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Nach Spielende blieb ein ratloser Tomas Piroch, der mit fünf Toren alles dafür getan hatte, den nächsten Coup zu landen - vergeblich. (Archiv-Foto: WMK)

JBLH: Bis zum Schluss dran am Punktgewinn

Lange sah es so aus, als könne die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ihre beeindruckende Serie von Erfolgen gegen Spitzenteams der Handball-Bundesliga Staffel West fortsetzen. Doch am Ende fehlte der letzte Kick und die gastgebende HSG Neuss/Düsseldorf behielt mit 27:24 (15:14) die Oberhand. „Mit vielleicht etwas mehr Geduld und einem genauer gespielten Pass an den Kreis wäre zum Schluss sogar ein Punkt drin gewesen“, bedauerte Trainer Björn Brede die letztlich entscheidende Situation kurz vor Spielende.

Bis es so weit kam, hatten sich beide Mannschaften über die gesamte Spielzeit einen packenden Kampf auf Augenhöhe geliefert. Auch wenn die Rheinländer einen Start nach Maß erwischten und mit 4:1 in Führung gingen (8.). Alle vier Treffer gingen dabei auf das Konto von Daniel Zwarg, der anfangs überhaupt nicht gebändigt werden konnte. Erst allmählich fanden sich die Melsunger in die Partie hinein, kämpften sich durch Tore der noch am Vorabend erstmals beim Testspiel der MT-Bundesligamannschaft in Radeberg eingesetzten Jona Gruber und Tomas Piroch wieder heran und hatten nach Kevin Gockells Treffer zum 8:8 den Ausgleich geschafft (17.).

Im Anschluss übernahmen die Nordhessen bis zum 11:10 (24.) durch Jonas Goßmann sogar den Vorteil des Vorlegens. Erst eine Zeitstrafe gegen Mikulas Cejka spielte der HSG so weit in die Karten, dass sie trotz eines kurz zuvor von Zwarg gegen Glenn-Louis Eggert vergebenen Siebenmeters die Führung erneut übernahmen. Wieder war es Goßmann, der noch einmal kurzzeitig die mJSG in Führung warf, doch die holten Moritz Görgen und – natürlich – Daniel Zwarg mit seinem bereits siebten Tor bis zur Pause zurück. „Wir hatten immer wieder Phasen, in denen wir den Bock zu unseren Gunsten hätten umstoßen können“, ärgerte sich Brede über Ungenauigkeiten und fehlende Konzentration in den entscheidenden Momenten.

Die zweite Spielhälfte geriet zur Nervensache. Nach Max Biebers Ausgleich legte die HSG durch den nächsten Zwarg-Doppelschlag wieder zwei Treffer zwischen sich und den unermüdlichen Verfolger, der in der Folge immer wieder verkürzte. Aber: „Wir haben das Spiel nicht genug in die Breite gezogen. Über Außen fand zu wenig statt, innen ist uns der Gegner immer wieder in die Parade gefahren und hat unsere Angriffe unterbrochen“, fand Melsungens Übungsleiter den Grund, warum ein erneutes Egalisieren des Spielstandes nicht mehr möglich war. So blieb das Muster bis in die Schlussminute gleich: HSG legt zwei vor, mJSG verkürzt auf eins. Unterbrochen lediglich einmal, als Sebastian Barentzen zum 23:20 traf (51.) und es kurz schien, als könne die Vorentscheidung fallen.  Das verhinderte vor allem Jonas Goßmann, der in der Schlussphase zuverlässig traf. Auch von der Siebenmeterlinie zum 25:24, als nur noch knapp zwei Minuten zu spielen waren.

Die Deckung hielt, wie so oft an diesem Tag, dem rheinischen Druck stand. Die Ballgewinne zur möglichen späten Wende waren da, jedoch auf der anderen Seite auch ein Patrick Spierau im Tor. Der verhinderte schließlich den nächsten Coup der Fuldastädter, die 50 Sekunden vor Schluss und Ballbesitz ganz dicht dran waren am nächsten überraschenden Punktgewinn. Es folgte der ungenaue Pass in Richtung Kreis, der Konter zum 26:24 und, als es schon nicht mehr darauf ankam, ein weiteres Gegentor. „Die Mannschaft hat eine engagierte Partie gezeigt. In Sachen Einstellung kann man ihr keinen Vorwurf machen. Aber über 60 Minuten war unser Spiel einfach zu fehleranfällig, was die zwei durchaus möglichen Punkte letztlich verhindert hat“, ging Brede trotz der ärgerlichen Niederlage nicht zu hart mit den Seinen ins Gericht.

Statisik

mJSG: Eggert, Wenderoth; Goßmann 8/3, Gockell 2, Gruber 4, Schuhmann, Damm 2, Piroch 5, Bieber 2, N. Pliuto, Cejka 1, M. Pliuto, Koch.

HSG: Spierau, Conrad; Koch, Cristo 2/1, Thole 1, Görgen 4, Klause 1, Barentzen 7, Grieger, Skorupa 1, Zwarg 10, Rohde 1, Königs.

Z: ___ - SR: Briese / von der Beeck (Köln) - Strafen: 8 : 4 Minuten – 7m: 3/3 : 2/1.

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