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Max Bieber kam bei Rückstand von der Bank und führte die Melsunger mit drei Toren bis zur Pause wieder heran. Die Niederlage verhindern konnte er letztlich auch nicht. (Foto: WMK)

JBLH: Gute Leistung bis zur Pause genügte nicht

Eine Halbzeit lang bot die Bundesliga-A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen dem Bergischen HC Paroli. Das genügte aber nicht, um die beiden Punkte zu behalten. Mit 26:34 (14:14) stand im Gegenteil ein Ergebnis an der Anzeigetafel, das selbst Gästetrainer Jens Sieberger als „um einige Tore zu hoch“ einstufte.

Dabei dominierten die Gastgeber hoch konzentriert die ersten Minuten. Stark in der Abwehr, zielstrebig im Angriff – noch ehe die Bergischen so richtig ins Spiel gefunden hatten, führte die mJSG schon mit 4:2 (6.). Angetrieben von Spielmacher Jona Gruber, der selbst zweimal erfolgreich war und mit Glenn-Louis Eggert, der zwischen den Pfosten ein sicherer Rückhalt war.

Erst als sich Emil Olbertz im Tor des BHC ebenfalls steigerte und seine Abwehr aufmerksamer zu Werke ging drehte die Partie. Insbesondere Alexander Weck fand die Lücken in der rot-weißen Deckung und traf: dreimal hintereinander zur 5:6 (11.), was seine Mannschaftskollegen bis auf vier Tore Abstand ausbauten (6:10, 18.). „Unser Tempo hinten heraus hat mir ja gefallen, aber es waren einfach zu viele Fehler im Aufbau dabei“, ärgerte sich Melsungens Trainer Björn Brede.

Der Vorsprung des BHC schmolz schnell wieder ein. Weil der von der Bank kommende Max Bieber mächtig aufdrehte und mit tollen Einzelaktionen die Bergische Abwehrreihe ein ums andere Mal düpierte. Er traf ebenfalls dreimal, einen Treffer steuerte Tomas Piroch bei, den Ausgleich machte Jonas Goßmann (11:11, 26.). Ein verworfener Siebenmeter und erneut zwei Fehler im Spielaufbau verhinderten jedoch die Führung zur Pause. „Solche Nachlässigkeiten darf man sich auf diesem Niveau nicht erlauben“, schimpfte Brede.

Das rächte sich nach Wiederbeginn auch prompt. Zweimal Tim Gamradt über die rechte Außenbahn und die Solinger waren sofort wieder im Vorteil. Wirkten zudem entschlossener und benötigten für ihre Torerfolge weit weniger Zeit und Kraft als die Hausherren. Die zwar wesentlich mehr investieren mussten, aber dran blieben, weil Julian Damm vom Kreis keine Nerve zeigte (19:20, 40.). „Wir hatten zwar eine gute Wurfquote im Angriff, aber mit Damm hatten wir schon einige Probleme“, gab Sieberger zu.

Eine Strafe gegen Jona Gruber kostete die mJSG schließlich Anschluss. Eric Böhnke, Yannick Funccius und einmal mehr Alexander Weck trafen hintereinander zum 19:23 (44.) und zwangen mJSG-Trainer Björn Brede zur Auszeit. Die verpuffte trotz der anschließend wieder wesentlich engagierterer Abwehrarbeit, weil im Angriff weiter zu ungeduldig agiert wurde. Das führte zu schlecht vorbereiteten Würfen, die allesamt Beute von Emil Olbertz wurden. Erst ein Doppelpack von Tomas Piroch brach den Bann. Die nächste Auszeit war die Folge, diesmal von Jan Sieberger genommen (21:24, 47.).

Es war das letzte echte Aufbäumen der Melsunger. „In den Schlüsselszenen wurden die entscheidenden Zweikämpfe verloren, bei manchen leichtfertig vergebenen Chancen war das Tor im Kopf schon erzielt, bevor der Ball die Hand verlassen hatte“, bilanzierte ein enttäuschter Melsunger Trainer. Je weiter die Hausherren hinten aufmachten, um noch etwas bewegen zu können, umso schmerzhafter liefen sie in die Konter der Gäste. „Ich hätte nie erwartet, dass es bei uns so rund läuft“, freute sich der erleichterte Jens Sieberger. Während Brede den Grund für die Niederlage in vier Worten zusammenfasste: „viel zu hohe Fehlerquote“.

 

Statisik

mJSG: Eggert (11 Paraden / 24 Gegentore), Wenderoth (3 P. / 8 G.); Piroch 6, Küllmer, Goßmann 4/2, Gockell 1, Gruber 4, Schuhmann 1, Damm 5, Koch, Bieber 3, N. Pliuto, Cejka 2, M. Pliuto.

BHC: Olbertz (1 Tor, 15 P. / 26 G.), Schneppel (n. e.); Funccius 4/1, Richartz 1, Neher 7, Nitsche, Gusewski, Weck 9, Leppich, Pusch, Becher 5, Gamradt 3, Boehnke 4, Radermacher.

Z: 130 - SR: Bertram / Deyer (Mainz) - Strafen: 10 : 8 Minuten – 7m: 3/2 : 2/2.

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