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Mit dem Bartenwetzer gleich auf Tuchfühlung: Martin Röhrig fühlt sich auf Anhieb wohl an seiner neuen Wirkungsstätte. Er wird ab Mai neuer Trainer der MT Talents. (Foto: WMK)

MT Talents: Martin Röhrig ist der neue Mann auf der Trainerbank

Der neue Mann auf der Bank der MT Talents wird Martin Röhrig sein. Der 54 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber tritt ab 1. Mai dieses Jahres als hauptamtlicher Trainer im Nachwuchsbereich der MT Melsungen die Nachfolge von Björn Brede als Coach der A-Jugend in der Jugendhandball-Bundesliga an. „Bei allem Bedauern über die Entscheidung von Björn Brede, künftig kürzer zu treten, gab sie uns auch die Möglichkeit, unsere Struktur weiter zu entwickeln.  Die zweite hauptamtliche Trainerstelle ermöglich uns, noch professioneller mit unseren Talents zu arbeiten“, sagt MT-Nachwuchskoordinator Axel Renner.

Martin Röhrig, gebürtiger Saarbrücker, kommt aus dem nordbayerischen Coburg an die Fulda. Im deutschen Jugendhandball ist er alles andere als ein „unbeschriebenes Blatt“. Insgesamt 18 Jahre trug er bereits Verantwortung im Handball-Nachwuchsbereich. Bei der TSG Friesenheim baute Martin Röhrig, der seit seinem 18. Lebensjahr als Trainer arbeitete und dabei immer mindestens zwei Mannschaften parallel betreute, den gesamten Jugendbereich federführend mit auf und bildete dabei Spieler wie beispielsweise Christian Dissinger von der E- bis in die A-Jugend aus. Ein Arbeitsnachweis, den Axel Renner schätzt: „In der Arbeit mit unseren jüngsten Talenten im Bereich der E- bis C-Jugend haben wir noch Entwicklungsfelder in verschiedenen Bereichen. Auch hier wird er seine umfangreiche Erfahrung mit einbringen“.

In den 13 Jahren seiner Tätigkeit in Friesenheim führte der Saarländer sowohl B- wie auch A-Jugend der TSG mehrfach bis ins Final Four um die Deutsche Meisterschaft und feierte 2010 den Vize-Titel als größten Erfolg. „Wir haben damals erst gegen ART Düsseldorf verloren. In deren Reihen stand ein Ausnahmespieler mit Namen Julius Kühn“, erinnert sich Röhrig an diesen Tag. Neben der Vereinstätigkeit war er auch in die Verbandsstrukturen integriert und arbeitete zusätzlich als Landestrainer im C- und B-Jugendbereich des Pfälzer Handballverbandes.

Mit seinem Wechsel 2015 zum HSC 2000 Coburg startete der Handball-Fachmann erneut mit der Aufgabe, den dortigen Jugendbereich zu reformieren und neu aufzustellen. Mit dem Erfolg, dass sich auch Coburg relativ zügig in die Riege der Jugendhandball-Bundesligisten einreihte. In seinen fünf Jahren der Tätigkeit schaffte die von ihm betreute Mannschaft den Sprung in die höchste deutsche Jugendspielklasse gleich zwei Mal und traf dabei in der Saison 2018/19 auch auf die MT Talents, die aber beide Vergleiche für sich entscheiden konnten. Ebenfalls zweimal erreichte die B-Jugend des HSC die Meisterschafts-Endrunde und der Erhalt des so begehrten „Zertifikats für hervorragende Jugendarbeit“ der HBL gelang innerhalb seiner vergleichsweise kurzen Wirkungszeit insgesamt vier Mal.

In Coburg frischte Martin Röhrig auch seine Erfahrungen im Männerbereich auf. Nachdem er zu Beginn seiner Trainerkarriere bereits 24-jährig erstmals interimsmäßig und dann mit 27 als Verantwortlicher in der Oberliga trainierte, führte er nur drei Jahre später schließlich hauptamtlich den TuS Landstuhl in der Regionalliga (vergleichbar heute 3. Liga) von der Bank. In Coburg trainierte er die „Zweite“ in der 3. Liga, stieg 2016 als Co-Trainer von Jan Gorr mit den Männern des HSC 2000 in die Bundesliga auf und arbeitete ein Jahr im deutschen Handball-Oberhaus.

Als Martin Röhrigs Abschied aus Nordbayern sich abzeichnete und die Anfrage aus Melsungen kam, gab es nicht viel zu überlegen: „Das war viel zu spannend, um es abzusagen. Bei der MT Melsungen sind innerhalb von nur sieben Jahren Strukturen aufgebaut worden, die führend in Deutschland sind. Dort gleich auf so einem Level zu starten ist etwas ganz anderes als wieder komplett neu aufzubauen“, freut sich der 1.90m-Mann auf eine völlig neue Erfahrung. Nicht ohne anzumerken, dass es mit fast 20-jähriger Erfahrung im Rücken durchaus möglich ist, auch hier noch weitere Entwicklungsprozesse anzustoßen. Zum Beispiel auch über die eigenen Vereinsgrenzen hinaus, denn: „wir erwarten uns von der Arbeit mit Martin auch neue Impulse im Zusammenspiel mit unseren Partnervereinen und der Entwicklung der vereinsübergreifenden Zusammenarbeit in der Region“, betont Axel Renner.

Der Start in der nordhessischen Fachwerkstadt war bereits vielversprechend. „Mich hat eine sehr herzliche, angenehme Atmosphäre empfangen, als ich zum ersten Mal hier war und mir alles angeschaut habe. Ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt“, sagt der alleinstehende Röhrig, der aktuell auf Wohnungssuche ist, um seinen Lebensmittelpunkt komplett an die Fulda zu verlagern. In seinen sportlichen Zielen ist er festgelegt: „Der Verein ist in die nationale Spitze vorgedrungen, jetzt möchte ich helfen, dass wir dort auch bleiben. Oberstes Ziel wird aber sein, die jungen Spieler weiter zu entwickeln, so schön Mannschaftserfolge auch sind. Trotzdem übernehme ich eine Mannschaft, die als B-Jugend Deutscher Meister geworden ist. Und da muss das formulierte Ziel sein, das mit fast der gleichen Mannschaft im zweiten Jahr der A-Jugend zu wiederholen“.

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