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Eins von fünf blitzsauberen Toren des Linksaußen: Jan Dobriczikowski hat seinen Gegenspieler Jan-Niklas Müller einfach überlaufen und lässt auch Münsters Keeper Julius Günthör keine Abwehrchance. (Foto: WMK)

JBLH: 43:28-Sturmlauf gegen Münster

Die MT Talents haben es weiter selbst in der Hand, sich für die Meisterrunde der Jugendhandball-Bundesliga zu qualifizieren. Gegen die TSG Münster, vor der Partie ebenfalls noch mit theoretischen Chancen auf Platz vier, gelang ein auch in dieser Höhe völlig verdienter 43:28 (20:15)-Erfolg. Weil gleichzeitig der letzte Vorrundengegner, der Bergische HC, beim VfL Gummersbach unterlag, genügt den MT Talents am kommenden Sonntag in Wuppertal ein Remis, um in die Meisterrunde einzuziehen.

Insbesondere in der Abwehr waren bei den Nordhessen die Veränderungen im Vergleich zum letzten Spiel in Hagen zu erkennen. Wach, beweglich und konsequent präsentierten sie sich von Beginn an entschlossen, die Punkte zu behalten. Neben seiner starken Präsenz im Innenblock auch in der Offensive nicht zu halten: Ole Pregler, der allein drei Tore zum 6:2 nach neun Minuten beisteuerte und die Vorarbeit zu Malvin Haeskes 7:3 leistete. Es verwunderte nicht, dass TSG-Trainer Bastian Dobhan den Melsunger Spielmacher nach einer Auszeit durch Julius Krämer kurz decken ließ.

Was die Melsunger zunächst einmal vor Probleme stellte. Ohne Kreisläufer, dafür mit einem weiteren Rückraumakteur versuchten sie es, waren damit aber durch selbst produzierte Fehler nicht erfolgreich genug. Münster bekam Rückenwind und war dadurch auch in der Vorwärtsbewegung plötzlich wesentlich mutiger. Auch zwingender, so dass Tom Gentke auf 9:7 verkürzte (15.) sowie Felix Schäfer nach einer Auszeit der Gastgeber das 10:8 ins zugunsten eines siebten Feldspielers verlassene MT-Tor (17.) erzielte.

Starke Paraden von Jan-Lasse Herbst im Tor halfen Lasse Hellemann und Jan Dobriczikowski, über schnelle Gegenstöße auf 13:8 auszubauen (19.). Prompt schlichen sich im Positionsspiel wieder Nachlässigkeiten ein, die nun Münster über Konter nutzte. Nach Linus Marxers 13:11 (22.). war bereits die zweite Auszeit von Björn Brede fällig. Die etwas lauter ausfiel, ihre Wirkung aber nicht verfehlte. Vier Linkshänder-Tore von Julian Fuchs und David Kuntscher über rechts, dreimal der stark aufspielende Jan Dobriczikowski über links – bis zur Pause waren die fünf Tore Differenz wieder da.

Nur acht Minuten dauerte es nach dem Seitenwechsel, bis der Vorsprung verdoppelt und die Partie vorentschieden war. Ausschlag gebend dafür die wiederum wie zu Beginn kompromisslose Deckungsarbeit vor dem eingewechselten Jannik Büde, der mit seinen Reaktionen nahtlos an die gute Leistung von Jan-Lasse Herbst anknüpfte. Alle sechs Tore zum 26:16 (38.) erzielten die Außen: rechts weiter Julian Fuchs, links der frisch gekommene Ben Beekmann.

Danach ging der Ausbau etwas gemächlicher vonstatten, denn Münster fand zwischenzeitlich immer mal Lücken im weiter starken Abwehrbollwerk der MT Talents. Die setzten dafür jedoch die vom starken Anhang auf der Tribüne lautstark beklatschten Glanzlichter. Sehenswert das 29:18 von Ole Pregler (43.), der ein Kempa-Anspiel von Benjamin Fitozovic  veredelte. Jona Rietze freute sich über einen blind gespielten Pass an den Kreis von Malvin Haeske ebenso wie Ben Beekmann über den langen Ball von Jannik Büde, den er spektakulär als Dreher im kurzen Eck unterbrachte (31:19, 45.).

Torhungrig blieben die Fuldastädter auch in der Schlussviertelstunde. Vor allem wieder die Linkshänder David Kuntscher und Malvin Haeske, die Würfe aus allen Lagen abfeuerten und anschließend kaum einmal ohne Jubel abdrehten. Dass sich mit Louis Badenheuer zwei Sekunden vor Ultimo auch noch der letzte eingesetzte Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnte, unterstrich die formidable Mannschaftsleistung der MT Talents. Umso verdienter, als der Kreisläufer kurz zuvor aus guter Position noch uneigennützig auf Jonas Ebner zu dessen einzigem Treffer abgelegt hatte.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Man konnte sehen, dass das für unsere Jungs ein bekannter Gegner war und dieses Spiel eine besondere Bedeutung hatte. Die Mannschaft wollte von Anfang an zeigen, wo die zwei Punkte bleiben. Wir hatten nur eine kurze Schwächephase, als Münster auf Manndeckung umgeschaltet hat. Das war aber keine spielerische Schwäche, sondern ein paar individuellen Fehlern geschuldet. Später in der zweiten Halbzeit haben wir dann genügend Lösungen gefunden, auch gegen die noch offensivere 4+1-1-Variante. Durch unsere individuellen Stärken sind wir immer zum Abschluss gekommen. Hinten konnten wir eine kompakte 6:0-Deckung stellen, weil uns Münster mit ihrer Spielweise gut liegt und entgegenkommt. Am Ende war mir wichtig, dass jeder nochmal spielen konnte. Für unsere Kreisläufer war das heute etwas undankbar, weil wir sie wegen der Manndeckung in weiten Teilen „opfern“ mussten.

Bastian Dobhan: Wir kamen von Anfang an nicht ins Spiel. Haben dann sehr schnell auf Manndeckung gegen Ole Pregler umgestellt und das trug Früchte. Es war unsere beste Phase, weil Melsungen Zeit brauchte, um eine Lösung dagegen zu finden und wir konnten das Spiel offen gestalten. Dann sind wir aber dauerhaft in Gegenstöße gelaufen, weil wir vorn zu viele Fehler hatten und auch falsche Entscheidungen getroffen haben. Das hatte ich so von meiner Mannschaft diese Saison noch nicht gesehen.

Statistik

mJSG: Herbst (8 Paraden, 15 Gegentore), Büde (8 P. / 13 G.)  – Haeske 7, Dobriczikowski 5, Badenheuer 1, Beekmann 2, Ebner 1, Pregler 5, Rietze 2, Fitozovic 1, Andrei 1, Hellemann 2, Fuchs 8/2, Kuntscher 7 – Trainer Björn Brede.

TSG: S. Müller (5 P. / 26 G.), S. Müller (4 P. / 17 G.) – Sorhagen, Prause 5/1, Schäfer 4, Krämer 2, Ladwig 2, Heller 4, J.-N. Müller 3, Gerntke 2, Löffler 1, Marxer 2, Löw, Durrani 3  – Trainer Bastian Dobhan.

Z: 253 - SR: Brandt / Thies (Minden) - Strafen: 2 : 6 Minuten – Disqualifikation: Andrei (MT, 58.) - 7m: 3/2 : 1/1.

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