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Trainer Björn Brede war sauer: seine Auszeiten verpufften, die Mannschaft konnte das Ruder trotz klarer Ansagen nicht herumreißen. (Foto: WMK)

JBLH: Tag zum Vergessen gegen Dutenhofen/Münchholzhausen

Die MT Talents haben in der Jugendhandball-Bundesliga ihre erste Heimniederlage der Saison kassiert. Gegen die HSG Dutenhofen stand am Ende eine 25:29 (14:15)-Niederlage auf der Anzeigetafel. Die war einer ganz schlechten Chancenverwertung sowie der großartigen Leistung des Gästetorhüters Lüko Fischer geschuldet, der 45% aller auf seinen Kasten abgefeuerten Würfe parierte. Die MT Talents bleiben zwar zumindest bis Sonntag auf Platz vier der Weststaffel, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen würde, haben nun aber die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen punktgleich im Nacken, der nächste Auswärtsgegener, Eintracht Hagen, hat als Siebter nur einen Zähler weniger. Münster könnte mit einem Erfolg in Saarlouis noch an allen vorbeiziehen.

Dabei sah es im Hessenderby in der Anfangsviertelstunde erst einmal sehr gut aus für die Nordhessen. Die starteten zwar vornehm zurückhaltend, gestatteten den Gästen eine schnelle 2:0- und 3:1-Führung (3.), fanden dann aber langsam und stetig in ihr gewohntes Spiel. Was bedeutete: Ole Pregler zog im Rückraum die Fäden, setzte seine Nebenleute gekonnt in Szene oder traf selbst. So ging das 4:3 (6.) ebenso auf sein Konto wie das starke Anspiel auf Lasse Hellemann am Kreis, das das 5:4 bedeutete (7.). Ein reaktionsschneller Jona Rietze nach Abpraller sowie Julian Fuchs von der Siebenmeterlinie holten nach elf Minuten mit 7:5 die erste Zwei-Tore-Führung, dann traf Ben Beekmann per Tempogegenstoß sogar zum 11:7 (14.).

Was jedoch für längere Zeit das letzte Lebenszeichen des rot-weißen Angriffs darstellte. Jan Waldgenbach traf doppelt zum 11:9 (16.) und obwohl der eingewechselte Moritz Goldmann im MT-Tor gleich den ersten Wurf parierte, kam die HSG über nochmal Waldgenbach und Ole Klimpke zum 11:11-Ausgleich. Ole Pregler war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend aus dem Spiel genommen, David Kuntscher hatte Ladehemmung. Es lief nicht viel zusammen im Spiel nach vorn, zumal auch der eingewechselte Malvin Haeske zu hoch visierte statt ins Netz. Einmal noch entwischte Pregler seinen Bewachern und verwertete das Kempa-Anspiel von Julian Fuchs zum 12:11 (21.). Dann drehte sich das Blatt und Julian Fuchs mit zwei Toren war es zu verdanken, dass es bis zur Pause nicht schon deutlicher zu Gunsten der Dutenhofener stand.

Die knüpften nach dem Seitenwechsel sofort wieder an ihr starkes Spiel direkt vor der Pause an. Und konnten sich dabei weiterhin auf Lüko Fischer verlassen. Der sonst in der U23 in der Oberliga eingesetzte Zerberus zeigte eine Glanzparade nach der nächsten und verunsicherte die Melsunger Angreifer immer mehr. Nur weil Moritz Goldmann auf der Gegenseite ihm kaum nachstand, blieb der Abstand überschaubar. Zwischendrin trafen sogar Pregler und Kuntscher aus dem Rückraum, so dass es beim Stand von 17:18 in der 35. Spielminute noch nach anhaltender Spannung ausschaute.

Es folgte die nächste Durststrecke der MT Talents, die für endlos lang erscheinende acht Minuten nichts Zählbares mehr auf die Anzeigetafel brachten. Fischer wuchs förmlich über sich hinaus und parierte nacheinander gegen Julian Fuchs von Rechtsaußen, gegen Jona Rietze im Tempogegenstoß und entschärfte auch noch David Kuntschers Stemmwurf. Das Zutrauen der Gastgeber sackte sichtbar in den Keller und die Fehler häuften sich. Was den Mittelhessen voll in die Karten spielte. Die waren zwar auch alles andere als fehlerfrei, trafen aber zumindest regelmäßig. Als Lasse Hellemann endlich auch mal wieder einen Treffer bejubeln durfte, war das lediglich die Verkürzung auf 18:22 (43.).

