News

"STOP, hier kommt keiner durch", signalisiert Bejamin Suck. Mit einer Quote von 55% gehaltenen Bällen war er der Garant für den deutlichen Erfolg über Verfolger Bebra/Lispenhausen. (Foto: WMK)

Bezirksliga A: Gala-Schlussphase und ein ganz starker Benjamin Suck

Über 40 Minuten war es ein zähes Ringen auf Augenhöhe, dann stürmte die MT Melsungen III zum klaren 30:17 (11:10) gegen Verfolger MSG Bebra/Lispenhausen und gleichzeitig zurück an die Tabellenspitze der Bezirksliga A. Grundlage dafür war die famose Abwehrleistung mit einem bärenstarken Benjamin Suck zwischen den Pfosten, der mehr als die Hälfte aller auf sein Tor abgefeuerten Würfe hielt.

Auch in der Anfangsphase war der jüngste Melsunger mit Abstand stärkster Akteur der Gastgeber. Nachdem Sigfried Arnold beim Tempogegenstoß zum 0:1 bis in ihn hinein gerutscht war und ihn der gleiche Spieler keine zwei Minuten danach regelrecht „abwarf“, lief der MT-Keeper regelrecht heiß. Im Gegensatz zu seinen Mitspielern, die sehr verhalten, ja fast zurückhaltend und sehr unkonzentriert zu Werke gingen. So war es kein Wunder, dass die Gäste nach einer Viertelstunde mit beidseitig vielen Fehlern im Aufbauspiel 6:4 führten. Petr Hruby hatte zweimal Pech mit Holztreffern, Spiel über die beiden Außen fand praktisch gar nicht statt.

Das besserte sich nach einer Auszeit und der Hereinnahme von Routinier Thomas Rothhämel. Der zog das Tempo spürbar an und traf sofort zum 5:6. Lars Harbusch, für den glücklosen Hruby an den Kreis gerückt, holte kurz darauf die Führung zurück und Benjamin Suck war im Siebenmeterduell gegen Daniel Riebold erfolgreich.(7:6, 21.). Die nachhaltige Wirkung blieb jedoch aus, weil auch Bebras Keeper Danny Klöpfel, der Suck im ersten Durchgang nicht nachstand, einen Strafwurf parierte.

Zudem kassierte der erst wenige Minuten zuvor aufs Feld gekommene Rothhämel nach Jonas Barzovs Tempogegenstoß zum 7:8 eine Disqualifikation, weil er den Bebraer vor dessen Wurf im Lauf leicht, aber letztlich ohne Wirkung attackiert hatte. Eine deutliche Schwächung, die jedoch aufputschende Wirkung hatte. Petr Hruby und Lukas Franz trafen in Unterzahl zum Ausgleich, praktisch mit dem Halbzeitpfiff legte Melsungens Halblinker sogar noch das 11:10 nach.

Ähnlich eng und spannend ging es nach Wiederbeginn weiter. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, die Abwehrreihen leisteten Schwerstarbeit und drückten der Begegnung ihren Stempel auf. Durchweg fair, wie man anmerken muss, trotz des engen Spielverlaufs. Vorteile konnte sich weiterhin kein Team herausspielen, bis zum 15:14 durch Franz (38.) fielen die Tore in regelmäßigen Minutenabständen und abwechselnd.

Als die MT-Deckung sich noch einmal steigerte und den Gästen fortan absolut gar keine Räume mehr offen ließ, kippte auch der Charakter des Spiels. Aus war es mit der Ausgeglichenheit, vorbei mit der erbitterten Gegenwehr der MSG. Die rannte sich nun immer wieder fest an der vorzüglichen 5:1-Formation der Bartenwetzer, Benjamin Suck erledigte buchstäblich den Rest. Binnen einer knappen Viertelstunde, in der Bebra nicht ein einziges Mal ins Netz traf, schraubte die MT das Resultat, meist über erfolgreiche Gegenstöße oder ihre erste und zweite Welle, bis auf 21:14 in die Höhe (50.)

Der Rest war Formsache gegen die aufsteckenden Gäste. Herrliche Treffer aus dem Rückraum von Lukas Franz und Björn Eberhardt, feine Anspiele auf Lars Harbusch am Kreis, weitere Konter von Paul Heising und Heiko Bartels – Melsungen packte das gesamte Repertoire an bester Handball-Unterhaltung aus. Und als Bebra den letzten Angriff lang ausspielen wollte, eroberte die MT-Hintermannschaft ein letztes Mal das Leder, passte schnell nach vorn und in letzter Sekunde machte Paul Heising im Tiefflug den 30. Treffer perfekt. Zu einem eindrucksvollen Kantersieg, den zwanzig Minuten vor dem Ende noch niemand für möglich gehalten hätte.

 

Statistik

MT III: Suck (21 Paraden, 17 Gegentore), Gröning (n. e.), Meurer (n. e.); Bartels 2, Pollmer, Harbusch 4, Sperl, Rothhämel 1, Salzmann, Heising 5, Eberhardt 4, Müller 3, Hruby 3, Pitz 1, Franz 7/1.

MSG: Klöpfel (12 P. / 19 G.), Lerch (3 P. / 11 G.), Kohli (n. e.); Fäcke, Konjevic, Riebold 3, Arnold 2, Mackel, Stückradt 1, Reyer 5, Bonsack 2, Barzov 3, Krapf, Seese 1.

Zuschauer: 40 – Schiedsrichter: Dimmerling (Großenlüder) – Strafen: 0 : 4 Minuten – Disqualifikation: Rothhämel (MT) - Siebenmeter: 2/1 : 1/0.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas