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Er kommt nach seiner langen Verletzungspause immer besser in Schwung: Paul Kompenhans überzeugte beim sieg in Hamburg nicht nur als Ideengeber. Hier gibt er gleich drei Hamburger Verteidigern das Nachsehen und vollstreckt sicher. (Foto: WMK)

JBLH: MT Talents knacken in Hamburg die 40er-Schallmauer

Die MT Talents haben ihre Auswärtsaufgabe in der Meisterrunde der Jugendhandball-Bundesliga beim HSV Handball mit einem deutlichen 40:30 (20:14) überzeugend gelöst. Mit nunmehr 9:3 Punkten bleibt die Mannschaft ganz oben dabei in Gruppe 2, steuert nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge in Richtung Playoffs und geht mit Selbstvertrauen in das Spitzenspiel bei der SG Flensburg-Handewitt am kommenden Wochenende.

Nur fünf Minuten vermochten die Hanseaten die Partie offen zu gestalten. Mit gutem Spiel im Rückraum gingen sie bei von beiden Seiten rasantem Tempospiel über Ole Günther und Jan-Erik Kaage viermal in Führung (4:3, 5.). Dann allerdings gewann Melsungens Innenverteidigung mit Ole Pregler und Jona Rietze die Oberhand im Zentrum, verschob effektiv in Richtung der Halbpositionen und generierte Ballgewinne, noch bevor Moritz Goldmann im Tor gefordert war. Das Resultat war ein 4:0-Laiuf mit drei Pregler-Toren zum 7:4, denen die frühe erste Auszeit der Gastgeber folgte (9.).

Weil David Kuntscher direkt im Anschluss traf und nach Niko Kordas Doppelschlag innerhalb nur 30 Sekunden zweimal Lasse Hellemann, Julian Fuchs und noch einmal Kuntscher auf 12:6 erhöhten, war nach etwas mehr als 15 Minuten schon zum zweiten Mal Pause und Neuordnung auf Seiten der Hausherren nötig. Die fruchtete besser als die erste, doch mehr als Würfe aus dem Rückraum waren weiter nicht drin. Und da zeigte sich auch Moritz Goldmann auf dem Posten, entschärfte mehrere Bälle und ermöglichte damit eine zwischenzeitliche 18:10-Führung (Ole Pregler, 26.), von der die Hamburger bis zur Pause nochmal zwei Törchen abknabbern konnten.

Der klaren Feldüberlegenheit der MT Talents tat das jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil kamen die Nordhessen genauso stark aus der Halbzeit wie sie sich schon vor dem Seitenwechsel präsentiert hatten. Rene Andrei fügte sich nach seiner Einwechslung nahtlos ein und vollstreckte erst sicher, legte dann Ben Beekmann im gemeinsam gelaufenen Tempogegenstoß uneigennützig ab – 22:15 (33.). Die Spielfreude bei den Nordhessen war allgegenwärtig und überforderte die dennoch tapfer dagegen haltenden Hanseaten sichtlich.

Schon früh bekam der bis dahin überragende Ole Pregler nach seinem 23:16 (35.) in der Offensive Verschnaufpausen auf der Bank, Paul Kompenhans machte es als sein Vertreter um keinen Deut schlechter. Das Leder lief über die gesamte Breite des Feldes. Benjamin Fitozovic traf mit raffiniertem Heber, Ben Beekmann per sehenswertem Dreher aus nahezu unmöglichem Winkel, Jona Rietze verwandelte sicher nach Übergang zum Kreis. Und wenn die Gastgeber meinten, Melsungen gestellt und alle Positionen abgedeckt zu haben, dann schlängelte sich Paul Kompenhans selbst durch die gegnerischen Reihen. Nach dem so erzielten 29:18 war nach 41 Minuten bereits die letzte mögliche HSV-Auszeit fällig.

