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Er kam zur Pause bei hohem Rückstand und hätte die MT 2 fast zu einer dicken Überraschung geführt: Jan-Lasse Herbst zeigte in der zweiten Halbzeit 14 starke Paraden. (Foto: WMK)

Oberliga: Starkes Comeback bleibt unbelohnt

Mit einer bärenstarken Leistung nach der Halbzeit war die MT Melsungen 2 drauf und dran, der TSG Offenbach-Bürgel beim 34:37 (17:23) noch mindestens einen Punkt abzuknöpfen. Bis auf einen Treffer waren die Nordhessen nach vorher schon bis zu acht Toren Rückstand wieder dran, ehe in der Schlussphase das nötige Quäntchen Glück im Abschluss fehlte.

Dass der Aufstiegsanwärter nichts anbrennen lassen wollte, war schon nach der furiosen Anfangsphase klar, in der die Melsunger regelrecht überrannt wurden. Nach fünf Minuten 1:4, nach neun Minuten 3:8 – trotz zwischenzeitlich schon genommener Auszeit und Torwartwechsel. Jeder Ballgewinn der Südhessen führte unweigerlich zum Gegenstoß und wenn der nicht schon saß, folgten einige schnelle Kreuzungen, bis die Lücke da war.

Das in Gensungen bewährte Mittel, eine versetzte 5:1-Deckung mit Nino Jedinak vorn, der sich vor allem um Markus Wagenknecht kümmerte, zeigte nur kurz Wirkung. Mit zwei feinen Würfen aus dem Rückraum hatte Malvin Haeske die MT auf 7:10 heran gebracht (14.), mit seinem dritten Versuch aber Peck mit dem Pfosten. Was Bürgel als Aufforderung verstanden haben mochte, selbst wieder kreativer zu werden. Was prompt geschah: nach Christopher Hofmanns Tempogegenstoß stand es 7:13 (19.).

Die verbleibenden zehn Minuten vor der Pause waren Tempohandball der feinsten Sorte. Zunächst zu Gunsten der Gäste, die insbesondere aus dem Rückraum immer wieder Lücken fanden und den früh eingewechselten Daniel Kocsis ein ums andere Mal düpierten. Nach Luca Morganos Gegenstoß – dem gefühlt zehnten erfolgreich abgeschlossenen – war beim Stand von 11:19 schon die zweite MT-Auszeit fällig (26.). Gefolgt von einem Aufbäumen, das Eugen Gisbrecht, Adam Kiss, Nino Jedinak und Christian Damm schon vor dem Seitenwechsel wieder etwas näher heran brachte.

Auch nach der Halbzeitunterbrechung war der unbedingte Wille auf dem Feld sichtbar, nicht aber auf der Anzeigetafel. Weil Jan-Lasse Herbst, als dritter Keeper gekommen, zwar einige Bälle entschärfte, vorn aber immer noch Sand im Getriebe war. Selbst die sensationelle Doppelparade des Keepers gegen Lukas Kaiser und anschließend Phil-Lukas Ljubic blieb zunächst ohne sichtbaren Effekt. So schafften es die Südhessen, ihren Vorsprung trotz deutlich nachlassender Überlegenheit nicht nur zu halten, sondern durch Nils Lenort sogar wieder auf 22:29 auszubauen (38.).

Dann aber zahlte sich die grandiose Leistung des Schlussmannes, der für seine insgesamt 14 Paraden nur 30 Minuten brauchte, mit etwas Verspätung doch noch aus. Auch die Hereinnahme der A-Jugendlichen Jan Dobriczikowski und vor allem Julian Fuchs sorgte für frischen Wind. So brachte Nino Jedinak seine Mannschaft mit einem raffinierten Heber nach Zuspiel von Eugen Gisbrecht auf 26:29 heran (42.), dann traf mit David Kuntscher der nächste Jugendliche  sogar zum 30:31 (48.). Melsungen war wieder dran und auf dem Weg, den Favoriten doch noch in echte Bedrängnis zu bringen. Ohne Fortune jedoch, weil nach Eugen Gisbrechts 31:32 (50.) eine Zeitstrafe gegen den MT-Spielmacher den Lauf jäh stoppte. Die TSG roch den Braten, fand in der Überzahl zurück zur Sicherheit der ersten Hälfte und nutzte den Vorteil zu zwei Toren – 31:34 (52.).

Was gegen tapfer kämpfende Rot-Weiße immer noch nicht reichte, die nun auch mit dem Pech haderten. So soll Julian Fuchs bei seinem erfolgreichen Versuch bereits im Kreis gestanden haben, kurz darauf trat der lange untergetauchte Marvin Hoppenstädt im Bürgeler Tor wieder auf den Plan und nahm dem quirligen Rechtsaußen einen weg. Dennoch gelang Eugen Gisbrecht zum 34:35 noch einmal den Anschluss. Ehe er im nächsten Versuch an Hoppenstädt scheiterte und auch Ole Pegler den Ball nicht mehr am TSG-Keeper vorbei brachte. Vorn ließ der Favorit nichts mehr anbrennen, so dass schlussendlich doch der Favorit die Nase vorn hatte.

Statistik

MT2: Eggert (2 Paraden, 6 Gegentore), Kocsis (3 P. / 17 G.), Herbst (14 P. / 14 G.)  – Haeske 2, Jedinak 6, Avram 1, Dobriczikowski, Damm 5, Pregler 4, Bruns, Gisbrecht 5, Fuchs 3, Kiss 5/3, Kuntscher 3 – Trainer Georgi Sviridenko.

TSG: Hoppenstedt (17 P. / 34 G.), Schohl (n. e.) – Kaiser 3, Zahn 4, Ahouansou, Pjanic, Müller, Morgano 3, Wagenknecht 9/1, Hofmann 2, Lenort 8, Cohen, Ljubic 3, Lehmann 5 – Trainer Sven Lenort.

Z: 100 - SR: Bley / Bulat (Großen-Linden/Kastel) - Strafen: 8 : 6 Minuten – 7m: 5/3 : 1/1.

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