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Melsungens Torhüter Björn Wenderoth war in den entscheidenden Schlussminuten hellwach, traf selbst ins gegnerische Tor und rettete der mJSG zumindest noch einen Punkt. (Foto: WMK)

JBLH: Wenderoth rettet einen Punkt gegen Hagen

Nach drei Niederlagen in Folge haben die A-Jugend-Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen immerhin einen Teilerfolg gegen den VfL Eintracht Hagen mitnehmen können. Das Bundesliga-Spiel der Staffel West endete 29:29 (12:15). Lange Zeit sahen die Gäste wie die Sieger aus, dann wuchs Torhüter Björn Wenderoth über sich hinaus und rettete mit spektakulären Paraden doch noch einen Punkt.

Ganze acht Minuten waren absolviert, da lag schon die erste Grüne Karte zur Auszeit am Sekretärstisch. Gelegt von mJSG-Trainer Björn Brede, der alles andere als zufrieden war mit dem, was seine Mannschaft bis dahin abgeliefert hatte. Auf der Anzeigetafel prangte ein 1:5-Rückstand, Julian Damm hatte schon nach zwei Minuten einen Siebenmeter ausgelassen, Tomas Piroch und Jona Gruber aus dem Rückraum Fahrkarten geworfen. Es erinnerte viel an die letzten Niederlagen, die allesamt auf einer schwache Anfangsphase basierten.

Diesmal fruchtete der frühe Weckruf. Weil Kevin Gockell zweimal beherzt in die Deckung eintauchte und auf 4:5 verkürzte. In der Folge brachten sich die Gäste selbst um den Lohn ihrer starken Anfangsphase. Die rustikale Gangart bekam Julian Damm zu spüren, der nach dem Würgegriff von Ole Grewel minutenlang nach Luft rang. Tom Bergener kassierte nach dem Bodycheck, ebenfalls gegen Damm, schon nach 18 Minuten seine zweite Bankstrafe. Diese ausgedehnte Überzahlphase nutzte die mJSG, um die Führung mit 8:7 zu übernehmen (19.).

Lange hielt das jedoch nicht. Hagens Spielmacher Rico Gutschlag war nicht unter Kontrolle zu bringen und traf entweder selbst oder fand Bergener am Kreis. Je zwei Tore von Gruber und Piroch genügten nicht, um die Begegnung bis zur Pause ausgeglichen zu halten. Zu fehleranfällig das Spiel nach vorn, zu langsam das Zupacken am eigenen Kreis. „Es war die taktische Aufgabe, Tim Küppers rauszunehmen und den Kreis abzudecken. Das haben wir nicht geschafft“, sah Brede die Versäumnisse überwiegend im Abwehrbereich. Was prompt zu zwei Strafen führte, die Hagen seinerseits nun nutzte, um mit einer wieder deutlicheren Führung in die Kabine zu gehen.

Nach Wiederbeginn tat sich nicht viel am Spielverlauf. Mit Luca Schuhmann und Nikita Pliuto kamen neue Kräfte von der Bank, vermochten aber keine entscheidenden Impulse zu geben. Zwar trugen sich beide umgehend in die Torschützenliste ein, an der insgesamt schwachen Abwehrleistung änderte sich nichts. Hagen hatte wenig Probleme, immer wieder vorzulegen, Melsungen blieb lediglich das Nachziehen (17:20, 39.).

Wenig später schien die Vorentscheidung gefallen. Zwei Tore von Ole-Richard Grewel ließen den Rückstand auf 19:24 anwachsen (47.). Dann schien wieder eine Strafe alles zu verändern. Tim Küppers musste runter, den fälligen Siebenmeter brachte Jonas Goßmann unter. Zwei Ballgewinne in der Abwehr und schnelle, platzierte Würfe von Jona Gruber ins zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassene Hagener Tor bedeuteten das 22:24 (49.). Es war die Chance, die Partie komplett zu drehen, doch sie wurde vergeben. Moritz Witte und zweimal Tim Küppers, ebenfalls in Überzahl weil jetzt Jonas Goßmann draußen saß, legten wieder vier Tore dazwischen (23:27, 53.).

War’s das für die Hoffnung auf zwei Punkte für die Gastgeber? Nein! Zwei sensationelle Paraden von Björn Wenderoth im Tor der nach Ole Pregler uns Jonas Goßmann zum 27:28 selbst ins Gehäuse der Gäste traf. Es folgte Wenderoths dritte Glanztat und Mikulas Cejkas Einzelleistung zum Ausgleich. „Unser junges Team kann dem Druck noch nicht standhalten“, sagte VfL-Trainer Ralf Heinemann. Zwei Minuten vor Schluss war nun wieder alles drin, zumal der Melsunger Block für Ballbesitz sorgte. Aber zu mehr als je einem verwandelten Siebenmeter auf beiden Seiten kam es nicht mehr.

So reichte es immerhin noch zu einem Zähler in einem Spiel, das bereits verloren schien. Dennoch konnte sich Melsungens Coach nicht wirklich freuen: „Ich will meiner Mannschaft das Engagement nicht absprechen. Sie haben in der zweiten Hälfte wirklich gekämpft“, suchte er noch die positiven Aspekte der Partie heraus. Während sein Hagener Kollege bedauerte, „dass wir uns nicht für unsere gute Leistung belohnt haben“.

 

Statisik

mJSG: Eggert (5 Paraden / 15 Gegentore), Wenderoth (1 Tor, 7 P. / 14 G.); Piroch 6, Goßmann 5/5, Gockell 2, Gruber 5, Schuhmann 1, Damm 3, Pregler 1, Koch, Bieber 2, N. Pliuto 2, Cejka 1, M. Pliuto.

VfL: Vogt (8 P. / 28 G.), Mossuto (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Gröne, Skupin 5, Witte, Ruppel, Rüggeberg 1/1, Jukic 3, Bergner 4, Gutschlag 9/4, Grewel 2, Allendörfer, Küppers 5/1.

Z: 120 - SR: Friedel / Herrmann (Aue) - Strafen: 16 : 18 Minuten – Disqualifikation: Damm (mJSG, 3x2 Min.) – 7m: 6/5 : 6/6.

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