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Er war nicht zu stoppen: Christian Damm schiebt Jannik Bitter nach hinten, macht nach vorn die Lücke zu André Krouhs auf und schafft sich so den Raum für seinen nächsten Treffer. (Foto: WMK)

Landesliga: Als einziges Team noch ohne Punktverlust

Mit ihrem 36:30 (16:13)-Sieg bei der HSG Twistetal hat die MT Melsungen II die Punkte fünf und sechs in der Handball-Landesliga Nord eingefahren und führt die Tabelle nach drei Spieltagen als einziges Team noch ohne Punktverlust an. „Ich bin sehr erleichtert. Wir waren doch sehr angespannt vor der Begegnung“, schnaufte Trainer Georgi Sviridenko durch.

Gedanken um den Ausgang der Partie musste er sich eigentlich nur in der Anfangsviertelstunde machen. Denn da überzeugte der Aufsteiger mit schwungvollem und schnellem Angriffsspiel. Genau das, was die Bartenwetzer eigentlich unterbinden wollten. Was schwierig war, denn vor allem HSG-Spielmacher Nico Isenberg sorgte immer wieder für Tempo, narrte die MT-Deckung mit überraschenden Ablagen auf seine Mannschaftskameraden oder traf selbst mit verdeckten Würfen, die Fabian Meyfarh im Tor viel zu spät kommen sah.

So führten die Gastgeber nach sechs Minuten mit 4:2 und hatten bis zum 6:5 (11.) die Nase knapp vorn. Was Sviridenko zum Umstellen zwang. Christopher Barth spielte offensiv bärenstarkund hatte bis dahin auch schon dreimal getroffen, aber in der Abwehr passte es nicht. Die Chance für Lukas Dexling, der es aber auch nicht schaffte, den bulligen Kreisläufer Steffen Fingerhut am Freisperren der Wurfkorridore zu hindern.

Zwar ging die MT mit Max Preglers 7:6 erstmals in Führung (13.), vermochte sich aber noch nicht abzusetzen. Erst dank der Übersicht von Eugen Gisbrecht, der die Angriffe langsam entwickelte, immer wieder zum Kreis auflöste und auch aus der Nahwurfzone traf, sorgten die Gäste für etwas Abstand. „Das Verschleppen des Tempos war beabsichtigt. Wir wollten bewusst immer wieder bis an die Grenze der Passivität gehen, um Twistetal den Schwung zu nehmen. Das haben wir auch prima geschafft“, lobte Melsungens Übungsleiter die Geduld und Disziplin seiner Mannschaft, die den einmal erarbeiteten Vorsprung mit in die Pause nehmen konnte.

Direkt nach dem Wechsel drückte die HSG wieder stärker, wollte verstärkt in Zweikampfsituationen kommen. „Wir mussten was versuchen, nachdem das seitliche Verschieben unserer 3:2:1-Deckung nicht geklappt hatte. Aber wir haben einfach keinen Zugriff auf die Angreifer bekommen“, klagte HSG-Coach Dirk Wetekam. Immerhin blieb die Partie aus seiner Sicht noch bis zum 17:19 durch Nico Isenbergs Siebenmeter (36.) offen.

Eine Zeitstrafe gegen Luca Hagemann brachte die Vorentscheidung. Denn spätestens mit dieser Unterzahlsituation wurde Christian Damm zum Faktor. Zweimal traf der Kreisläufer, mit dem auch hinten im Deckungszentrum endlich Ruhe einkehrte, einmal Max Pregler – Melsungen war plötzlich mit fünf Toren weg. „Die haben einfach die Ruhe bewahrt, wir dagegen sind hektisch geworden“, erkannte Wetekam. Ohne daran etwas ändern zu können. Schon nach 45 Minuten zog er seine dritte und letzte Grüne Karte. Da führte die MT bereits mit 28:20 und war längst auf die Siegerstraße eingebogen.

Vlad Avram erzielte mit seinem 31:22 zehn Minuten vor Schluss die höchste Führung des Abends. Er kommt im Spiel ohne das gewohnte Harz an den Fingern mittlerweile immer besser in Schwung und bekam für seinen gefühlvollen Heber sogar vom lautstarken, aber immer angenehm fairen Twistetaler Publikum anerkennenden Beifall. Die HSG stellte noch einmal um, versuchte es zeitweise mit einer 1:5-Abwehrformation. „Damit haben wir es zumindest teilweise geschafft, Melsungen wieder zu fordern“, sagte Wetekam. Allein: am weiter deutlichen Rückstand änderte es nichts.

Dafür sorgte vor allem der Mann der zweiten Hälfte: Christian Damm. Der war zu keiner Zeit unter Kontrolle zu bringen und  traf selbst aus Bedrängnis noch zuverlässig ins Netz (34:26, 56.). Wie überhaupt die Fehlerquote im Abschluss bei den Melsungern mit zunehmender Spieldauer gegen Null ging und sich erst in den letzten fünf Minuten minimal bemerkbar machte. Da war die Partie aber auch schon längst entschieden und die nachlassende Konzentration nachvollziehbar.

Am Ende war nicht einmal Dirk Wetekam wirklich unzufrieden mit der durchaus respektablen Leistung seiner Truppe. „Wir hatten einfach zu wenig Körper entgegenzusetzen. Fast alle Melsunger haben schon höherklassig gespielt, wir kommen aus der Bezirksoberliga. Wenn man da einmal mit vier oder fünf hinten liegt, kann man kaum zurückkommen“, erkannte der ehemalige Melsunger die Überlegenheit der Fuldastädter an. Georgi Sviridenko sparte nicht mit Lob für die Seinen: „Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie hat all das umgesetzt, was wir uns erarbeitet hatten. Unsere versetzte 5:1-Abwehr hat funktioniert, der Verzicht auf die zweite Welle zu Gunsten eines ruhigen Spielaufbaus war genau das richtige Mittel. Insgesamt war das eine richtig tolle Vorstellung und ich bin rundherum zufrieden“, bilanzierte der MT-Coach.

Statistik

MT II: Meyfarth (13 Paraden, 30 Gegentore), Frohmüller (n. e.); Hagemann, Schuldes 2, Avram 5, Bärthel 2, Damm 7, Pregler 8/3, Bruns, Gisbrecht 8/2, Hartung, Dietrich, Dexling 1, Barth 3.

HSG: Ziegler (5 P. / 12 G.), Mettenheimer (0 P./ 5 G.), P. Fingerhut (5 P./ 19 G.); Fait 2, Isenberg 6/3, L. Fingerhut 1, Happe 4, Krouhs 4, S. Fingerhut 1, Bitter 1, Pohlmann 3, Sturm 4, Werner, Wachs 4.

Zuschauer: 300 – Schiedsrichter: Morres / Höhl (Rosbach) – Strafen: 4:0 Minuten – Siebenmeter: 6/5:4/3.

 

 

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