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Er war nicht zu halten: Ole Pregler steuerte elf Tore zum 34:27-Sieg in Leipzig bei. (Foto: WMK)

JBLH: 34:27 - Leipzig bleibt ein gutes Pflaster für die MT Talents

Die A-Jugend der MT Talents hat ihren Höhenflug in der Meisterrunde der Jugendhandball-Bundesliga auch beim SC DHfK Leipzig fortgesetzt und mit 34:27 (19:14) gewonnen. Durch den dritten Sieg in Folge kletterten die Melsunger an die Tabellenspitze der Gruppe 2 und gehen mit breiter Brust in die Staffel-Revanche gegen Dormagen am kommenden Wochenende. Die Basis zum klaren Sieg legte die Abwehr, vorn war Ole Pregler mit am Ende elf Toren nicht zu halten.

Nur ein einziges Mal vermochten die Gastgeber eine Führung zu erzielen. Mit dem ersten Treffer der Begegnung nämlich, der Joshua Saleh nach etwas mehr als einer Minute gelang. Den Ole Pregler und David Kuntscher jedoch postwendend umkehrten und fortan den Ton angaben. Zunächst jedoch noch mit etwas angezogener Handbremse, weil insbesondere der sonst im Leipziger Drittliga-Team eingesetzte Niklas Reißmann für viel Torgefahr sorgte und regelmäßig traf. So auch zum 6:6 (9.), bei dem der SC dann aber letztmals direkten Kontakt hatte.

Denn in der Folge sorgten David Kuntscher, Benjamin Fitozovic und Jan Dobriczikowski per Tempogegenstoß für eine doch schon komfortable 9:6-Führung (10.). Eine flugs genommene Auszeit der Hausherren verpuffte wirkungslos und auch der Torhüterwechsel vom glücklosen Jannik Löhne auf Marius Göbner brachte keinen Vorteil. Im Gegenteil tobte sich der Rückraum der MT-Talents so richtig aus. David Kuntscher, Ole Pregler, Malvin Haeske schraubten das Ergebnis mit Unterstützung von Julian Fuchs, der zwei Siebenmeter verwandelte, auf 15:9 hoch (22.).

Was Leipzig an Torhüterleistung fehlte, das lieferte auf Melsunger Seite in der ersten Hälfte Jan-Lasse Herbst zuverlässig ab. Prima unterstützt von der stabilen 6:0-Deckung zeigte er nicht nur  einige feine Paraden, sondern war regelmäßig Ausgangspunkt des schnellen Umschaltspiels nach Ballgewinnen. Dazu kam ein schon früh gehaltener Siebenmeter von Tobias Pfeiffer, so dass der Vorsprung von fünf Toren zur Pause trotz der vielen Torerfolge ein logisches Produkt der größtenteils funktionierenden Defensive war.

Diese Dominanz verstärkte sich nach dem Seitenwechsel sogar noch. Nun hütete zwar Jannik Büde den MT Talents-Kasten, stand dabei seinem Vorgänger aber nicht  nach. Vor allem aber Ole Pregler schaltete um gleich zwei Gänge hoch, riss das Spiel komplett an sich und gan mit seinen Würfen aus dem Rückraum Philipp Seidemann, dem mittlerweile dritten eingesetzten SC-Schlussmann, einige Rätsel auf. Als der Jugendnationalspieler auch noch vom eigenen Abwehrkreis ins zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassene Leipziger Gehäuse traf, war beim Stand von 26:18 die nächste Auszeit fällig (39.).

Und wie schon im ersten Durchgang ging auch die im zweiten daneben. Jona Rietze und – natürlich – Ole Pregler erhöhten schnell auf 28:18 (43.). Erst als Niklas Reißmann wieder traf und Philipp Seidemann den einen oder anderen Ball erwischte, sah es für die Messestädter wieder etwas besser aus. Bis zum 30:21 durch Preglers ansatzlosen Schlagwurf (49.) ging es weitgehend ausgeglichen zu auf dem Spielfeld. Was sich jedoch schlagartig änderte, nachdem Hendrik Hanemann und Franz Häcker auf 30:23 verkürzt hatten (51.).

