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Nach dem grandiosen Sieg gegen GWD Minden war die Freude groß bei der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen. (Foto: WMK)

JBLH: 29:25 - Auch den Spitzenreiter geputzt!

Der Tabellenführer ist gestürzt! Mit einer glänzenden Mannschaftsleistung schlug die Handball-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen die hoch favorisierten Gäste von GWD Minden mit 29:25 (11:9) und schob sich mit nun ausgeglichenem Punktkonto auf den sechsten Tabellenplatz der Bundesliga-Staffel West vor. „Das war über alle Positionen ein gutes Spiel von uns. Die Mannschaft hat das weitergeführt, was sie vergangene Woche in Dormagen begonnen hat“, befand mJSG-Trainer Björn Brede nicht ohne Stolz

Wer nach fünf gespielten Minuten auf die Ergebnisanzeige schaute und dort ein 0:3 aufleuchten sah, der glaubte fast an einen Irrtum. Denn die mJSG hatte sich eigentlich nichts zu Schulden kommen lassen, ganz stark in der Abwehr gestanden und den Favoriten bereits zweimal ins passive Spiel getrieben. Aus dem der sich jeweils in allerletzter Sekunde mit einem Tor herauswinden konnte. Einzig die zwei technischen Fehler und das doppelte Scheitern von Tomas Piroch und Jonas Goßmann an Mindens Torhüter Leon Grabenstein trübten den hervorragenden Eindruck etwas.

Der Lohn für ihren Einsatz holte sich die mJSG mit etwas Verspätung. Mit weiter herausragender Deckungsarbeit, gegen die Minden phasenweise nur Simon Strakeljahn als Ideengeber wie auch Torschützen zu setzen wusste. „Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt. Unsere verletzten Rückraumspieler konnten wir nicht kompensieren“, erklärte GWD-Coach Sebastian Bagats die begrenzten Möglichkeiten des Vorjahresmeisters der West-Staffel.

Zweimal Jona Gruber sowie Jonas Goßmann und Julian Damm, glichen zum 4:4 aus (11.). Auch ein neuerlicher Zwei-Tore-Rückstand brachte die Melsunger nicht aus der Spur. Weil die Außen Maxim Pliuto und Jonas Goßmann voll ins Spiel eingebunden wurden. Das zahlte sich mit Goßmanns 7:6 und der ersten rot-weißen Führung nach 16 Minuten aus.

Ein weiterer Faktor war Björn Wenderoth im Tor. Seine Abstimmung mit der Abwehr funktionierte prächtig und auch solo gegen Simon Strakeljahn von der Siebenmeterlinie sowie beim Nachwurf des Mindener Torjägers war der mJSG-Schlussmann nicht zu überwinden. So war nicht nur die zwischenzeitliche Führung des Außenseiters verdient, sondern auch der leicht ausgebaute Vorsprung zur Halbzeit stimmiger Ausdruck dessen, was sich auf dem Feld getan hatte.

In der zweiten Hälfte ließ der MT-Nachwuchs nicht nach. Im Gegenteil übernahm die Brede-Sieben noch mehr die Initiative und leistete sich kaum einen Fehlversuch. Selbst als Minden immer offensiver deckte und das Spiel noch intensiver wurde als ohnehin schon, behielten Max Bieber und Kevin Gockell die Übersicht, stellten die Grün-Weißen vor immer neue Aufgaben und fanden die Lücken um entweder selbst durchzustoßen oder ihre Nebenleute zu bedienen. „Die zwei haben das klasse gemacht“, bekamen beide ein kleines Sonderlob vom Trainer. Zwei Tore des glänzend aufspielenden Maxim Pliuto (Brede: „Super Spiel von ihm, gerade in Unterzahlsituationen“) bedeuteten nach einer dreiviertel Stunde das 19:15.

Und es wurde noch besser. Pliutos nächster Doppelpack schraubte den Vorsprung beim 22:16 gar auf sechs Treffer hoch. „Wir mussten einfach was tun, irgendwas ändern“, erkannte Mindens Trainer. Und opferte seinen Torhüter streckenweise zugunsten eines weiteren Feldspielers. Was nach hinten losging, als Julian Damm einen gewonnenen Ball vom eigenen Kreis aus zum 24:18 verwertete (52.). Kurz zuvor war Simon Strakeljahn zum zweiten Mal an diesem Nachmittag beim Siebenmeter gescheitert, diesmal am eingewechselten Glenn-Louis Eggert, der den Leistungen von Wenderoth in nichts nachstand.

Eng drohte es noch einmal zu werden, als Lennart Theiss den 24:21-Anschluss herstellte und sich das Experimentieren von Bagats vielleicht doch noch auszuzahlen schien. Dem schob allerdings Tomas Piroch den Riegel vor. Zwei Tore des Nationalspielers zum 27:22 und ein weiterer Wurf über das Spielfeld ins wieder verlassene Mindener Tor, diesmal von Max Bieber, machten den Sensationssieg zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff perfekt.

Dass die Gäste zum Ende hin noch einmal verkürzen konnten war der abfallenden Konzentration beim Sieger geschuldet. Am hervorragenden Gesamteindruck, den die Bartenwetzer gegen den bisherigen Klassenprimus hinterließen, änderte das nichts mehr. „Natürlich ist die Niederlage ärgerlich, aber hier in Melsungen ist es kein Beinbruch zu verlieren. Mit der Abwehr war ich vor allem in der ersten Halbzeit zufrieden und Maxim Arlou hat gut gespielt in seinem erst zweiten Bundesliga-Einsatz. Wir können also auch Positives von hier mitnehmen“, gab sich Sebastian Bagats als fairer Verlierer. Während Brede auf die Frage nach dem Matchwinner sich zunächst ausweichend generell auf „die Abwehr“ festlegte, dann aber nachschob: „Nikita Pliuto hat mit Jona Gruber einen super Innenlock gestellt“.

 

Statisik

mJSG: Wenderoth (8 Paraden / 13 Gegentore), Eggert (10 P. / 12 G.), Herbst (n. e.); Piroch 3, Küllmer, Goßmann 5/3, Gockell 1, Gruber 6, Schuhmann 1, Damm 5, Koch, Bieber 2, N. Pliuto, Cejka, M. Pliuto 6.

GWD: Grabenstein (8 P. / 22 G.), Steinhauer (3 P. / 7 G.); Hermeling, Arlou 5, Ames 1, Baumgart 1, Nowatski 2, Mattausch 2, Strakeljahn 5/1, Nolting 3, Jungmann, Theiss 3, Galling 2/2, Fischedick 1.

Z: 170 - SR: Bohn / Zeller (Hamburg) - Strafen: 6 : 4 Minuten – 7m: 4/3 : 7/3.

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