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Freute sich diebisch über den Erfolg: Jonas Goßmann ebnete mit seinen drei Toren am Stück zum Anschluss den Weg zum Sieg. (Foto: WMK)

JBLH: Glanzvoller Auftaktsieg nach Aufholjagd gegen Lemgo

Die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat ihren Auftakt in die neue Bundesligasaison zu einem rauschenden Fest gemacht. Gegen die HSG Handball Lemgo, den Vorjahres-Dritten der Staffel West, landete die Mannschaft nach einer irren Aufholjagd in der zweiten Halbzeit einen begeisternden 31:30 (13:17)-Erfolg. „Wir haben gezeigt, dass die Aussagen zu unserer Entwicklung keine Phrasen waren. Da siegte eine Mannschaft, die vergangenes Jahr noch fast komplett Landesliga spielte, gegen den letztjährigen B-Jugend-Halbfinalist um die Deutsche Meisterschaft“, freute sich mJSG-Trainer Björn Brede über den als fast sensationell einzustufenden Sieg seines Teams.

In einem extrem schnellen Spiel wechselten sich zunächst beide  einmal ab mit Toren und Führungen. Den Auftakt verbuchten Jona Gruber und Kevin Gockell für die mJSG, ehe Lemgo über Michel Reitemann, Julius Rose und zweimal Finn Hangstein die Führung übernahm (3:6, 9.). Zu oft scheiterten die Gastgeber an Gästetorwart Marc-Oliver Essen. Im Herausspielen der Chancen präsentierten sich die Gastgeber ihrem Gegner zwar überlegen, im Abschluss aber haperte es. „Wir haben uns für die gut herausgespielten Situationen nicht belohnt. Da waren wir einfach noch nicht abgewichst genug“, sagte Brede. Das betraf nicht nur Mikulas Cejka und Jonas Gossmann von außen und Julian Damm vom Kreis, sondern auch Jona Gruber im Gegenstoß, der nur den Innenpfosten traf. Der entscheidende Faktor zu Lemgos zwischenzeitlicher 12:6-Führung (18.) blieb jedoch Torhüter Essen.

Mit der Hereinnahme von Max Bieber stabilisierte sich das Spiel der Gastgeber zwar wieder, die Deckung blieb jedoch zu durchlässig, so dass der Abstand blieb. Daran änderte auch die Hereinnahme von Björn Wenderoth für den bis dahin glücklosen Glenn Eggert erst einmal nichts. Zumal die Chancenverwertung weiter zu wünschen übrig ließ: Jona Gruber setzte einen Siebenmeter krachend an die Latte (10:16, 25.). Dennoch gelang über eine feine Doppelparade Wenderoths und die kraftvolle Einzelleistung von Bieber noch vor der Pause eine Resultatsverbesserung.

Wenderoth war es auch, der die ersten Glanzlichter des zweiten Durchgangs setzte. Erst mit einer schönen Parade, dann sogar mit einem selbst erzielten Treffer über das gesamte Feld zum 15:18 ins verlassene Gästetor. Seine vorletzte Aktion des Spiels, denn kurz darauf rutschte er beim Versuch, einen Ball zu klären, außerhalb seines Torraums unglücklich in Fynn Prüssner hinein – Rote Karte (37.).

Eggert kam wieder zwischen die Pfosten und präsentierte sich wesentlich stärker als noch zu Beginn der Partie. Einen klaren Effekt hatte das noch nicht, weil auch Essen zu großer Form auflief und ganz stark gegen Julian Damm und Mikulas Cejka klärte. Dennoch wirkten die Nordhessen fortan aggressiver und entschlossener. „Wir haben unsere Fehlerquote gesenkt und die Abwehr offensiver und mannbezogener gespielt“, erklärte Brede. Lemgo überstand die folgende Drangphase der mJSG, noch ohne entscheidend vom Vorsprung einzubüßen (21:25, 45.). Ihr vorher überzeugendes Mannschaftsspiel kann jedoch fast völlig zum Erliegen. „Wir haben einfach aufgehört zu spielen und Melsungen selbst stark gemacht“, beklagte sich HSG-Trainer Christian Plesser.

Den Endspurt der Gastgeber leitete Tomas Piroch mit einem fulminanten Wurf in den Winkel ein, Julian Damm schloss einen Tempogegenstoß trotz Bedrängnis zum 23:26 ab, Jonas Goßmann verkürzte mit einem Dreierpack auf 26:27 (52.). Die mJSG war wieder dran, auch wenn Cejka auf dem Weg zum Ausgleich zunächst noch einmal mehr an Essen scheiterte. Aber: „Wir waren nicht mehr in der Lage, unsere Angriffe zu Ende zu spielen und haben uns in Einzelaktionen verstrickt.  Das darf gegen eine 5:1-Deckung einfach nicht passieren“, ereiferte sich Plesser.

Tomas Piroch machte es besser als Cejka und nach dem nächsten Ballgewinn versenkte Damm das Leder unter ohrenbetäubendem Jubel der Fans zur 29:28-Führung im Netz (56.). Die Deckung hielt dem stürmischen Anrennen der Ostwestfalen stand, Gossmann behielt die Nerven und machte das 30:28 – die Vorentscheidung gegen konsternierte Lemgoer, die lange Zeit wie die sicheren Sieger ausgesehen hatten.

 

Statisik

mJSG: Eggert (9 Paraden / 24 Gegentore), Wenderoth (1 Tor, 4 P. / 6 G.); Piroch 6, Küllmer, Goßmann 5, Gockell 3, Gruber 4, Schuhmann 1, Damm 5, Koch, Bieber 3, N. Pliuto 1, Cejka 2, M. Pliuto.

HSG: Essen (15 P. / 31 G.), Mühlenstädt (n. e.), Siepert (n. e.); Janzen, Hangstein 12/7, Reitemann 4, Schalles, Rose 9, Prüssner 2, Hansen 2, Lutze, Louis 1.

Z: 170 - SR: Diekmann / Riemer (Hannover) - Strafen: 4 : 10 Minuten – Disqualifikation: Wenderoth (mJSG, 36:06) – 7m: 1/0 : 7/7.

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