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Julian Damm in Aktion beim Turnier in Berlin. Der Kreisläufer ist einer von nur drei Akteuren, die schon ein komplettes Jahr Bundesliga gespielt haben. (Foto: AR)

JBLH: mJSG geht gut gerüstet in ihr drittes Bundesliga-Jahr

Mit einer der jüngsten, wenn nicht sogar der jüngsten Mannschaft bundesweit startet die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen in ihre dritte Saison in der Jugendhandball-Bundesliga (JBLH). Nur drei Spieler gehören dem älteren Jahrgang an. Dass die ambitionierte Zielsetzung dennoch nicht weniger als der sechste Platz der Staffel West, und damit die automatische Neuqualifikation für das nachfolgende Jahr, ist, liegt an der perspektivischen Ausbildung der Melsunger Jugendspieler. Denn einige haben schon in ihrem zweiten B-Jugendjahr in der JBLH Erfahrungen sammeln können. Ebenso wie es auch diesmal angedacht ist, wieder den Kader durch B-Jugendliche – wie bereits bei der Qualifikation geschehen - bei Bedarf zu ergänzen, wodurch das Durchschnittsalter noch weiter gesenkt wird.

In der Vorbereitung sah das schon gut aus. Das Zusammenspiel klappte, das Ausscheiden so prägender Individualisten wie Dimitri Ignatow, Fin Backs (beide von der MT in die 2. Bundesliga nach Hildesheim ausgeliehen) sowie Florian Weiß, Magnus Rulff (beide in die 3. Liga zu Eintacht Baunatal), Marian Mügge und Niklas Fischer (beide in die Oberliga zu Gensungen/F. beziehungsweise Hünfeld) wurde über die Mannschaftsleistung nahezu kompensiert und aufgefangen. Wobei die individuelle Klasse beispielsweise eines Tomas Piroch oder Jona Gruber nicht untergehen darf. Zu belegen ist dies an den teils hervorragenden Resultaten, die das Team in der Vorbereitung ablieferte.

Die bestand zu großen Teilen aus Turnierteilnahmen, durchgehend gegen starke, namhafte Konkurrenz. Gleich zu Beginn der zweiten Vorbereitungsphase stand der Memorial Cup in Pilsen (Tschechien) auf dem Programm. Mit Siegen über Dukla Prag, Nickelhütte Aue, Talent Pilsen und Veselí beendete die Mannschaft von Trainer Björn Brede das Turnier als ebenso überraschender wie souveräner Sieger. Nicht weniger bemerkenswert war der Sieg beim Sparkassen-Junior-Cup gegen Ost-Bundesligist Hüttenberg nach zuvor schon deutlichem Rückstand und das Remis gegen die israelische Nationalmannschaft bei der „Emsdettener Wanne“. Daneben ging die Partie gegen den HC Rhein Vikings (Teamname der HSG Neuss/Düsseldorf) mit nur einem Tor verloren und ein weiterer West-Staffelgegner, die DJK Oespel-Kley, wurde bezwungen. Was auf die Konkurrenzfähigkeit der jungen Melsunger Mannschaft schließen lässt.

Höhepunkt der Vorbereitung war die Teilnahme am Turnier der Füchse Berlin, traditionell ein echter Härtetest durch die Qualität der dort antretenden Clubs. Die Statistik wies am Ende zwar vier Niederlagen bei nur einem Sieg aus, doch die Ergebnisse als solche waren weit aussagekräftiger. Nur ein Treffer fehlte gegen das weißrussische Spitzenteam von SKA Minsk, gegen den HSV Hamburg (am Ende 2. Platz) und Frisch-Auf! Göppingen (4.) hielt die mJSG jeweils über weite Strecken mit. In den Platzierungsspielen gelang ein klarer Erfolg gegen Nord-Bundesligist VfL Potsdam, der zuvor den SC DHfK Leipzig schlagen konnte. Das zeigt, wie stark besetzt das Turnier war und wie extrem sich der Wechsel von Jahrgängen auswirken kann. Denn  Leipzig war immerhin letztjähriger Halbfinalist um die Deutsche Meisterschaft und befand sich für die mJSG trotz der abschließenden Niederlage nicht in unerreichbarer Ferne.

Das alles nährt die Hoffnungen auf einen positiven Start sowie den weiteren Verlauf der bevorstehenden Saison. In die der einzige nordhessische Vertreter mit einem guten Gefühl geht. Die Erwartungen an die Mannschaft gehen keinesfalls in schwindelerregende Höhen, dennoch herrscht Zuversicht. Die Vorbereitung wurde nicht von schwerwiegenden Verletzungen gestört, die Mannschaft macht einen in sich gefestigten Eindruck. Sicher gestärkt dadurch, dass das jahrgangsübergreifende Konzept der MT Melsungen einen dennoch fließenden Übergang ermöglicht. Ganz wesentlich geprägt jedoch auch durch den Zusammenhalt, der sich über die vielen gemeinsam verbrachten Wochenenden gebildet hat.

Ein Vorbereitungsergebnis, das die Konzentration auf Turnierteilnahmen mit schweren Gegnern gegenüber Einzeltests im Nachhinein bestätigt. Und vielleicht dazu beitragen kann, die extreme Verjüngung nicht als Schwächung gegenüber anderen, mit überwiegend dem älteren Jahrgang antretenden Vereinen, sondern als Investition in die Zukunft zu sehen. Die sich durchaus schon im kommenden Spieljahr amortisieren könnte. Dann nämlich, wenn die Brede-Truppe tatsächlich um einen der so heiß begehrten Plätze unter den ersten sechs mitspielen und sich damit den Gang durch die Qualifikationsmühle zur darauffolgenden Saison ersparen kann. Denn diesen Erfolg würde sie fast komplett selbst auskosten dürfen – ein nicht zu unterschätzender Anreiz, das fast unmöglich Scheinende doch möglich zu machen.

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