Direkt vorangegangen waren gleich zwei Auszeiten, die Melsungens Trainer Björn Brede innerhalb von nur dreieinhalb Minuten nahm. Doch an welchen Stellschrauben er auch drehte, es kam nichts davon bei seiner Mannschaft an. Die gerieten erst mit 18:24 ins Hintertreffen (45.), ließen beste Gelegenheiten durch Benjamin Fitozovic (von Rechtsaußen drüber) sowie Malvin Haeske (zentral vollkommen frei an die Latte) aus und drohten nach Lasse Hellemanns Disqualifikation wegen eines Remplers völlig unterzugehen, als Leon Frenko zum 19:26 einwarf (51.).

Passte Malvin Haeskes anschließend gegen Lüko Fischer vergebener Siebenmeter noch ins Bild, läutete seine schnelle Reaktion und der verwandelte Nachwurf zum 20:26 (52.) wenigstens noch eine positive Schlussphase ein. In der Haeske selbst noch zweimal von der Linie traf und der eingewechselte René Andrei zweimal sowie der ebenfalls erst spät eingesetzte Louis Badenheuer trafen. Das reichte freilich nicht mehr für Zählbares, so dass nach der ersten Heimniederlage der Saison nun nur noch Siege zählen, um das Ziel „Meisterrunde“ nicht aus den Augen zu verlieren.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: In der Phase nach der 11:7-Führung hatten wir Probleme in der Deckung. Wetzlars Rückraum und vor allem Klimpke hat zu viele Würfe bekommen. Da waren wir einfach nicht dicht genug dran. Dann gleicht die HSG aus, wir werden immer fahriger. Wir spielen uns zwar gute Möglichkeiten heraus, lassen sie dann aber liegen. Es nutzt nichts, wenn man die Außen gut in Szene setzt, die dann die Bälle aber nicht rein machen. Mit jedem Fehlversuch geben wir dann dem Gegner jeweils eine nächste Chance. So konnte Wetzlar sukzessiv immer einen draufsetzen. In der zweiten Hälfte haben wir ganz viele schlechte Entscheidungen getroffen. Mit 23 Fehlwürfen und 13 technischen Fehlern haben wir das Spiel letztendlich selbst verloren. HSG-Torhüter Lüko Fischer hat seinen Teil dazu noch beigetragen.

Thomas Weber: Uns war vor dem Spiel klar, dass wir, wenn wir verlieren, weg sind vom Fenster. Aber am Anfang fehlten uns Aggressivität und Kompaktheit. Deshalb war ich unzufrieden und habe mir nacheinander einzelne Spieler, die mit dem Kopf nicht dabei waren, zum Aufwecken auf die Bank geholt. Dann ist passiert, was sich jeder Trainer wünscht: die Jungs haben das Angesprochene umgesetzt und es hat alles funktioniert. Wichtig war, dass wir Melsungens schnelle Mitte gut verteidigt haben. Nach der Pause wollten wir nicht mehr so offensiv raus wie in der ersten Halbzeit, um die Anspiele an den Kreis besser zu verteidigen. Heute ist bei uns fast alles aufgegangen.

Statistik

mJSG: Herbst (3 Paraden, 9 Gegentore), Goldmann (14 P. / 20 G.), Büde (n. e.)  – Haeske 4/2, Dobriczikowski 1, Badenheuer 1, Beekmann 2, Pregler 5, Rietze 2, Fitozovic, Andrei 2, Hellemann 2, Fuchs 4/3, Kuntscher 2 – Trainer Björn Brede.

HSG: Fischer (20 P. / 25 G.), Rinn (n. e.) – Klotz, Klimpke 7, Steinmüller 1, Grassl 1, Kunzendorf  5, Dittmar, Frenko 2, Waldgenbach 7, Geffert 5, Müller 1 – Trainer Thomas Weber.

Z: 126 - SR: Janz /Sug (Oberwiehl) - Strafen: 2 : 8 Minuten – Disqualifikation: Hellemann (MT, 51.) - 7m: 7/5 : 0/0

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