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Daumen hoch: David Kuntscher sicherte mit seinem Buzzerbeater-Tor zum Ausgleich dem wertvollen Auswärtspunkt für die MT Talents. (Archiv-Foto: WMK)

JBLH: MT Talents bringen einen Punkt aus der "Hölle Nord" mit

Im Spitzenspiel der Meisterrundengruppe 2 in der Jugendhandball-Bundesliga entführten die MT Talents beim 29:29 (13:13) einen Punkt bei der SG Flensburg-Handewitt. In der altehrwürdigen Wikinghalle, wo einst die SG Weiche-Handewitt den Mythos der „Hölle Nord“ zum Leben erweckte, schenkten sich die beiden führenden Teams der Gruppe nichts und lieferten sich über volle 60 Minuten ein extrem spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst in der Schlusssekunde konnte dabei David Kuntscher das Remis retten, nachdem die Nordhessen sieben Minuten vor dem Ende noch mit zwei Toren führten, dann aber vier Tore in Folge kassierten und um ein Haar bereits geschlagen schienen.

Dass es ein spannender Schlagabtausch werden würde, ließ bereits die Tabellensituation vermuten. Die MT Talents mit den meisten Plus-, die SG-Youngsters jedoch mit den wenigsten Minuspunkten, weil sie noch ein Spiel nachzuholen haben. Und folgerichtig vermochte sich kein Team vom anderen abzusetzen. Im Gegenteil wechselte die Führung beständig: Hauke Frahm zum 1:0 (2.), Julian Fuchs zum 1:2 (4.), Marek Nissen zum 3:2 (6.) waren die Stationen in den ersten Minuten, in denen Melsungens 6:0-Deckung noch nicht wie gewünscht funktionierte. Flensburgs temporeiche Kreuzungen im Rückraum spielten gerade Nissen in die Karten, der auch zum 4:3 und 5:4 erfolgreich war (11.).

Mit der Umstellung auf eine 5:1-Variante stabilisierte sich die Melsunger Hintermannschaft und folgerichtig gelang David Kuntscher das 5:6 (12.) sowie Julian Fuchs nach zwischenzeitlicher SG-Übernahme das 8:9 (17.). Nach Malvin Haeskes 9:10 allerdings warf Flensburg kurzzeitig den Turbo an. Dabei half Ole Preglers bereits zweite Zeitstrafe schon früh im Spiel. Zwei Treffer in Überzahl bescherten den Hausherren mit 12:10 (24.) die erste Führung mit mehr als einem Tor Vorsprung, die Melsungen aber über starkes Abwehrspiel und nur noch einen zugelassenen Gegentreffer bis zur Halbzeit wieder ausglich. Sechs Mal hatte der Vorteil allein in den ersten 30 Minuten gewechselt.

So ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter. Mit den Führungen für Flensburg durch Leve Carstensen und Hauke Frahm nämlich, die Jona Rietze und Julian Fuchs, ihrerseits begünstigt durch Zeitstrafen gegen die Hausherren, schnell zum 15:16 drehten (34.). Und dann durch Benjamin Fitozovic sogar auf 16:18 ausbauten (37.). Doch statt eine weitere Strafe gegen Torben Hübke auszunutzen, kassierten die Nordhessen gar wieder den Ausgleich (18:18 Magnus Holpert, 41.).

Kritisch wurde es, als Paul Kompenhans mit seiner dritten Zeitstrafe das Feld endgültig verlassen musste. Denn Ole Pregler wurde wegen seiner noch aus der ersten Halbzeit resultierenden Doppelbelastung praktisch nur noch im Angriff eingesetzt und mit Kompenhans fehlte schon der zweite Stabilisator in der Defensive. Mehr als den Jessen Hinrichsens Ausgleich auf 20:20 (43.) war jedoch nicht drin, auch die nächste Hinausstellung gegen Lasse Hellemann überstand Melsungen mit bravourösem Einsatz und blieb in Vorlage.

Wieder war an ein Absetzen nicht zu denken. Legten die MT Talents einen vor, zogen die SG-Youngsters zuverlässig nach. Erst als Julian Fuchs, wie immer bombensicher von der Siebenmeterlinie, auf 25:27 stellte (54.), schien der Weg zum Auswärtssieg beschritten. Wäre da nicht die Notwendigkeit der Wechsel zwischen Angriff und Abwehr gewesen. Das nutzte Flensburg konsequent über schnelle Gegenstöße nach Ballgewinnen und glaubte mit einem 4:0-Lauf zum 29:27 bei nur noch 85 Sekunden Restzeit auf der Uhr schon, das bessere Ende für sich zu haben. Ehe David Kuntscher die ihm übertragene Verantwortung voll annahm, zunächst den Anschluss erzielte und dann schließlich mit auslaufender Uhr auch seinen letzten Versuch im Flensburger Netz versenkte.

Statistik

mJSG: Büde, Herbst, Goldmann  – Haeske 3, Badenheuer, Beekmann 1, Kompenhans 1, Pregler 4, Rietze 2, Fitozovic 1, Andrei 2, Hellemann 4, Fuchs 8/4, Kuntscher 3 – Trainer Björn Brede.

SG: Svenning, Klicman – Hinrichsen 2, Frahm 3, Hübke 1, Hartwich 4/1, Carstensen 2, Sowada, Holpert 5/2, von Oettingen 4, Hammarberg, Nissen 7, Glandorf, Behncke 1 – Trainer Michael Jacobsen.

Z: 157 - SR: Maczeyzik / Blunck (Hamburg) - Strafen: 12 : 6 Minuten – Disqualifikation: Kompenhans (MT, 43., 3x2 Min.) – 7m: 4/4 : 5/3.

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