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So wird's gemacht. Melina Horn von "Horn DigitalDruck" zeigt Jonas Pitz, Benjamin Suck und Lukas Franz, wie mit Hitze und Pressdruck das Sponsorenlogo auf's Shirt kommt. (Foto: WMK)

MT 3: "Teambuilding" mal anders

Wenn sich zehn Spieler einer Bezirksoberliga-Handballmannschaft an einem gewöhnlichen Werk-Dienstag nachmittags zusammenfinden, ohne dass ein Spiel oder auch nur Training auf dem Programm steht, ist das schon ungewöhnlich und einen Hingucker wert. Was also veranlasste die MT Melsungen 3 dazu, sich zu diesem ungewöhnlichen Termin in den Arbeitsräumen des Sponsors „Horn DigitalDruck“ im beschaulichen Kirchhof zu treffen? Die Antwort ist am Ende doch recht einfach: man könnte es „Teambuilding“-Maßnahme nennen – mit einem Sponsor.

Also nicht so, wie man das aus der Saisonvorbereitung kennt, wenn für gewöhnlich Neuzugänge integriert werden müssen und das Vertrauen ineinander gestärkt wird. Das wäre gerade bei dieser Mannschaft, die seit Jahren in praktisch unveränderter Besetzung zusammen spielt, nicht wirklich nötig. Vielmehr diente der Nachmittag dazu, die Verbindung zum Sponsor „Horn DigitalDruck“ zu stärken. Man kennt das als Sportler: neue Ausrüstung und Kleidung, nehmen, anziehen, repräsentieren, spielen. Natürlich personalisiert mit Nummer und Namenskürzel, Vereinsemblem, Sponsorenaufdruck. Eine Selbstverständlichkeit, oder?

Nein, ist es nicht. Im Gegenteil steckt viel Arbeit dahinter, bis aus der Lieferung des Ausrüsters mit Hilfe des lokalen Unterstützers das Trikot, die Hose, das Shirt wird, was jeder Spieler „seine Ausstattung“ nennt. Und genau das ließen sich die MT3-Spieler an diesem Nachmittag nicht nur zeigen, sondern legten sogar selbst Hand an. Nicht etwa versuchsweise an irgendwelchen Test-Textilien, sondern in diesem Fall tatsächlich an genau den Aufwärm-Shirts, die künftig im Vorfeld der Spiele getragen werden.

Da war dann verständlich, dass jeder einzelne Akteur akribisch darauf achtete, dass die vorher auf dem Drucker selbst produzierten Logos sauber, vollständig, gerade und auf den Millimeter genau von der Trägerfolie auf den Stoff gelangten. Was gar nicht einmal so leicht war, denn vorgestanzte Schrift und Grafik mussten in Feinarbeit und mitunter mit Hilfe von Pinzetten zunächst einmal mühsam vom überschüssigen Randmaterial getrennt werden. War das geschafft, wurde der jeweilige Aufdruck mittels mechanischer Presse und Hitze aufgebracht. Bei Nummer, Namenskürzel, Vereinsemblem und unterschiedlichen Sponsorenaufdrucken kann die Fertigstellung eines einzigen Shirts so schon einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dass mit Melina Horn, bis vor kurzem selbst noch hochklassig aktiv, eine Handball-Fachfrau alles erklärte und anfangs alle nötigen Handgriffe zeigte, half natürlich sehr. Sie konnte sich aber nach einiger Zeit sogar zurückziehen und um ihr Tagesgeschäft kümmern, so gelehrig und geschickt zeigten sich die MT3-Protagonisten. Nach zwei Stunden war es schließlich geschafft: ein Satz Aufwärm-Shirts war fertig, die „Leiharbeiter“ zufrieden mit ihrem Werk. Reicher um die offen formulierte Erkenntnis des Tages: „Da steckt viel mehr Arbeit drin als man denkt“. Denn schließlich ist die MT Melsungen 3 nicht die einzige Mannschaft des Vereins, die neu ausgerüstet wurde, sind nicht immer gleich zehn Arbeiter am Werk und sind Aufwärm-Shirts nicht die einzigen Ausrüstungsgegenstände …

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