News

Martin Reinbold, Max Pregler und ihre Kameraden mussten hart für den Sieg arbeiten, wurden am Ende aber für ihr nicht ermüdendes Engagement mit zwei Punkten belohnt. (Foto: WMK)

Oberliga: Starke zweite Hälfte mündet in zwei Punkten

Eine Halbzeit lang und noch etwas länger quälte sich die MT Melsungen 2 beim 33:28 (14:15) gegen die HSG Wettenberg durch Höhen und Tiefen, um in den letzten zwanzig Minuten das Zepter unwiderstehlich in die Hand zu nehmen und am Ende noch klar und deutlich zu triumphieren. Der Lohn dafür ist ein wieder positives Punktekonto und der Sprung auf Platz fünf der Oberliga-Tabelle. Allerdings ist das Mittelfeld dicht gedrängt und es sind nur zwei Punkte Abstand auf die zweistelligen Plätze. Kuriosität am Rande: die Gäste mussten sich ihre Rückennummern kurzerhand auf ihre Trainingsshirts malen, weil der vorgesehene Trikotsatz in Wettenberg geblieben war.

In der Anfangsphase waren die Spielanteile zunächst weitgehend gerecht verteilt, ebenso die Torerfolge. Weil die Treffer mehrfach im Zweierpaket erzielt wurden, wechselte die Führung hin und her. Beginnend mit dem 0:1 von Lukas Becker (1.) über 2:1 durch Merlin Kothe (4.), 2:3 (Tom Warnke, 5.) und 4:3 (Adam Kiss, 10.). Als ein Siebenmeter des Ungarn am Pfosten landete, war Luca Weber mit dem 5:6 dran (14.). Ebenfalls nur eine Momentaufnahme, weil wieder Kothe zum 8:7 traf (18.).

Nach Eugen Gisbrechts Siebenmeter zum 9:8 riss dann jedoch der Faden. Diesmal waren es sogar gleich drei Volltreffer, die Wettenberg erstmals mit etwas mehr Vorsprung durchatmen ließ. Ein Fingerzeig für den weiteren Verlauf? Mitnichten, denn es blieb beim bewährten Muster: Glenn Eggerts Parade bei Warnkes Tempogegenstoß war das Signal zu einem kurzen, knackigen Sturmlauf, den Max Pregler zum 12:11 vollendete – und zunächst raus musste, weil ihn Torben Werner in vollem Lauf von den Beinen holte. Trotzdem baute Nino Jedinak auf 14:12 aus (27.), ehe die HSG zurückschlug und durch den doppelt treffenden Jonas Schmidt tatsächlich eine Führung mit in die Kabine nahm.

Luca Weber und Lukas Becker bauten die kleine Serie sogar aus und stellten auf 14:17 (32.). Ohne dabei aber vollends zu überzeugen. Im Gegenteil berappelte sich die MT, bei der David Kuntscher frischen Wind brachte – und traf. Nachdem Merlin Kothe schon auf 16:17 verkürzt hatte, glich Kuntscher in der Folge zweimal aus und noch einmal Kothe bejubelte das 20:19 (40.). Es lief im Rückraum, und das auch ohne den immer noch draußen sitzenden Max Pregler. Zwar bäumte sich Wettenberg durch Tom Warnkes Doppelpack zum 20:21 ein letztes Mal auf (41.), brach dann aber völlig in sich zusammen.

Der Grund dafür: Nino Jedinak musste für zwei Minuten raus und Eugen Gisbrecht kam in Unterzahl rein. Dazu hatte Merlin Kothe Glück, dass sein Gewaltwurf von der Latte in den Rücken von HSG-Schlussmann Yannick Dellner prallte und von dort ins Tor. Bei der nächsten Abwehraktion musste auch noch Adam Kiss raus. Doch statt den doppelten Vorteil konsequent zu nutzen verspielte Wettenberg in dieser Phase alles. Erst warf Gisbrecht zum 22:21 ein, dann vollendete der gerade wieder zurückgekehrte Jedinak einen Tempogegenstoß zum 23:21 (44.), vielleicht der moralische Knockout für die Gäste.

Die sahen sich nach Vlad Avrams 27:22 (49.) plötzlich deutlich hinten, Eugen Gisbrecht legte zweimal nach auf 29:23 (52.). HSG-Coach Axel Spandau suchte sein Heil in einer letzten Auszeit, fand aber die richtigen Worte dabei scheinbar nicht. Auch der Versuch mit dem siebten Feldspieler ging schief und verhalf MT-Schlussmann Fabian Meyfarth zum Sprung auf die Torschützenliste (32:24, 56.). Der Rest war lockeres austrudeln der Nordhessen, was Kai Olbert zur Resultatsverbesserung nutzte. Ohne dabei dem Spiel aber noch eine Wende geben zu können.

Statistik

MT2: Eggert (4 Paraden, 15 Gegentore), Meyfarth (1 Tor, 6 P. / 13 G.), Kocsis (n. e.)  – Haeske, M. Pregler 6, Jedinak 3, Avram 4, Kothe 7, Damm, Reinbold, Gisbrecht 8/4, Fuchs, Kiss 1/1, Kuntscher 3 – Trainer Georgi Sviridenko.

HSG: Dellner (5 P. / 19 G.), Stroh (3 P. / 14 G.) – Schwarz, N. Puhl 3, Becker 4, Olbert 4, S. Puhl 1, Warnke 5/1, Schneider, Schmidt 4, Oyono Essam 2, Werner, Weber 5 – Trainer Axel Spandau.

Z: 100 - SR: Mäkitalo / Schäfer (Glashütten/Wiesbaden) - Strafen: 8 : 4 Minuten – 7m: 6/5 : 1/1.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas