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Einer der Erfolgsfaktoren: das Zusammenspiel von Rückraum und Kreis, hier von Ole Pregler mit Mikulas Cejka, funktionierte hervorragend. Die Bergischen Fabian Neher (links) und Eric Böhnke (Mitte) sind zwar zur Stelle, können die Kombination aber dennoch nicht verteidigen. (Foto: WMK)

JBLH: mJSG startet mit einem Paukenschlag beim BHC ins neue Jahr

Mit einem echten Paukenschlag wartete die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen im ersten Punktspiel des Jahres in der Jugendhandball-Bundesliga auf. Mit 33:25 (15:16) siegten die Nordhessen ebenso überraschend wie auch in dieser Höhe verdient beim Bergischen HC. Spielstark, taktisch diszipliniert und vor allem konzentriert von Anfang bis Ende mit einem bärenstarken Glenn Eggert im Tor holten sich die Bartenwetzer ihren vierten Saisonerfolg.

Beide konnten sich zunächst einmal auf ihre Torhüter verlassen. BHC-Keeper  Emil Olbertz lenkte einen Wurf von Tomas Piroch um den Pfosten, Glenn Eggert kaufte Lukas Becher gleich in der ersten Minute einen Siebenmeter ab und parierte anschließend glänzend gegen Yannick Pusch. Dann aber übernahmen die Scharfschützen das Kommando. Mit schnellen Kombinationen, früh genommenen Abschlüssen, vielen Toren. Fast jeder Wurf war ein Treffer.

Nach Mikulas Cejkas 4:3 (7.) führten erstmals die Nordhessen, gaben diesen Vorteil zum 6:7 wieder ab, holten sich die Führung aber durch Ole Preglers 8:7 (13.) wieder zurück. Um im Anschluss trotz einer Strafe gegen Lukas Dexling dank starker Paraden von Eggert bis auf 13:9 (Maxim Pliuto, 22.) davonzuziehen. „Wir waren von Beginn an voll da und haben genau das gespielt, was wir uns zu spielen vorgenommen hatten“, registrierte mJSG-Trainer Björn Brede zufrieden.

Der BHC reagierte, Trainer Jens Sieberger setzte forten konsequent auf den siebten Feldspieler. Mit Erfolg. Tor um Tor arbeiteten sich die Westdeutschen wieder heran, auch weil die Gäste bei Ballgewinnen zu schnell den langen Ball auf das verwaiste Tor versuchten. Darauf spekulierten die  BHC-Abwehrspieler und fingen diese Versuche mehrfach ab. Fabian Neher gelang per Siebenmeter drei Minuten vor der Halbzeitpause der 14:14-Ausgleich, Zum Seitenwechsel führten die Bergischen dann sogar wieder. „Mit Abstrichen war die erste Hälfte ganz ok“, glaubte Sieberger da noch an einen Erfolg seiner Truppe.

Lange freuen durften sich die Bergischen darüber indes nicht. Gleich die ersten beiden Ballgewinne der Melsunger Hintermannschaft landeten umgehend im weiterhin leeren Kasten der Gastgeber, einer davon sogar von Glenn Eggert aus dem eigenen Torraum heraus zur erneuten Führung, die Jona Gruber nur kurz darauf auf 18:16, der starke Nikita Pliuto vom Kreis sogar auf 20:17 ausbauten (38.). „Wir sind mit Absicht auf die riskante 4:2-Abwehrvariante gegangen. Ziel war, das schnelle Positionsspiel des BHC zu unterbinden und nach Ballgewinnen weiter den siebten Feldspieler zu bestrafen“, erklärte Brede. Ein Konzept, das voll aufging.

Sieberger nahm eine Auszeit, doch die brachte keine Änderung. Im Gegenteil schraubte Mikulas Cejka den Vorsprung mit einem Doppelschlag weiter in die Höhe. Ehe eine weitere Strafe gegen Maxim Pliuto den Gastgebern kurzzeitig zwar in die Karten spielte, jedoch nichts an der Überlegenheit der Gäste änderte, die in Glenn Eggert den überragenden Akteur in ihren Reihen hatte. Der Schlussmann parierte nicht nur mehrfach Würfe von Lukas Becher und Fabian Neher, sondern entschärfte beim Stand von 24:19 gegen Alexander Weck schon seinen dritten Siebenmeter (45.). „Vom Kopf her waren wir überhaupt nicht da und haben viel zu viele freie Dinger verworfen. Die zweite Hälfte ging komplett dahin“, ärgerte sich Sieberger.

Der BHC-Coach versuchte noch einmal alles: wechselte den Torhüter, ließ erst Tomas Piroch in kurze Deckung nehmen, dann Jona Gruber, kehrte zurück zum zwischenzeitlichen Spiel mit einem Feldakteur mehr. Doch nichts half. Im Gegenteil setzte Mikulas Cejka fünf Minuten vor dem Ende in Unterzahl den wohl entscheidenden Treffer zum 29:23. Und die Mannschaft zog mit aller Konsequenz durch bis zum Schluss. Sinnbildlich für das herausragende Spiel der Melsunger: wie schon in der ersten glänzte Glenn Eggert auch in der letzten Minute mit einer Doppelparade und sicherte damit auch den am Ende vielleicht entscheidenden Vorteil im direkten Vergleich mit dem Westdeutschen nach der 28:34-Hinspielniederlage.

„Ja, das war ein echter Rückschlag im Kampf um Platz sechs“, gab der Übungsleiter der Bergischen zerknirscht zu. Während sein Melsunger Kollege Brede von derlei Zielen nicht reden mochte. „Wichtig war, dass wir nach dem guten Vorbereitungsturnier beim Sauerland-Cup nun auch hier einen guten Einstieg ins Jahr gefunden haben. Die Kombi Torhüter mit Abwehr war exzellent, vorn haben wir unser  Vorhaben, über breit angelegtes Spiel die Abwehr des BHC zu binden, umgesetzt. So hatten unsere Rückraumspieler genug Raum und Freiheit um eigenen Druck zu entfalten oder aber mit dem Kreis zusammen zu spielen, was durch die gute Leistung von Nikita Pliuto und auch mit den Einläufern von Mikulas Cejka prima funktioniert hat“, freute sich Brede. Natürlich dennoch mit dem Wissen, dass bei einer eventuellen Punktgleichheit nun die mJSG die Nase gegenüber dem BHC vorn haben würde.

 

Statisik

mJSG: Eggert (2 Tore, 17 Paraden / 25 Gegentore), Wenderoth (n. e.); Piroch 6, Goßmann 1/1, Gruber 6, Schuhmann, Pregler 4, Bieber, N. Pliuto 4, Cejka 10, M. Pliuto, Dexling.

BHC: Olbertz (8 P. / 25 G.), Schneppel (1 P. / 8 G.); Richartz, Neher 4/2, Nitsche 4, Gusewski 1, Weck 8, Leppich 1, Pusch, Schnitzker, Becher 5/1, Gamradt, Böhnke 2.

Z: 60 - SR: D. Halbach / S. Halbach (Remscheid) - Strafen: 6 : 10 Minuten – 7m: 1/1 : 6/3.

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