News

Kein Durchkommen: Kevin Gockell wird von den Nettelstedtern Jonas Mündemann und Jan Grzesinski in die Zange genommen. Robert Indeche (links) und Julian Damm (rechts) beobachten die Szene. (Foto: WMK)

JBLH: Erneut die erste Hälfte verschlafen

Die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen kehrte mit einer ernüchternden 20:29 (7:16)-Pleite vom Gastspiel bei der JSG NSM-Nettelstedt zurück. „Ich bin von meiner Mannschaft hochgradig enttäuscht“, sagte der konsternierte Trainer Björn Brede. Über die gesamte Spielzeit fehlte die nötige Konsequenz in den Aktionen sowie Kommunikation, gerade hinten im Deckungsbereich.

Ohne die fehlenden Jona Gruber, Luca Schuhmann und Max Bieber (alle Klassenfahrt) waren Abstimmungsprobleme im Rückraum nicht zu übersehen. Erst recht, weil Nettelstedts Abwehr von Beginn an kompromisslos und offensiv in die Kombinationen und Kreuzungen der Nordhessen hineinging und sich so Ball um Ball für ihre eigenen schnellen Gegenstöße holte. Dieses Engagement fehlte bei der mJSG, so dass insbesondere Linkshänder Marvin Mundus immer wieder fast unbedrängt zum Abschluss kam.

Als Trainer Björn Brede nach nur neun Minuten die erste Grüne Karte legte, lag seine Mannschaft schon 1:7 hinten, hatte einen Siebenmeter vergeben und sich einen technischen Fehler nach dem anderen geleistet. Es wurde nach seiner recht lauten Ansprache („Werdet mal wach jetzt!“) zwar besser, aber längst nicht gut. Die Gastgeber drückten weiter aufs Tempo und nutzten praktisch jeden Fauxpas zum Torerfolg.

Erst als Björn Wenderoth beim Stand von 4:12 den glücklosen, aber von seinen Vorderleuten auch vollkommen allein gelassenen Glenn Eggert im Tor ablöste und sich Maxim Pliuto intensiv um Mundus „kümmerte“, kam nach knapp 20 Minuten auch mehr Leben in die übrige Deckung. Kurzzeitig sah es nach Tomas Pirochs 7:13 (22.) so aus, als könne sich Melsungen wieder heranschieben. Das verhinderte aber Nettelstedts Torhüter Mats Grzesinski, der seinen Kasten fortan regelrecht zunagelte. „Das war eine richtig gute Halbzeit von uns mit einem überragenden Torwart“, freute sich NSM-CoTrainer Hans-Georg Borgmann.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie zum großen Schlagabtausch der Keeper. Björn Wenderoth und Mats Grzesinski überboten sich gegenseitig mit teils sensationellen Paraden. Immer wieder schien es, als ginge doch nochmal was für die Gäste. So auch nach Jonas Goßmanns 11:18 (43.). Doch kaum klappten einmal zwei, drei Spielzüge, kamen prompt die nächsten Fehler und die Ostwestfalen zogen zwischenzeitlich sogar auf zehn Tore weg „Meine Spieler waren einfach nicht in der Lage, unsere taktischen Vorgaben umzusetzen. Und irgendwann haben sie sich sicher auch vom gegnerischen Torhüter entmutigen lassen“, ereiferte sich Brede.

Nachdem Julian Damm, bei dem sich Licht (Angriff) und Schatten (Abwehr) die Waage hielten, mit fünf Toren in Folge sowie Kevin Gockell und Tomas Piroch erneut auf 18:25 verkürzt hatten (55.), keimte noch einmal die Hoffnung auf ein besseres Resultat. Was letztlich an den alten Fehlern scheiterte: vorn zu einfallslos und mitunter eigensinnig, hinten ohne den nötigen Zugriff. „Ich erwarte, dass meine Spieler nach dieser Pleite auch mal selbstkritisch sind“, forderte Brede schon kurz nach dem Abpfiff indirekt eine Reaktion im kommenden Heimspiel gegen Eintracht Hagen ein. Während Nettelstedt ausgelassen feierte und Borgmann sich freute, dass seine Jungs „um jeden Ball gefightet und ganz am oberen Limit gespielt“ hatten.

 

Statisik

mJSG: Eggert (0 Paraden / 12 Gegentore), Wenderoth (12 P. / 17 G.); Piroch 4, Küllmer 1, Fuchs, Goßmann 3/1, Gockell 3, Damm 7/1, Pregler 1, Koch, N. Pliuto, Cejka 1, M. Pliuto.

JSG: M. Grzesinski (18 P. / 20 G.), Wesemann (n. e.); Indeche, Bretz, Schmidt 2/1, Mundus 10/2, Mündemann 6, Finke 3, Grote 1, Krassort 2, Schulz, Thielking 2, Eliasmöller 2, J. Grzesinski 1.

Z: 100 - SR: Brandt / Thies (Vlotho) - Strafen: 8 : 6 Minuten – 7m: 3/2 : 3/3.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas