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Seine zehn Tore reichten nicht: Jona Gruber trifft mit einem Schlagwurf aus der Hüfte, nachdem ihm Julian Damm die Lücke in der VfL-Innenverteidigung geöffnet hat. (Foto: WMK)

JBLH: Starke erste Hälfte gegen Gummersbach bleibt unbelohnt

Eine ganz starke Abwehrleistung und Jona Gruber als Motor nach vorn in der ersten Hälfte genügte den A-Jugend-Handballern der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen nicht, um die Punkte im Spiel der Bundesliga-Staffel West gegen den VfL Gummersbach zu behalten. Mit 23:28 (12:10) fiel die Niederlage am Ende zwar verdient, aber zu hoch aus. „Torwart Julian Malek hat ihnen das Spiel gewonnen“, sah Trainer Bjöen Brede den überragenden Akteur der Partie auf des Gegners Seite.

Mit einem verworfenen Siebenmeter gegen Malek nach nicht einmal zwei Minuten starteten die Gastgeber alles andere als gut in die Partie. Kompensierten diesen offensiven Fauxpas aber mit ganz starker Abwehrarbeit und der individuellen Klasse eines Jona Gruber, der mit zwei feinen Einzelleistungen für die 2:1-Führung sorgte (4.). Das allein genügte jedoch nicht, die quirligen Oberbergischen zu kontrollieren. Die konnten sich auf ihren starken Schlussmann verlassen, der mehrfach glänzend parierte. Und auf Damian Toromanovic, der mit drei Toren am 5:2 des VfL nach zehn Minuten beteiligt war.

Nach einer Auszeit lief es wesentlich besser. Jona Gruber überzeugte nicht mehr nur durch seine Treffsicherheit, sondern vor allem durch glänzende Anspiele auf Mikulas Cejka. Gleich viermal traf der Linksaußen und hätte sogar noch zwei mehr draufsatteln können. Das verhinderte wieder Malek, der dafür bei zwei weiteren Gruber-Würfen hinter sich greifen musste. Nach 20 Minuten führte der MT-Nachwuchs mit 8:5 und zwang damit Gummersbach zum TimeOut.

Lange hielt auch dieser Vorsprung nicht. Obwohl die Deckung der Nordhessen mit Julian Damm und Kevin Gockell auf den Halbpositionen neben den zentral agierenden Jona Gruber und Nikita Pliuto überragend arbeitete und den Positionsangriff der Gäste praktisch lahm legte. Die hatten immerhin in Damian Toromanovic einen schnellen Mann für Gegenstöße und auch Pierre Busch war über die erste Welle zum 9:9 erfolgreich (24.). Ehe Gruber und Cejka zur Pause einen knappen Vorteil herausarbeiten konnten. Alle zwölf Melsunger Erfolge vor dem Seitenwechsel gingen auf das Konto dieses Duos. „Jona hat uns am Leben gehalten. Aus dem Rückraum kam aber zu wenig Entlastung für ihn“, lobte Brede seinen besten Mann, sprach aber auch eine der Schwächen seiner Sieben an diesem Tag direkt an.

Jonas Goßmann gelang der erste Treffer des zweiten Durchgangs. Ehe Gummersbach sich aufmachte, den Rückstand aufzuarbeiten. Das gelang durch verbessertes Zusammenspiel mit dem Kreis. Jonas Stüber, in Halbzeit eins noch komplett abgemeldet, bewegte sich besser und wurde von Yonatan Dayan ein ums andere Mal in Szene gesetzt. Sein Dank dafür waren Tore zum 14:13- (36.) und 17:16-Anschluss (40.). „Wir sind zu überhastet auf Jonas Molz rausgegangen und haben damit die Räume am Kreis geöffnet“, ärgerte sich Melsungens Übungsleiter.

Nur vier Minuten später war es wieder Stüber, der die Blau-Weißen mit 19:18 nach vorn brachte, was David Weiler und Jonas Molz auf 22:19 ausbauten. „Endlich sind wir richtig in unser Tempospiel gekommen. Es hat sich ausgezahlt, Oliver Perey in die Innenverteidigung zu nehmen. Er hat dort kaum einen Zweikampf verloren“, analysierte VfL-Trainer Maik Pallach die Gründe, warum das Spiel kippte. Was den Melsungern in dieser Phase fehlte war das Glück. Sowohl Jona Gruber als auch Ole Pregler trafen nur das Gebälk, während sich Gummersbach in einen kleinen Erfolgsrausch spielte. Da parierte Björn Wenderoth zwar reaktionsschnell einen Siebenmeter von Damian Toromanovic, War aber kurz darauf machtlos, als der gleiche Spieler nach langem Pass aus der Abwehr abermals allein vor ihm auftauchte (19:23, 52.).

Spannung kam noch einmal auf, als Jonas Goßmann mit zwei Treffern auf 21:23 verkürzte. Mehr ließ Julian Malek im Gästetor jedoch nicht zu, der in der Schlussphase an seine famose Leistung der ersten Hälfte anknüpfte. „Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Für uns war der Sieg hier ein großer Schritt nach vorn im Kampf um Platz sechs“, freute sich Pallach über die zwei Punkte. Während sein Kollege Brede die mangelnde Chancenverwertung als spielentscheidend ansah: „Ich kann Gegentore vom Kreis akzeptieren, wenn wir dafür den Rückraum im Griff haben. Aber wir müssen dann auch unsere eigenen Dinger machen. Gerade wenn wir das Spiel in die Breite ziehen und Chanen über außen kreieren. Da haben wir einfach zu viel verworfen“.

Statisik

mJSG: Wenderoth (7 Paraden / 24 Gegentore), Eggert (1 P. / 4 G.); Goßmann 4, Gockell, Gruber 10/1, Schuhmann, Kompenhans, Damm 1, Pregler 2, Koch, Bieber, N. Pliuto, Cejka 5, M. Pliuto 1.

VfL: Malek (18 P. / 23 G.), J. Klama (n. e.); Dayan 4/1, Bisten 1, Gonschor, Weiler 1, Dordic, N. Klama, Perey 1, Borisch, Molz 3, Pauly, Stüber 5, Toromanovic 11, Busch 2.

Z: 120 - SR: Leverkann / Rietenberg (Lage / Hannover) - Strafen: 2 : 0 Minuten – 7m: 3/1 : 2/1.

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