Bis auf 31:19, wiederum durch Kompenhans (44.) schraubten die MT Talents das Resultat noch in die Höhe, dann war das erste Durchschnaufen angesagt. Auch, weil Trainer Björn Brede munter wechselte und die offensivere Hamburger Defensiv-Variante mit zwei Kreisläufern zu beantworten versuchte. Mit mäßigem Erfolg, weil der Spielfluss doch sichtlich litt. Verständlich angesichts des hohen Vorsprungs und doch immer wieder mit interessanten Lösungen. So hinterlief Julian Fuchs klammheimlich die weit vorgezogene 3:2:1-Deckung und tauchte beim 34:23 allein vor Jona Brüggemann auf (50.).

Nachdem Rückraum-Kanonier David Kuntscher beim 36:25 (53.) gezeigt hatte, dass er auch erfolgreich Tempogegenstoß laufen kann, nahm en die MT Talents endgültig Tempo raus. Geschuldet allerdings auch den unermüdlichen Versuchen der Gastgeber, das Resultat nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen. Trainer Sven Rusbült schaffte es immer wieder, seine Mannschaft aufzubauen und zu klaren Aktionen zu coachen. Damit war die Partie zwar nicht mehr zu gewinnen, aber bis auf 38:30 (Lennard Benkendorf, 59.) kämpften sie sich wieder zurück. Ehe der noch B-Jugendliche Jonas Ebner sich in der Schlussminute als letzter Melsunger Feldspieler in die Torschützenliste eintrug und Rene Andrei bei bereits abgelaufener Spielzeit per Siebenmeter die 40er-Grenze doch noch knackte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Ich denke, das war ein hoch verdienter Sieg, zu dem wir in der ersten Halbzeit schon die Basis gelegt haben. Über 40 Minuten haben wir auch gut in der Abwehr gestanden, hinten raus aber etwas nachgelassen. Da hat auch etwas die Konsequenz gefehlt, so dass wir dem Gegner Ergebniskosmetik zugelassen haben. Natürlich haben wir in beiden Halbzeiten auch auffällig viele gute Chancen ausgelassen, aber das ist nun wirklich die Suche nach dem Haar in der Suppe. Zum Ende hin hatten wir mit der sehr offensiven 3:3-Deckung des HSV etwas Probleme, weil nicht genug in die Tiefe gespielt wurde. Wir haben es zwar gespielt wie abgesprochen, aber nicht bis zum Schluss durchgezogen und zu verhalten agiert. Außerdem habe ich die Chance genutzt, allen ihre Spielanteile zu geben und über Abwehr-/Angriff-Wechsel die Belastung besser zu verteilen.

Sven Rüsbült: Heute muss man sagen, dass Melsungen in allen Belangen überlagen war. Das muss man einfach so anerkennen. Es ist uns nicht gelungen, vor allem die Kreuzbewegungen zu verteidigen. Im Angriff haben wir Lösungen gefunden, aber zu früh die Abschlüsse gesucht. Positiv können wir vermerken, dass unser Tempospiel funktioniert. Trotzdem hat uns der Gegner heute klar gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen.

Statistik

mJSG: Goldmann (9 Paraden,18 Gegentore), Herbst (5 P. / 12 G.)  – Badenheuer 1, Beekmann 5, Kompenhans 4, Ebner 1, Pregler 7, Rietze 2, Fitozovic 2, Andrei 3/1, Hellemann 2, Fuchs 8/5, Kuntscher 5 – Trainer Björn Brede.

HSV: Brüggmann (12 P. / 31 G.), Grollmann (0 P. / 9 G.) – Berger 2, Sievert 1, Feit, Ramm 2, Günther 5, Petersen 2, Möller 2/1, Dietrich 2, Kaage 3, Korda 4, Pachmann 4, Benkendorf 3 – Trainer Sven Rusbült.

Z: 150 - SR: Völkening / Zollitsch (Minden) - Strafen: 2 : 8 Minuten – 7m: 6/6 : 1/1.

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