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Er zeigte eine richtig starke Partie, aber sechs Tore von Martin Reinbold reichten am Ende nicht zu Punkten. (Foto: WMK)

Oberliga: Erst stark aufgeholt, dann nicht durchgezogen

Der Start in die Rückrunde der Oberliga Hessen ist der MT Melsungen II gründlich misslungen. Mit 26:29 (13:17) mussten sich die Bartenwetzer der HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim geschlagen geben und verpasste damit den möglichen Sprung in die obere Tabellenhälfte. Die Gäste stellten dagegen den Anschluss zum unteren Mittelfeld wieder her. Nach miserablem Start erspielte sich die MT bis Mitte der zweiten Hälfte ein Übergewicht, holte sechs Tore Rückstand auf und ging selbst in Führung. Verpasste es danach aber, diesen Weg konsequent weiter zu gehen.

Nein, so hatte sich die Sviridenko-Sieben das erste Auftreten im neuen Jahr nicht vorgestellt. Unkonzentriert, emotionslos, ohne jeden Druck vor allem im Angriff. Und dann war da noch HSG-Linksaußen Timo Treber, der nach langer Verletzungspause ausgerechnet beim Comeback vor Energie strotzte. Allein bis zum 2:6 (9.) hatte er schon viermal getroffen: zweimal per Gegenstoß, einmal eingelaufen zum Kreis und auch von seiner angestammten Position. Was MT-Trainer Georgi Sviridenko zu einer frühen Auszeit veranlasste, die etwas lauter ausfiel – un erst einmal nicht fruchtete. Denn prompt fiel das 2:7 per Tempogegenstoß, natürlich einmal mehr durch Timo Treber (10.).

Es kam sogar noch schlimmer, bevor es endlich besser wurde. Erst nach Philipp Botzenhardts Siebenmeter zum 3:9 (13.) fingen sich die Melsunger. Insbesondere die Achse Max Pregler / Martin Reinbold funktionierte prima. Zweimal Pass Pregler, zweimal Vollendung Reinbold, beide Male jeweils, nachdem Vlad Avram in der Abwehr aufgepasst hatte und das Leder schnell nach vorn getragen wurde – es stand nur noch 7:10 (18.). Und bei diesem Abstand blieb es für längere Zeit. Bis kurz vor dem Seitenwechsel der nächste Einbruch kam und die Gäste sich wieder leicht absetzen konnten.

Der Start in den zweiten Durchgang folgte einem klaren Schema: erst durfte die HSG, dreimal antwortete die MT. Nachdem also Paul Kaufmann zunächst auf 13:18 erhöht hatte, trafen Julian Fuchs, Max Pregler und Martin Reinbold zum 16:18 (36.). Mehr ging zunächst einmal nicht, obwohl die Deckung inzwischen richtig gut stand und einige Ballgewinne generierte. Weil Ole Preglers Pass auf Julian Fuchs nicht ankam, Nino Jedinak am überragenden Vincent Robinson scheiterte und Max Pregler nur die Latte traf. Ein früher Fingerzeig auf das, was noch kommen sollte. Denn Breckenheim schöpfte daraus die Kraft, schnell wieder auf 16:20 zu stellen (39.).

Eine Auszeit von Georgi Sviridenko diente als Mahnung, es mit mehr Konzentration anzugehen. Was prompt gelang, denn Jedinak stellte mit dem 19:20 den direkten Anschluss her (41.). Danach durfte wieder die HSG einmal, ehe Eugen Gisbrecht per Siebenmeter und Julian Fuchs zunächst ausglichen. Martin Reinbold war es vorbehalten, den dritten MT-Dreierpack der zweiten Hälfte zur ersten Führung zu vollenden (22:21, 45.).Das Pendel schlug in dieser Phase eindeutig in Richtung der Nordhessen aus.

Wäre da nicht die Ungeduld der Melsunger Angreifer und die bestechende Form von Vincent Robinso gewesen. Denn beide Faktoren in Kombination brachen nicht nur die bis dahin vielversprechende Serie der Rot-Weißen, sondern kippten auch das Spiel wieder. Viermal in Folge durfte nun die HSG und vergrößerte damit die ohnehin schon große Hektik der Gastgeber. Die kämpften sich durch Nino Jedinak, der sich das Leder hinten selbst organisierte und vorn versenkte, wieder auf 25:26 und durch Julian Fuchs auf 26:27 (58.) heran. Um in den beiden Schlussminuten endgültig am eigenen Tempo zu scheitern. Je schneller es bei auslaufender Zeit werden musste, umso ungenauer war das eigene Spiel. So dass Breckenheims David Buckel mit zwei Tempogegenstößen in der Schlussminute schließlich die Partie entschied.

Statistik

MT2: Eggert (3 Paraden, 13 Gegentore), Herbst (8 P. / 16 G.)  – Haeske, M. Pregler 4, Jedinak 5, Gruber 3, Avram, Dobriczikowski, Damm, O. Pregler 2, Reinbold 6, Gisbrecht 2/2, Fuchs 4, Kuntscher – Trainer Georgi Sviridenko.

HSG: Robinson (21 P. / 26 G.), Quandt (n. e.) – Buckel 6, Kaufmann 2, Crecelius 1, Treber 8, T. Mrowietz 2, Manns, Heuss, Y. Mrowietz 5, Walter, Botzenhardt 4/3, Hoß 1, Ben-Hazaz – Trainer Gilles Lorenz.

Z: 90 - SR: Kress / Tarka (Kinzigtal) - Strafen: 6 : 8 Minuten – 7m: 2/2 : 3/3.

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