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Abgekämpft: Vlad Avram war mit sieben Toren am Sieg der MT im Spitzenspiel gegen Hersfeld beteiligt, trauerte aber auch dem vergebenen riesigen Vorsprung hinterher. Im Hintergrund Hersfelds Marc Förtsch. (Foto: WMK)

Landesliga: MT 2 nach Sieg über Hersfeld allein vorn

Was für ein Spielverlauf! Das Spitzenspiel der Handball-Landesliga Nord zwischen der MT Melsungen II und dem TV Hersfeld bot beim 33:29 (19:11)-Erfolg der Gastgeber vor 350 Zuschauern die ganze Palette an Emotionen, die diesen Sport so attraktiv machen. Da spielte die MT den bis dahin punktgleichen TVH 40 Minuten lang glatt an die Wand, um am Ende fast noch um den Erfolg zittern zu müssen.

Vom Anwurf weg hielt das Gipfeltreffen zunächst, was es im Vorfeld versprochen hatte. Tempohandball vom Feinsten, starke individuelle Leistungen und sehenswerte Paraden der beiden Torsteher Fabian Meyfarth und Kai Hüter prägten die ersten zehn Spielminuten. In denen es für beide Teams nur eine Richtung gab: nach vorn. Entsprechend hoch war die Frequenz der Angriffe und daraus resultierend auch die Trefferausbeute.

Mit klaren Vorteilen auf Seiten der MT, die sich variabler präsentierte Da traf Christian Damm über Linksaußen und Eugen Gisbrecht vom Kreis. Als Igor Schuldes leicht angeschlagen raus musste und Vlad Avram seinen Part übernahm, traf auch der aus ungewohnter Position ebenso wie Rechtshänder Sebastian Bruns aus dem rechten Rückraum. Nach zehn Minuten führten die Gastgeber mit 10:5.

Hersfeld reagierte und nahm Eugen Gisbrecht ebenso in die kurze Deckung wie Max Pregler. Das fruchtete zunächst. Angetrieben vom starken Marco Kammerzell, der auch selbst als Torschütze auf den Plan trat, verkürzten die Gäste bis auf drei Tore (13:10, 19.), fanden dann aber im überragenden Fabian Meyfahrt ihren Meister. Neben einem halben Dutzend gehaltenen Bällen aus dem Feld parierte Melsungens Zerberus vor der Halbzeitpause nicht weniger als drei Siebenmeter und lieferte damit die perfekte Vorarbeit für den erneuten Ausbau der Führung.

Die fiel zum Seitenwechsel schließlich schon vorentscheidend hoch aus, weil Eugen Gisbrecht der kurzen Deckung durch das Einrücken in die Nahwurfzone entging und dort für Unruhe sorgte. Max Pregler zog sich und seinen Gegenspieler ins Mittelfeld zurück. Den daraus entstehenden Platz nutzte vornehmlich Vlad Avram zu schönen Treffern.

Auch die ersten Treffer im zweiten Durchgang gehörten den Rot-Weißen. Erzielt von Eugen Gisbrecht, folgerichtig vom Kreis, und zweimal Max Pregler durch jeweils feine Einzelleistungen. Die Antwort auf Hersfelds Versuche mit einer offenen Deckung gegen den nicht zu stoppenden MT-Rückraum, die allesamt ins Leere liefen. Bis auf 26:13 (Marcel Dietrich, 40.) zogen die Gastgeber davon und ließen sich dabei auch nicht von Dragos Negovans Rückkehr zur 6:0-Deckung beirren.

Als jedoch MT-Trainer Georgi Sviridenko angesichts der drückenden Überlegenheit anfing durchzuwechseln und dem kompletten Kader Spielanteile gab, ging der Spielfluss komplett verloren. Nichts lief vorn mehr zusammen, hinten offenbarte die Deckung riesige Löcher und half damit dem ebenfalls eingewechselten Lukas Frohmüller im Tor nicht. Die Folge waren sieben Tore des TVH in Folge, von denen allein fünf auf das Konto des quirligen Kreisläufers Michael Krause gingen. Zehn Minuten vor dem Ende war der einstmals fast deklassierende Abstand auf 29:23 zusammengeschrumpft.

Sviridenko wechselte zurück, doch den Schwung der Morgenluft witternden Gäste bremste er damit nicht ein. Jetzt taute Lars Matthiessen richtig auf, verkürzte weiter auf 30:25 (54.) und 31:27 (55.). Erst das Zurückwechseln auf Fabian Meyfarth im Tor, der gegen Fynn Reinhardt seinen vierten Siebenmeter des Tages parierte, stabilisierte die MT wieder. So dass es am Ende zwar längst nicht mehr das rauschende Handballfest der ersten 40 Minuten war, aber immerhin reichte, um als nunmehr einzige noch ungeschlagene Mannschaft der Landesliga Nord auch alleiniger Tabellenführer zu sein.

 

Statistik

MT II: Meyfarth (17 Paraden, 17 Gegentore), Frohmüller (2 P. / 12 G.); Dietrich 1, Schuldes 3, Avram 7, Bärthel, Damm 3, Pregler 10/3, Bruns 3, Gisbrecht 4/1, Hartung, Dexling 1, Barth 1.

TVH: Hüter (8 P. / 20 G.), Hüter (3 P./ 13 G.); Deppe 1, Köpke 1, Krause 6, Kemmerzell 4/1, Förtsch, Koch 2, Pettersen 1, Wiegel, Reinhardt 6/2, Matthiessen 8, Kehl, Berger.

Zuschauer: 350 – Schiedsrichter: Kaplan / Scheld (Wiesbaden / Hüttenberg) – Strafen: 12:4 Minuten – Siebenmeter: 5/4:7/3.

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