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Nach dem Spiel war kollektiver Jubel angesagt: Der Erfolg über die Rhein-Neckar Löwen sichert den MT Talents weiter die Tabellenführung in der Meisterrunden-Gruppe 2. (Foto: WMK)

JBLH: MT Talents nehmen erfolgreich Revanche an den hein-Neckar Löwen

Die MT Talents bleiben an der Tabellenspitze der Meisterrunde 2 in der Jugendhandball-Bundesliga! Mit 27:26 (11:13) revanchierten sie sich erfolgreich bei den Rhein-Neckar Löwen für die im Hinspiel erlittene Niederlage. Waren in der ersten Hälfte die Junglöwen mit ihrem starken Torhüter David Späth tonangebend, war nach dem Seitenwechsel dessen Gegenüber Jan-Lasse Herbst Melsungens großer Rückhalt. Zwei Minute vor dem Ende sah es gar nach einem klaren Gastgeber-Erfolg aus, dann sorgten die Gäste mit einem gewaltigen Kraftakt noch einmal für Spannung. Am Ende jedoch vergeblish, denn Herbsts letzte Parade des Tages bedeutete den nicht unverdienten für die Nordhessen.

Mit dem Vorteil des Anwurfs und damit der ersten Spielaktion übernahmen die Gäste sofort selbstbewusst das Kommando auf dem Feld. Flink, beweglich und präzise, so dass der Zugriff der Melsunger vor allem auf den Rückraum gar nicht erst zustande kam. Folgerichtig führten sie nach fünf Minuten mit 3:1, weil auch das Umschaltspiel nach Ballgewinn funktionierte und Rechtsaußen Veith Schlafmann im Tempogegenstoß erfolgreich war. Ein früher Rückstand, dem die MT Talents fortan hinterherliefen.

Und auch nicht wirklich herankamen, weil Junglöwen-Lennart Cotic zu viel Raum zugestanden bekam. Sein Erfolgsrezept war ebenso einfach wie effektvoll: ohne Kontakt zwei Schritt Anlauf, dann ein fast ansatzloser Schlagwurf halbhoch durch die Abwehr und abdrehen zum Jubeln. Das 4:6 (9.) war schon sein dritter Treffer nach genau diesem Muster. Weil Schlafmann vom nächsten Missverständnis im rot-weißen Vorwärtsgang erneut profitierte, Torhüter David Späth glänzend disponiert war und schließlich auch Stefan Neagu per Tempogegenstoß traf, war beim Stand von 5:8 die erste Auszeit fällig (13.).

In deren Folge sich die Gastgeber erholten und etwas freispielen konnten und durch Ole Pregler sowie Julian Fuchs per Siebenmeter auf 7:9 verkürzten, nach der Antwort-auszeit von Daniel Haase aber schnell wieder mit 8:11 ins Hintertreffen gerieten. Ein weiterer schneller Konter nach leichtfertigem Ballverlust vorn, den Tobias Büttel nutzte (20.). Wiederum Fuchs von der Linie sorgte für den Anschluss zum 10:11 (25.), die Junglöwen zogen zur Pause erneut etwas weg. Dabei immer wieder im Mittelpunkt: David Späth, der auch unmittelbar vor dem Pausenpfiff erst gegen Ole Pregler und auch im Nachwurf gegen Julian Fuchs Sieger blieb.

Vollkommen verändertes Bild dann nach dem Seitenwechsel. Nun waren die MT Talents hellwach, standen mit ganz anderer Körpersprache wesentlich aggressiver und vor allem offensiver in der Deckung. Mit der Folge, dass den Gästen erst einmal nichts mehr einfiel. Zwar war Lennart Cotic aus dem Rückraum erfolgreich, dafür glichen Malvin Haeske, Julian Fuchs und Paul Kompenhans schnell zum 14:14 aus (33.). Als Cotic einen Siebenmeter an den Pfosten knallte und sich im Gegenzug vorn Lasse Hellemann am Kreis gegen gleich zwei Löwen zum 15:!4 durchsetzte, führten die Nordhessen erstmals (34.).

Einmal noch glich Maximilian Hejny aus, dann waren wieder die Melsunger dran. In der Deckung agierte Ben Beekmann vorgezogen gegen Hejny, Benjamin Fitizovic rückte gegen Christopher Roth  bei Bedarf heraus und Paul Kompenhans störte in der Mitte Cotic – das Abwehrkonzept der zweiten Hälfte griff und vorn glänzte Malvin Haeske mit einer kraftvollen Einzelaktion zum 17:15 (36.). Nur kurze Zeit später erhöhte Julian Fuchs auf 20:16 (44.). Melsungen schien auf einem guten Weg.

