiter übereinstimmend. Nur dass die Punkte nicht geteilt wurden, sondern in Gänze mit zurück nach Nettelstedt gingen.

 

Statisik

mJSG: Eggert (8 Paraden / 27 Gegentore), Wenderoth (0 P. / 3 G.); Piroch 2, Goßmann 6/4, Gruber 5, Schuhmann 3, Kompenhans, Damm 2, Pregler 5, Koch, N. Pliuto 5, Cejka, M. Pliuto 1.

JSG: Wesemann (14 P. / 24 G.), M. Grzesinski (2 P. / 5 G.); Indeche, Schmidt 7, Mundus 5/2, Muendemann, Finke 1, Grote, Schulz 3, Hehemann 7, Thielking 1, J. Grzesinski 6.

Z: 180 - SR: Bohn / Zeller (Hamburg) - Strafen: 4 : 0 Minuten – 7m: 5/4 : 2/2.

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