Es war der Auftakt zu wüsten sechs Minuten, in denen das Melsunger Experiment mit sieben Feldspielern gründlich daneben ging. Überhastete Abschlüsse, Fehlabspiele und zwei technische Fehler ließen ein vollkommen neues Spiel entstehen, in dem Leipzig den Ton angab – und traf. Als Jannik Büde nach Niklas Peter Hagenows 30:26 den nächsten Tempogegenstoß des Leipziger Linksaußen in überragender Manier gerade noch parieren konnte, reichte es Trainer Björn Brede. Nur 200 Sekunden nach der ersten folgte die zweite, diesmal ungewohnt laute Auszeit (55.).

Die Ansprache fruchtet. Die vorherigen Experimente und Wechsel in der Aufstellung wurden rückgängig gemacht, in der Abwehr endlich wieder energisch zugepackt. Gerade rechtzeitig zwar, um größeres Ungemach zu verhindern, früh genug indes, um schnell wieder Distanz zum Gegner aufzubauen. Das erledigten Ben Beekmann, Ole Pregler mit einem Gewaltwurf in den Winkel bei angezeigtem passivem Spiel, Julian Fuchs und Lasse Hellemann zum 34:26, so dass Niklas Reißmanns Treffer mit der Schlusssirene nicht mehr als eine kleine kosmetische Korrektur darstellte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Grundsätzlich bin ich mit den 60 Minuten heute zufrieden. Bis auf eine kurze Phase in der zweiten Halbzeit jedenfalls. Insgesamt waren wir die klar bessere Mannschaft. Die Basis haben wir mit einer guten Abwehr und zwei super Torhütern dahinter gelegt. Sie bekamen gute Hilfe von ihren Vorderleuten und haben viele Gegenstöße für uns vorbereitet. Nicht zufrieden bin ich mit der Phase, als wir über den siebten Feldspieler die Leipziger 5:1-Deckung auflösen wollten. Das hat grundsätzlich zwar geklappt, aber dann kamen die Anspiele nach vorn zu früh oder wir haben zu früh den Kontakt aufgenommen. Was mit einigen Gegenstoßtoren bestraft wurde. In der zweiten Auszeit habe ich die Mannschaft etwas emotionaler angepackt, weil wir einfach nicht mehr fokussiert genug waren. Das hat gefruchtet und wir konnten wieder wegziehen.

Oliver Stockmar: Wir brauchten heute zu lange, um in die Abwehr hineinzukommen. Melsungen hatte auch ein Plus auf der Position der Torhüter, wodurch der Rückstand zur Pause zustande kam. Gerade über die Abwehr hätten wir aber heute kommen müssen, weil uns die Breite im Kader fehlte. Von daher war uns klar, dass es heute nicht über viele eigene Tore gehen konnte. Als Melsungen später mit dem siebten Feldspieler anfing, war unsere Einstellung plötzlich da wie gewünscht und unser Spiel hat funktioniert. Die Niederlage heute ist nicht schön, aber auch kein Beinbruch. Wir sehen, dass unsere Gruppe zwar eine hohe Qualität hat, aber auch sehr ausgeglichen ist. Deshalb sollte es uns möglich sein, auch auswärts noch Punkte zu holen. Es wird mit uns also weiter zu rechnen sein.

Statistik

mJSG: Herbst (9 Paraden, 18 Gegentore), Büde (7 P. / 9 G.) – Haeske 1, Dobriczikowski 3, Badenheuer, Beekmann 1, Kompenhans, Pregler 11, Rietze 1, Fitozovic 1, Andrei, Hellemann 2, Fuchs 7/4, Kuntscher 7 – Trainer Björn Brede.

SC DHfK: Löhne (2 P. / 8 G.), Göbner (3 P. / 8 G.), Seidemann (6 P. / 18 G.) – Pfeiffer 3/1, Häcker 4, Seifert, Hagenow 4, Bayer 1, Schelenz, Echart, Saleh 3, Hanemann 2, Reißmann 10/1 – Trainer Matthias Albrecht.

Z: 140 - SR: Dieckmann / Drews (Sandesneben) - Strafen: 6 : 6 Minuten – 7m: 4/4 : 4/2.

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