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MT2-Spielmacher Eugen Gisbrecht führte nicht nur klug Regie, sondern steuerte auch elf Tore zum gelungenen Saisonstart bei. (Foto: WMK)

Landesliga: Souveräner Auftaktsieg der neu formierten "Zweiten"

Die fast völlig neu zusammengestellte MT Melsungen II hat ihre Feuertaufe in der Handball-Landesliga Nord souverän bestanden. Mit 30:24 (16:11) feierten die Bartenwetzer einen verdienten Sieg bei der TG Rotenburg. „Zufrieden mit leichten Abstrichen“ zeigte sich Trainer Georgi Sviridenko nach dem Abpfiff und war sichtlich erleichtert, denn: „Ein Sieg als Auftakt für eine neue Saison ist immer das Wichtigste“.

Einige der Abstriche, die er am Erfolg machte, bezogen sich, nicht ganz unerwartet, auf die Anfangsviertelstunde. Da wirkte Melsungen kurzzeitig noch nicht richtig angekommen, ließ im Vorwärtsgang die nötige Präzision vermissen und fand hinten nur schleppend Zugriff auf Rotenburgs Kreisläufer Phillip Debus, der gleich drei Treffer zur 6:4-Führung der Gastgeber beisteuerte (11.). „Trotzdem war das in Ordnung, wir haben bewusst mit ganz viel Geduld gespielt und wollten in jedem Fall ruhig bleiben, gerade bei vielleicht kniffeligen Entscheidungen. Das hat so auch geklappt“, bilanzierte Sviridenko.

Nach einer Auszeit lief es dann recht schnell besser. Es war mehr Tempo drin, die Zuspiele kamen genauer und Zweikämpfe wurden nicht nur gesucht, sondern auch gewonnen. Insbesondere Eugen Gisbrecht und Max Pregler warfen ihre Erfahrung in die Waagschale und drehten die Parte zum 11:8 (23.). Eine Zeitstrafe gegen Sebastian Bruns sorgte kurzzeitig noch einmal für etwas Unruhe im Deckungsverbund, so dass Rotenburg bis auf ein Tor aufschließen konnte. Dann war die MT jedoch wieder dran und kam über drei feine Treffer von Rechtsaußen Igor Schuldes zu einer klaren Halbzeitführung.

Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Hausherren zunächst noch gut mit. „Ich wollte mit neuen Spielern neue Impulse setzen, aber das hat nicht so geklappt wie gedacht“, notierte Melsungens Übungsleiter auf seiner Mängelliste. Das traf allerdings nicht auf Lukas Dexling zu. Der A-Jugendliche musste nach Christoph Barths Fußverletzung gleich in der ersten Angriffsaktion nach Wiederbeginn voll ran und löste seine Aufgaben sowohl vorn am Kreis als auch hinten in der Innenverteidigung neben Max Pregler gut.

Verlass war erwartungsgemäß auf die Stammkräfte. Vor allem Eugen Gisbrecht lief in zweiten Durchgang zu Höchstform auf. „Er hat das Spiel klug geführt und immer die richtigen Entscheidungen getroffen“, freute sich sein Trainer. Zwei Tore des Regisseurs zum 24:16, dann waren noch Max Pregler und Alexander Bärthel dran – nach 46 Minuten war die MT auf zehn Treffer Differenz enteilt und steuerte geradewegs auf einen Kantersieg zu.

Das verhinderte dann jedoch Rotenburgs Coach Robert Nolte. Der ordnete eine kurze Deckung gegen Pregler an und initiierte damit einen weiteren Punkt auf Sviridenkos To-Do-Liste: „Wir hatten damit gerechnet und uns auch darauf vorbereitet. Jetzt wissen wir, dass wir noch einiges dabei verbessern müssen“. Und noch eine weitere Kleinigkeit passte nicht: „Im Tempospiel waren unsere Außen gut, wurden aber im Positionsspiel einfach zu wenig eingesetzt“.

Allerdings, und da waren sich auch die 200 Zuschauer in der gut gefüllten Großsporthalle einig, täuschten diese Versäumnisse nicht darüber hinweg, dass die MT Melsungen II dann doch sehr schnell in der Landesliga angekommen ist. Rechnet man das vorhandene Steigerungspotential noch mit ein, sollte die Mannschaft nach einer angemessenen Findungsphase den angestrebten Platz im Vorderfeld der Tabelle realisieren können. Einziger Wermutstropfen des Abends blieb damit die Verletzung von Christoph Barth, sportlich war (fast) alles im grünen Bereich.

Statistik

MT II: Meyfarth (13 Paraden, 23 Gegentore), Frohmüller (bei einem Sieenmeter, 0 P./ 1 G.); Hagemann 1, Schuldes 4, Avram 1, Bärthel 1, Damm, Pregler 8, Bruns, Gisbrecht 11/2, Hartung, Dietrich, Dexling 2, Barth 2.

TGR: Dick (4 P. / 13 G.), Drazen (8 P./ 17 G.); Harbusch 2, Einhorn 4/1, Gerlich 1, Debus 4, T. Balic 4, Golkowski 2, B. Balic 4/1, Ebenhoch, D. Holl 2, J. Holl, Janotta 1.

Zuschauer: 200 – Schiedsrichter: Czmok / Radewald (Mainz / Hochheim) – Strafen: 8:10 Minuten – Siebenmeter: 2/2:3/2.

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