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Melsungens Trainer Georgi Sviridenko steht vor der Aufgabe, in einer neuen Klasse eine fast komplett neue Mannschaft aufzubauen. (Foto: WMK)

Landesliga: Runderneuerte MT II vor neuer Herausforderung

Mit einer fast komplett neuen Mannschaft startet die MT Melsungen II am kommenden Wochenende bei der TG Rotenburg (Samstag, 16.30 Uhr, Großsporthalle Rotenburg/F.) in die neue Saison. Und nicht nur das: auch die Spielklasse ist eine neue. Denn nach dem unglücklichen Verlauf der vergangenen Oberliga-Runde ist nun erst einmal wieder die Landesliga Nord angesagt. Natürlich mit dem Blick weiterhin nach oben, jedoch auch in dem Bewusstsein, dass ein runderneuertes Team nicht aus dem Stand Wunderdinge vollbringen kann. Über den aktuellen Stand und die künftige Ausrichtung stand Trainer Georgi Sviridenko Rede und Antwort.

Georgi, was ist in der Sommerpause passiert, wie hat sich die neue Mannschaft gefunden?

Wir haben nach der letzten Saison gleich eine erste Trainingsphase angehängt, in der neben den vier verbliebenen Spielern Fabian Meyfarth, Eugen Gisbrecht, Alexander Bärthel und Christian Damm mit Max Pregler, Vlad Avram und Sebastian Bruns schon einige Neue dabei waren. Nach und nach kamen die anderen dazu, was den Prozess entzerrt und problemloser gemacht hat. Außerdem gibt es viele Querverbindungen zwischen den Spielern, so dass niemand wirklich komplett ohne Bindung dazugekommen ist.

Wie kann das sein bei so vielen Neuen, die zum Teil aus Südniedersachsen dazu stoßen?

Das täuscht. Spieler wie Max Pregler und Philip Hartung sind nicht neu, sondern kommen zur MT zurück. Mit Luca Hagemann, Laurien Goujard, Lukas Dexling entwickeln wir eigene Jugendliche in den Erwachsenenbereich weiter, Marcel Dietrich rückt aus unserer eigenen Dritten auf. Vlad Avram hat in Rosdorf gespielt, ist aber Melsunger und wohnt hier, seit er vor über zwei Jahren nach Deutschland kam, Sebastian Bruns ist gebürtiger Homberger, Igor Schuldes hat über seinen Bruder, der bis letzte Saison noch in unserer Jugend spielte, viel vom Verein mitbekommen. Igor hat zudem mit Christopher Barth in Duderstadt zusammen gespielt, mit Lukas Frohmüller zuvor beim SVH Kassel. Wichtig bei der Zusammenstellung war uns, dass wir jetzt alle dichter um Melsungen herum wohnen und damit niemand mehr weite Wege zum Training hat.

Hat sich mit den neuen Spielercharakteren etwas an der Ausrichtung der Mannschaft verändert?

Wichtig ist erst einmal, dass sich die Mannschaft untereinander sehr gut versteht. Fabian, Eugen, Alexander und Christian haben das Zusammenkommen durch ihre menschliche Art sehr unterstützt und gefördert. Die gute Stimmung, die sich daraus entwickelt hat, soll sich natürlich auch auf dem Feld positiv auswirken. Insgesamt sind wir variabler geworden. Das trifft auf die Offensive genauso zu wie auf die Defensive.

Wie lässt sich das an System und Spielern festmachen?

Letzte Saison waren wir sehr abhängig von der Form und Treffsicherheit unserer beiden Halben im Rückraum. Wenn sie ihre Tore gemacht haben, war alles gut. Fielen sie aus, hatten wir Probleme. Außerdem waren unsere Spieler sehr positionsgebunden. Jetzt sind wir viel variabler. Mit Max Pregler ist eine ganz andere Qualität vorhanden. Er kann vom Spielmacher über die Halbpositionen bis zum Kreis praktisch alles spielen. Vlad Avram ist ein torgefährlicher Linkshänder, der auch über Rechtsaußen Gefahr ausstrahlen kann. Sebastian Bruns spielt ebenfalls alle Positionen im Rückraum. Es wird jetzt viel mehr rochiert. In der Abwehr ist das ähnlich. Mit Max im Innenblock ist unsere Deckung stabiler geworden. Daneben ist Christopher Barth ebenso eine Option wie Christian Damm, der nach seiner schweren Verletzung zurückkommt oder Sebastian Bruns.

Wie wird das Spiel denn aussehen, das diese Mannschaft auf die Platte bringen soll?

In jedem Fall schnell und attraktiv. Mit Alexander Bärthel, Igor Schuldes, Philip Hartung und Laurien Goujard, der sich zum Ende der Vorbereitung leider verletzt hat und erst einmal ausfallen wird, haben wir schnelle Außen, die nach Ballgewinnen über Gegenstöße oder die erste Welle gefährlich sind. Auch Marcel Dietrich und, wie schon erwähnt, Vlad Avram können die Außenbahnen besetzen. Dazu muss natürlich die Abwehr funktionieren. Wir werden da nicht nur defensiv in der 6:0-Formation stehen. Offensivere Varianten, zum Beispiel mit Sebastian Bruns und Lukas Dexling innen, sind möglich bis hin zu speziellen Einzelaufgaben, für die sich Luca Hagemann regelrecht aufdrängt. Er ist in der Lage, Gegenspieler fast komplett zu neutralisieren. Diese Vielseitigkeit ist wirklich eine neue Qualität der Mannschaft.

Weg von der Mannschaft, hin zur Liga. Wie weh tut es, nicht mehr Oberliga zu spielen?

Natürlich tut das weh. Aber es ist eben so und wir stellen uns der neuen Aufgabe. Für die Zuschauer kann es sogar attraktiver sein als bisher, denn statt dem einen riesengroßen Derby gegen Gensungen/Felsberg warten jetzt wesentlich mehr brisante Duelle auf uns. Körle/Guxhagen ist unser Kooperationspartner für die Jugend, da spielen viele Ehemalige von uns. Ost-/Mosheim ist ebenso nah wie zuvor Gensungen, nach Rotenburg haben wir die Verbindung über unsere Bundesliga-Mannschaft, die dort jahrelang ihre Heimspiele austrug. Dazu kommen mit Dittershausen, Baunatal, Wehlheiden und Fuldatal Mannschaften aus dem Kasseler Raum. Die Wege sind kurz für interessierte Zuschauer und Fans, auch zu Auswärtsspielen. Dennoch wollen wir natürlich wieder zurück in die Oberliga.

Wie stehen denn die Chancen dazu? Wer kann die MT an der sofortigen Rückkehr hindern?

Da gibt es keine echte Antwort. Dazu ist die Liga insgesamt noch zu unbekannt. Viele Gesichter haben sich verändert, zum Teil gravierend. Der TV Hersfeld gilt bei den meisten als die Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Aber auch der VfL Wanfried hat sich enorm verstärkt und wird oben mitreden wollen. Nicht zu vergessen Ost-/Mosheim, gegen die wir in der Vorbereitung schon gespielt haben, und die einen sehr guten Eindruck machten. Es gibt für niemanden eine Garantie auf Meisterschaft und Aufstieg, genauso ist niemand chancenlos. Auch wir nicht.

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