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Und wieder war er durch und traf: Fabian Kovacs fand viele Lücken in der MT-Deckung. Hier kommt Christian Damm zu spät. Jona Gruber ahnt schon, dass es gleich wiede einschlagen wird. (Foto: WMK)

Oberliga: Ohne Abwehr war nichts zu holen

Es gibt Tage, an denen geht einfach gar nichts. Und genau so einen erwischte die MT Melsungen 2 bei ihrer 26:46 (11:23)-Niederlage beim TuS Dotzheim. Erschwerend kam hinzu, dass den Südhessen praktisch alles gelang, was sie anpackten. Und so waren auch die 20 Tore Differenz am Ende ein recht passendes Abbild dessen, was sich in den 60 Minuten zugetragen hatte.

Das begann schon gleich vom Anwurf weg, als die Rot-Weißen zwei Fehler zu Ballverlusten produzierten und mit 0:2 in Rückstand gerieten. Denn Dotzheim machte kurzen Prozess, ging erst gar nicht ins Positionsspiel über, sondern suchte den direkten Abschluss. Das wurde den Melsungern nach weitgehend ausgeglichen verlaufenen fünf Minuten, in denen sie das Tempo mitzugehen versuchten, zum Verhängnis. Als nämlich nach Eugen Gisbrechts 3:4-Anschluss (4.) der Faden völlig riss, sich die Ungenauigkeiten im Angriff häuften und Dotzheim gnadenlos jeden Fehler zum Torerfolg nutzte. Nach Leander Schmidtmanns Tempogegenstoß zum 9:4 (13.) nahm Trainer Georgi Sviridenko die erste Auszeit.

Ohne das Unheil damit aufhalten zu können. Denn mehr als das Schritt halten und den Abstand wenigstens annähernd zu konservieren war nicht drin. Merlin Kothe traf aus dem Rückraum, Christian Damm zweimal schön vom Kreis. Mehr als ein Hinterherhecheln war das allerdings nicht. Als Jona Gruber nach seinem 9:14 (20.) für zwei Minuten raus musste und Georgi Sviridenko das mit dem sechsten Feldspieler zu kompensieren versuchte, ging das voll nach hinten los. Gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit Ballverlust im Angriff und eiskalte Würfe ins verlassene Tor – 9:17 nach 23 Minuten und schon die zweite Auszeit.

Abermals ohne nennenswerte Resultate. Es blieb ein Fehlerfestival vorn mit der oftmaligen Verweigerung des schnellen Rückzuges. Die Gastgeber mussten gar nicht viel mehr tun als einfach nur zu treffen, sobald der erste eine freie Wurfgelegenheit bekam. Was meist fix ging, denn Lücken gab es reichlich in der MT-Hintermannschaft. Dass Hans-Josef Embs frühzeitig munter durchwechselte, tat dem Kombinationsfluss der Dotzheimer keinen Abbruch. Im Gegenteil hatten sich zur Pause schon neun seiner elf Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen.

Nur kurz durfte man nach den Seitenwechsel auf Besserung hoffen. Als nämlich die ersten zwei Angriffe der Hausherren völlig ungewohnt ins Leere liefen und Mario Schöberl nur die Unterkante der Latte traf. Was indes fehlte, war das Ausnutzen dieser neuen Situation, denn auch die MT traf nicht. So dauerte es mehr als drei Minuten bis zum ersten Erfolg der zweiten Halbzeit und der Schütze hieß  Dennis Assmann – einer der beiden, die bis dahin noch nicht getroffen hatten.

Dass sich die Bartenwetzer kampflos ergeben hätten, konnte man wirklich nicht behaupten. Zumindest im Spiel nach vorn gab es die eine oder andere schöne Aktion. Jona Gruber traf, Adam Kiss meldete sich mit souverän verwandeltem Siebenmeter nach langer Verletzungspause zurück und Martin Reinbold setzte sich aus der Nahdistanz durch. Das bedeutete, wenn man wirklich Positives suchte an diesem Abend, in den ersten Minuten nach der Halbzeit bis zum 17:28 (39.) sogar ein Plus von einem Tor.

Der Haken dabei: die Abwehrleistung war schlicht und einfach ungenügend. Hatte Glenn Eggert in der ersten Hälfte schon schlecht ausgesehen, machte es Daniel Kocsis in der zweiten nicht besser. Was nur bedingt ein Vorwurf sein kann, denn viele Bälle waren nicht zu sehen. Dotzheim musste seine Tore aus acht, neun Metern gar nicht durch Sprungwürfe erzielen. Meist kam das Leder halbhoch durch die Deckung geflogen und war, wenn überhaupt, erst im letzten Moment zu sehen. Nicht zu reden von den vielen abgefälschten Würfen, die beide Keeper oft genug auf dem falschen Fuß erwischten.

So ist der weitere Verlauf der Partie dann auch schnell erzählt. Dotzheim spielte sich in einen regelrechten Rausch, bei dem sogar der Hallensprecher kaum mit den Torschützen hinterher kam, Melsungen zog einen Schwarzen Peter nach dem nächsten. Exemplarisch die 48. Minute: seltener Ballgewinn der MT, den Gegenstoßpass auf Martin Reinbold aber glatt überworfen. Dotzheims Fabian Kovacs versucht sich im darauffolgenden Angriff mit einem blinden Wurf hinter dem Rücken, trifft dabei sogar den Pfosten. Von dort springt der Ball direkt dem verdutzten Dennis Assmann in die Arme und der düpiert Daniel Kocsis völlig frei mit einem Heber zum 35:20.

Viel Neues war dann in der verbleibenden Zeit nicht mehr zu erwarten. Der TuS konnte tun und lassen was er wollte, es klappt einfach alles. Marius Reinheimer und vor allem Marc Theuner nutzten die sich ihnen bietenden Gelegenheiten ohne Fehlversuche und schraubten das Resultat in die Höhe. Da taugten die beiden Tore von Nino Jedinak ebenso wenig zur Kosmetik wie das letzte der MT durch Julian Fuchs. Am Ende waren es dann tatsächlich zwanzig Differenz, und das nicht einmal unverdient gegen eine über 60 Minuten praktisch nicht existierende Melsunger Deckung.

Statistik

MT2: Eggert (2 Paraden, 23 Gegentore), Kocsis (2 P. / 23 G.) – Haeske 1, Jedinak 4, Avram, Kothe 6, Damm 2, Reinbold 3, Gisbrecht 1, Fuchs 2, Kiss 2/2, Gruber 5 – Trainer Georgi Sviridenko.

TuS: Robinson (7 P. / 11 G.), Toru (6 P. / 15 G.) – Schubert 7, Kovacs 8, Schuhmacher 1, Assmann 3, Schöberl 4, Schmidtmann 4, Föller 1, Funk 4, Battermann, Reinheimer 6, Teuner 8/2 – Trainer Hans-Josef Embs.

Z: 250 - SR: Bley / Bulat (Großen-Linden/Kastel ) - Strafen: 6 : 2 Minuten – 7m: 3/2 : 2/2.

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