Die Gäste kamen aber zurück. Jetzt überwiegend über die Nahwurfzone, wo Stefan Neagu reaktionsschnell von Abprallern profitierte. Das 20:18 (47.) ging auf sein Konto, nachdem Jan-Lasse Herbst zuvor eigentlich schon geklärt hatte. Die gleiche Situation dann jedoch im unmittelbaren Gegenzug: jetzt parierte David Späth und Lasse Hellemann staubte ab. Es entwickelte sich minutenlang ein rasanter Schlagabtausch zweier jetzt wieder annähernd gleichwertiger Mannschaften. Bis zum 24:22 von Lennart Cotic (53.).

Dann kam der entscheidende Zwischenspurt der MT Talents. David Kuntscher traf, Ole Pregler ebenfalls – 26:22 (54.). Auszeit Junglöwen, Jan-Lasse Herbst einmal mehr auf dem Posten und dann ein ganz starker Pass von Pregler hinter dem Rücken auf Jona Rietze am Kreis: Melsungen führte gar mit fünf Toren (58.). Um dann jedoch in vorzeitiges jubeln zu verfallen. Die Gäste rannten mit dem Mute der Verzweiflung an, hatten 30 Sekunden vor dem Ende auch den Anschluss wieder hergestellt. Doch den durchaus auch noch möglichen Ausgleich verhinderte mit der Schlusssirene Jan-Lasse Herbst gegen Maximilian Hejny.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Das war ein schweres Spiel für uns. Weil wir schon vorher wussten, dass wir viel in die Zweikämpfe investieren müssen, um das Bollwerk der Rhein-Neckar Löwen zu knacken. Es blieb und nichts anderes übrig, denn im Hinspiel sind wir diesen Zweikämpfen aus dem Weg gegangen und haben verloren. Über 60 Minuten haben wir vor allem in der Abwehr richtig gut gespielt. Dass zu Anfang so viel aus dem Rückraum rein gingen, hatte damit zu tun, dass Unser Torhüter die Wurfbilder nicht antizipiert hat. Die kurze Verschnaufpause auf der Bank hat Jan-Lasse Herbst dann gut getan. Aber dass er so stark zurückkommen konnte, lag auch an der prima Zusammenarbeit mit den Vorderleuten. Wenn das passt, kann ein Torhüter brillieren. Angriff war dann auch ok, auch wenn wir gerade in der ersten Hälfte unsere Chancen, die wir herausgespielt hatten,  nicht konsequent genutzt haben.

Daniel Haase: Das war ein verdienter Sieg für Melsungen, den wir für uns am Ende noch etwas geschönt haben. Ich denke, ein Sieg mit zwei bis drei Toren Differenz wäre in Ordnung gewesen. Die Niederlage kam zustande aufgrund unserer schlechten Angriffsleistung. Die Melsunger Abwehr ist dann konsequent auf Max Hejny gegangen und hat unsere Schwäche auf der anderen Seite damit gut ausgenutzt. Nach der Pausenführung haben uns dann ausgerechnet die Zeitstrafen gegen Melsungen aus dem Konzept gebracht. Wir haben es dann noch mit 7 gegen 6 versucht, kamen aber nicht mehr ran. Hochachtung vor Julian Fuchs für seine super Treffsicherheit!

Statistik

mJSG: Herbst (13 Paraden, 24 Gegentore), Goldmann (2 P. / 2 G.)  – Haeske 4, Dobriczikowski, Beekmann 3, Kompenhans 2, Pregler 2, Rietze 1, Fitozovic, Andrei, Hellemann 3, Fuchs 10/5, Kuntscher 2 – Trainer Björn Brede.

RNL: Späth (1 Tor / 15 P. / 26 G.), Zanki (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.) – Keller, Herbel, Hejny 5, König, Neagu 6, Albrecht, Burkard, Roth, Knipp, Büttel 1, Schlafmann 3, Cotic 10/1 – Trainer Daniel Haase.

Z: 277 - SR: Lier / Lier (Stuttgart) - Strafen: 6 : 6 Minuten – 7m: 5/5 : 1/1.

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