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Starker Endspurt: Luca Schuhmann sorgte in der Schlussphase noch einmal für frischen Wind im Spiel und brachte die mJSG fast wieder zurück in Schlagdistanz. (Foto: WMK)

JBLH: Starker Schlussspurt kommt zu spät

Der überraschende Hinspielerfolg war nicht zu wiederholen. Bei der HSG Handball Lemgo unterlagen die A-Jugend-Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen im Spiel der Bundesliga Staffel West mit 30:34 (14:20). Zeigten sich dabei aber spielerisch wesentlich verbessert und bewiesen Moral. „Das war eine klare Steigerung, auch wenn wir unser Spiel noch gezielter in die Breite ziehen müssen, um die Außen besser mitzunehmen“, sagte Trainer Björn Brede.

Auch ohne den verletzten Julian Damm als Aktivposten, dessen Aufgaben Nikita Pliuto übernahm, hielten die Nordhessen anfangs gut mit. Die Grundlage dafür war eine starke Defensivleistung und die Nervenstärke, trotz Rückstand nicht in Hektik zu verfallen. Wozu auch Glenn Eggert im Tor beitrug, der neben einigen freien Würfen auch einen Siebenmeter von Julius Rose entschärfte. So kämpfte sich die mJSG trotz zwischenzeitlichem 3:6-Rückstand (9.) nach einer Viertelstunde durch Tomas Pirochs Rückraum-Kracher auf 7:8 zurück.

Bis dahin war Lemgos Torjäger Julius Rose noch unter Kontrolle, was sich jedoch innerhalb kürzester Zeit änderte. Dreimal Melsunger Pech im Abschluss mit zwei Holztreffern, eine klasse Parade von Lemgos Keeper Marc-Oliver Essen und die HSG reagierte jeweils blitzschnell. Vom konsequenten Gegenstoßspiel und der starken ersten Welle profitierte Rose, traf dreimal innerhalb kürzester Zeit und schraubte das Ergebnis gemeinsam mit Michel Reitemann und Maxim Schalles auf 13:7 hoch (19.).

In der Folge drohte  Melsungen unter die Räder zu kommen. Hinten passte nicht mehr viel, vorn blieb so manche Möglichkeit ungenutzt. „Wir hatten große Probleme, uns überhaupt gute Chancen herauszuspielen“, sagte Brede. Auch, weil Jona Gruber nicht wie gewohnt die Fäden ziehen konnte. „Den hatten wir gut im Griff, das war der Schlüssel“, erkannte HSG-Trainer Christian Plesser. Als Maxim Schalles nach 24 Minuten das 17:9 erzielte, schien schon früh eine erste Vorentscheidung gefallen. Wäre da nicht die gute Moral der Gäste gewesen, die sich aus dieser Abwärtsspirale noch vor der Halbzeitpause befreien konnten.

Noch besser sah es zunächst nach dem Seitenwechsel aus. Tomas Piroch und zweimal Jonas Goßmann verkürzten weiter auf 17:22 (35.) und scheinen auf einem guten Weg zurück ins Spiel. Gerade als Lemgo auch Wirkung zu zeigen schien, mussten Jonas Goßmann und Mikulas Cejka fast zeitgleich mit Strafen runter. Vorbei war es mit dem kleinen Lauf, den übernahmen dafür nahtlos die Hausherren. Erst auf 26:17 (Lutze, 39.), dann auf 28:18 ( Rose, 43.). „Das waren 40 insgesamt überragende Minuten von uns. Meine Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir uns vorher erarbeitet hatten“, freute sich Plesser.

Mit diesem Vorsprung im Rücken waren die Körner der Lipperländer jedoch verbraucht. Mit Jan-Lasse Herbst im Tor, Luca Schuhmann im Rückraum sowie Maxim Pliuto auf Linksaußen kamen noch einmal frische Kräfte aufs Feld. Dazu agierten Jonas Goßmann und Maxim Pliuto vorgezogen in der Abwehr. Und die Neuen machten ihre Sache ausgezeichnet. Pliuto brauchte zwei Versuche zum warm werden, versenkte danach aber alles, was er in die Finger bekam. Schuhmann führte geschickt Regie und traf ebenfalls drei Mal. Weil Herbst mehrfach rettete, schmolz der hohe Rückstand dahin. Nach Maxim Pliutos Tempogegenstoß zum 26:32 (55.) sah es schon wieder erträglicher aus, nach dem 30:33 des gleichen Spielers eineinhalb Minuten vor dem Ende keimte sogar noch einmal so etwas wie leichte Hoffnung.  Die machte aber Kevin Janzen mit dem letzten Tor des Tages endgültig zunichte.

„Einstellung und Wille waren klar erkennbar, die Bereitschaft zur Leidenschaft war auch da. Auch von der Bank kamen heute viel mehr Emotionen, das hat uns sehr geholfen“, bilanzierte Brede. Während sein Kollege Plesser hoch zufrieden war: „Damit haben wir nach der 30:31-Hinspielniederlage den direkten Vergleich für uns entschieden, darauf kam es uns an“.

 

Statisik

mJSG: Eggert (9 Paraden / 20 Gegentore), Wenderoth (2 P. / 7 G.), Herbst (6 P. / 7 G.); Dobriczikowski, Piroch 8, Goßmann 6/2, Gruber 3, Schuhmann 3, Koch, Bieber 2, Fuchs, N. Pliuto 1, Cejka 3, M. Pliuto 4.

HSG: Essen (12 P. / 22 G.), Mühlenstädt (1 P. / 8 G.), Siepert (n. e.); Holznagel, Janzen 1, Panofen, Reitemann 2, Schalles 12/3, Rose 7, Hansen 4, Lutze 3, Senge, Louis 5.

Z: 100 - SR: Bohn / Zeller (Hamburg) - Strafen: 4 : 6 Minuten – 7m: 3/2 : 4/3.

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