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Das nächste Stück Zukunft aus eigenen Reihen für die MT? Cheftrainer Michael Roth ist von den Fähigkeiten der beiden A-Jugendlichen Tomas Piroch (links) und Jona Gruber (rechts) überzeugt. (Foto: WMK)

JBLH: "Sie können wiederkommen" - Die nächsten Talente auf dem Sprung

Johannes Golla hat den Anfang gemacht, ist vorletzte Saison über die Leistung aus der A-Jugend geradewegs in den Profikader der MT Melsungen gesprungen und hat sich dort inzwischen als Stammkraft etabliert. Aus der im Sommer abgelaufenen Spielzeit heraus waren Dimitri Ignatow und Fin Backs stark genug, sich mit einem Profivertrag der MT im Rücken über ein Zweitspielrecht in der 2. Bundesliga bei Eintracht Hildesheim weiter entwickeln zu können. Beide waren erst kürzlich wieder einmal im MT-Training dabei und erhielten in diesen Tagen Einladungen zur neu formierten U20-Nationalmannschaft des DHB.

Nun stehen mit Tomas Piroch und Jona Gruber die nächsten beiden Spieler aus dem Melsunger Jugendbundesligateam auf der Schwelle zu höheren Weihen. Beide erhielten von MT-Cheftrainer Michael Roth die Möglichkeit, sich im Training der Profis zu beweisen. Das Besondere daran:  Tomas und Jona sind noch keine 18 Jahre alt und gerade in ihrem ersten A-Jugendjahr.  „Es ist wichtig, sich früh und rechtzeitig um die Jugend zu kümmern“, sagt Roth dazu. Und fühlt sich bestätigt in Sachen Einladung: „Sie haben einen guten Eindruck hinterlassen, sind beide spielerisch stark“, urteilt er nach den ersten gemeinsamen Einheiten.

Nicht nur den Spielern tut diese Auszeichnung gut. „Das ist eine Wertschätzung unserer Arbeit. Es hilft uns auch, weil es ein positives Signal an alle Jugendlichen ist. Es signalisiert, dass bei Fleiß im Training, vorhandener Technik und guten körperlichen Voraussetzungen nicht nur von Eventualitäten gesprochen wird, sondern ein Aufrücken tatsächlich möglich ist“, freut sich Björn Brede, der die beiden in der A-Jugend trainiert. Immerhin überzeugt die Jugendabteilung der MT inzwischen mit Regelmäßigkeit in der Ausbildung echter Talente. Neben den beiden Rückraumspielern kam auch Torhüter Glenn-Louis Eggert schon in den Genuss von Trainingseinheiten bei den Profis.

Für Tomas Piroch und Jona Gruber kam die Einladung überraschend. „Ich habe das erst gar nicht richtig realisiert, mich dafür hinterher dann umso mehr gefreut“, gibt Jona zu. Er spielte bis vor wenigen Monaten noch für Eintracht Baunatal. Als sich sein altes Team nicht für die JBLH qualifizieren konnte, machten sich die VW-Städter selbst stark für seinen Wechsel nach Melsungen. „Wir sind in permanenten Gesprächen mit der MT. Man muss perspektivisch denken. Top-Talenten, wie Jona eines ist, muss die Tür nach oben immer offen gehalten werden. Schafft es ein Spieler, haben wir auch unseren Anteil daran. Schafft er den ganz großen Sprung nicht, bekommen wir vielleicht einen super qualifizierten und weiterentwickelten Spieler für unsere Drittliga-Mannschaft zurück“, erklärt Baunatals Handball-Abteilungsleiter Claus Umbach diese in der Branche nicht unbedingt selbstverständliche Sicht- und Handlungsweise. Seine Einschätzung bezüglich der besten Adresse für die Ambitionen seines nun ehemaligen Schützlings hat sich als goldrichtig erwiesen. Schon jetzt, nach nur kurzer Zeit, fühlt sich Jona „toll aufgenommen und hervorragend unterstützt von der MT Melsungen“, wie er betont.

Tomas erhielt die Nachricht während schulischer Prüfungen in Tschechien von seinem Vater überbracht. Was nicht frei war von Emotionen, denn der hat in seiner aktiven Zeit sowohl in Frankreich als auch in Deutschland (Coburg) jeweils in der 2. Liga gespielt und war für seinen Sohn der Antrieb, es im Ausland zu versuchen. „Sicher hat man sowas im Hinterkopf. Dass ich ihn praktisch überholt habe und jetzt mit 17 sogar schon in einem Erstligateam mittrainieren kann, macht mich stolz“, freut sich der Jugendnationalspieler.

Im Kopf verändert, das sagen sie übereinstimmend, hat sie das alles nicht. „Wir sind im Training dabei, das ist eine große Ehre und ja, irgendwo ist es schon geil. Aber mehr ist es eben noch nicht“, sagen sie übereinstimmend. Und Tomas ergänzt: „Es ist sehr früh, das schon im ersten A-Jugend-Jahr zu erleben“. Eine Zurückhaltung neben der Auslinie, die auf dem Trainingsparkett nicht zu erkennen ist. Im Gegenteil! „Sie sind voll dabei und halten prima mit“, lobt Roth. Und Julius Kühn, mit dem beide unter Anleitung von Co-Trainer Mile Malesevic ein spezielles Wurftraining absolvierten, war ebenfalls angetan: „Sehr positiv, wie viel Selbstvertrauen sie zeigen“.

Die Spielberechtigung für den Erwachsenenbereich ist pro Forma bereits eingeholt. Was nicht heißt, dass sie nun schon echte Optionen wären. Jetzt geht es nach einer ereignisreichen und sehr anstrengenden Woche für Jona Gruber erst einmal auf Klassenfahrt in Richtung Kroatien, für Tomas Piroch mit der A-Jugend zum JBLH-Punktspiel nach Nettelstedt. Aber: „Sie sind für mich ab sofort im Perspektivkader“, sagt Michael Roth. Und, noch wichtiger: „Sie können gern wiederkommen“.

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