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Mit 13 Toren war Julian Fuchs erfolgreichster Torschütze der MT Talents. Auch in dieser Szene lässt er TVH-Torhüter Finn Rüspeler keine Abwehrchance. (Foto: WMK)

JBLH: Starker Auftakt zur Tabellenführung

Die MT Talents haben mit einem 34:24 (18:13) über den TV Hüttenberg einen Traumeinstand in die neue Saison der Jugendhandball-Bundesliga gefeiert und sich sofort, punkt- und torgleich mit Eintracht Hagen, an die Tabellenspitze der Staffel West gesetzt! Angeführt von Julian Fuchs und David Kuntscher, die allein zwei Drittel aller Melsunger Tore erzielten, dominierte der MT-Nachwuchs seinen Gegner in allen Belangen.

Wobei der TVH sogar den besseren Start für sich verbuchte. Zweimal Philipp Schwarz, zweimal drin – 0:2 nach nicht einmal zwei gespielten Minuten. Unmittelbar gekontert allerdings durch den zweiten Doppelpack des Tages, diesmal von David Kuntscher auf der anderen Seite. Genau so ging es auch zunächst weiter: annähernd auf Augenhöhe. Denn die Gäste hielten auch noch dagegen, nachdem erst Ole Pregler ein Kempa-Anspiel von Julian Fuchs spektakulär zum 5:4 abschloss und der Rechtsaußen selbst nur 30 Sekunden später auf 6:4 erhöhte (9.).  Fünf Minuten darauf machte Patrick Jockel das 7:7 und stellte alles wieder auf Anfang.

Nach dieser ausgeglichenen Anfangsviertelstunde zogen die Melsunger die Zügel an. Oder besser: ihre Linkshänder auf der rechten Angriffsseite drehten auf. David Kuntscher zog mit Macht in Richtung Mitte, zwang damit die Hüttenberger Abwehr, nach innen zu verdichten und öffnete damit den Raum für Julian Fuchs. Dreimal klappte das wie aus dem Lehrbuch und Fuchs profitierte, zweimal schaffte es Kuntscher selbst, weil die TVH-Deckung nicht rechtzeitig zumachte – 12:8 (22.). Einmal schob sich Ole Pregler dazwischen, dann waren wieder Fuchs, diesmal per Siebenmeter, und Kuntscher zum 15:10 dran. Ein komfortabler Vorsprung, der bis zur Pause Bestand hatte.

Der Auftakt zur zweiten Hälfte geriet zum Schlagabtausch der Torhüter. Zuerst glänzte Hüttenbergs Michael Fiedler, der den glücklosen Finn Rüspeler schon im ersten Durchgang abgelöst hatte, mit einer Doppelparade. War dann aber einmal mehr machtlos gegen Julian Fuchs, der doppelt traf und auf 20:13 erhöhte (33.). Dann zog Jan-Lasse Herbst nach und ließ sich erst nach vier Minuten von Luka Puselja erstmals nach der Pause bezwingen. Da hatte sich der Talents-Angriff aber längst gefunden. Zeigte, dass das, was über den rechten Flügel so vorzüglich klappte, auch links erfolgreich sein kann: Rene Andrei markierte das 21:14 (35.).

Dennoch war es nicht ganz so klar, wie es das Ergebnis Glauben machte. Die Unterschiede lagen eher im Detail. Oder besser: in der Aufmerksamkeit der Deckungsreihen und auch etwas im Bereich des Glücks. Denn während die Paraden von Jan-Lasse Herbst fast ausnahmslos in Ballbesitz für seine Mannschaft mündeten, waren die von Michael Fiedler oft quasi Muster ohne Wert. So, als er klasse gegen den stark bedrängten Lasse Hellemann vom Kreis reagierte, dann aber gegen den verhängten Siebenmeter von Fuchs machtlos war. Der gleiche Ablauf nur wenig später beim Entschärfen eines Pregler-Wurfes. Gefolgt von der nächsten Glanztat beim Tempogegenstoß von Benjamin Fitozovic, nach der sich der allgegenwärtige Fuchs den Abpraller schnappte und ins freie Tor schubste (24:16 (41.).

Von derlei Tiefschlägen gebeutelt, erlahmte die Gegenwehr des TVH allmählich. Jona Rietze lief fast Slalom durch die Hüttenberger Abwehr und traf zum 25:17, Jan-Lasse Herbst fuhr bei Niklas Roths Konter reaktionsschnell den Fuß aus und passte nach der nächsten Parade über das gesamte Feld millimetergenau in den Lauf von Julian Fuchs, der auf 27:19 stellte (45.). Melsungens Trainer Björn Brede konnte es sich früh leisten, seinen Stammspielern Ruhepausen auf der Bank zu verschaffen und allen Akteuren Einsatzzeiten zu geben. David Kuntscher, der nach sieben Toren allein im ersten Durchgang für zwanzig Minuten verschnaufen durfte, machte sein persönliches Erfolgskonto schließlich ebenso noch zweistellig wie auch den ergebnistechnischen Abstand zum Gegner. Den umjubelten Schlusspunkt aus Sicht der Gastgeber lieferte allerdings mit Navtej Dhaliwal ein B-Jugendlicher.

Stimmen zum Spiel

Björn Brede: Ich habe heute viele gute Sachen meiner Mannschaft gesehen. Wir haben gut losgelegt, waren ab dem 3:2 immer vorn. Es hat zwar etwas gedauert bis wir uns absetzen konnten, aber das klappte dann sukzessive und zur Pause waren es schon fünf vor. Die zweite Hälfte haben wir souverän runtergespielt. Wir hatten die Möglichkeit, alle Spieler einzusetzen und auch Ruhepausen zu geben. Die Abwehr hat mit der normalen 5:1-formation sehr gut funktioniert, die versetzte 5:1 hat noch Luft nach oben. Später dann im 6:0-Verbund war das mit Ebner in der Mitte wieder stark. Am Ende hätten wir etwas geduldiger spielen müssen, da haben wir Hüttenberg einige Bälle geschenkt, weil es zu überhastet an den Kreis gehen sollte.

Michael Fiedler: Wir haben gut begonnen. Dann aber schon in der ersten und auch später in der zweiten Halbzeit Probleme gehabt, in eine gute Position zu kommen. Gegen den Kreis haben wir gut verteidigt, aber nicht im Duell Mann gegen Mann. Dazu kam zu wenig Effektivität im Angriff. Irgendwann waren wir zu ausrechenbar für den Gegner. Melsungen hat das Spiel verdient gewonnen. Sie waren athletischer und haben ein höheres Tempo gespielt.

Statistik

mJSG: Herbst (15 Paraden, 19 Gegentore), Büde (5 P. / 5 G.), Goldmann (n. e.)  – Badenheuer 2, Ebner, Pregler 2, Rietze 3, Fitozovic, Dhaliwal 1, Andrei 2, Hellemann 1, Fuchs 13/4, Kuntscher 10 – Trainer Björn Brede.

TVH: Rüspeler (3 P. / 13 G.), Fiedler (10 P. / 21 G.) – Stankewitz 3, Stahl, Kirschner 1, Opitz 4, Roth 3, Theiss 1, Schwarz 6/2, Puselja 2, Nandzik, Jockel 3, Hantl 1 – Trainer Michael Ferber.

Z: 156 - SR: Schmitz / Schmitz (Mönchengladbach) - Strafen: 4 : 12 Minuten – 7m: 4/4 : 2/2.

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