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Mit dem passenden Shirt der MT Talents ausgestattet inmitten der Trainer und Physitherapeuten aus dem Leistungsbereich: Dr. med. Georg Fieseler, der absofort den medizinischen Stab im Jugendhandball verstärkt. (Foto: WMK)

MT Talents: Dr. med. G. Fieseler verstärkt den medizinischen Betreuer-Stab im Melsunger Jugendhandball

Zum Saisonabschluss, und damit gewissermaßen pünktlich zum (regenerativen) Start in die nächste Spielzeit, haben die MT Talents einen weiteren „Neuzugang“ zu verzeichnen. Allerdings nicht auf dem Feld, sondern im medizinischen Betreuer-Stab. Mit Dr. med. Georg Fieseler stößt der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Hann. Münden zum Team. Er ergänzt damit die schon betreuend tätigen ärztlichen Kollegen Dr. med. Frank Döring und Dr. med. Gerd Rauch, der sich neben den Profis der 1. Mannschaft auch um den Nachwuchs kümmert.

Die Zusammenarbeit mit Dr. Fieseler startete mit einem Abendseminar für die Trainer und Physiotherapeuten der Jugendmannschaften im Leistungsbereich zur persönliche Vorstellung, zum Kennenlernen und Wissensaustausch. Die Sportmedizin ist eines der Gebiete, in denen sich Dr. Fieseler besonders gut auskennt, was in den Ausführungen seines Vortrages auch deutlich wurde. Die populären Mannschaftssportarten Fußball, Basketball, Eishockey und natürlich Handball wurden vergleichend ins Visier genommen, wobei erstaunlich viele Parallelen ausführlich und eindrucksvoll dargestellt wurden. Diese Ähnlichkeiten zeigen sich nicht nur in den Arten der Blessuren, sondern vor allem in deren zeitlicher Verteilung auf die Saison.

So häufen sich Verletzungen speziell zum Beginn einer Saison und zum Start der Rückrunde nach einer Wettkampfpause, was im Resultat dieser Betrachtung Fragen nach eventuell zu kurzer Vorbereitung oder aber zu früher Maximal-Belastung der Sportler aufwirft, gleichzeitig Raum für Lösungsansätze aufzeigt. Nachgedacht werden sollte über eine generelle Streckung der Vorbereitung, um zwischendurch auch kurze Regenerationsphasen einbauen zu können. Ein Ansatz, der sich in den aktiven Wettkampf übertragen lässt. Denn dort steigen die Risiken jeweils zum Ende der Halbzeiten hin. Auch hier bieten sich Rotationsmodelle zur zwischenzeitlichen Schonung und Regeneration der Aktiven an.

Generell ging es um die Bedeutung der Verletzungsprävention, beziehungsweise der Einflussnahme von Verletzungen auf den Gesamterfolg eines Teams. Dass zum Ende hin oftmals nicht die nominell stärkste Mannschaft den Titel holt sondern die, die es schafft, den Kader ohne große Ausfälle konstant durch die Spielzeit zu bringen, ist keine Seltenheit. Zumal gerade im Handball zwei der häufigsten Verletzungsformen, sofern sie auftreten, alle Ambitionen zu Nichte machen können. Durchschnittlich fehlt ein Spieler seinem Team satte 30 Tage im Jahr durch Verletzungen. Ein Wert, der speziell von Kreuzbandrupturen (Durchschnitt bis zur Rückkehr 258 Tage!) oder Schulterverletzungen nach oben getrieben wird. Kein Wunder bei Laufstrecken bis zu 6,5 Kilometern pro Spiel oder 48.000 Schulter- bzw. Wurfbewegungen mit Ablaufgeschwindigkeiten bis zu 130 km/h in der Spitze.

Wobei gerade Probleme mit der Schulter in der Regel nicht als „Akutverletzung“ zählen. Hier geht es im Gegenteil um die fortwährende Belastung, die eine Vielzahl sogenannter Mikrotraumata verursacht. Entgegenwirken können spezielle Formen der Vorbereitung wie ein Stretching der Gelenkkapsel vor der eigentlichen Belastung. Gegenwirkende Bewegungsabläufe dienen dabei nicht zur Schulung von Wurfmustern, sondern zur Steigerung der Aktivitätsradien des Gelenkapparates.

Natürlich wurde im Laufe des Abends vieles aufgefrischt und Bekanntes vertieft oder von anderer Seite beleuchtet. Es ergaben sich aber für alle Teilnehmenden auch ganz neue Aspekte und Einblicke in sehr komplexe Gebiete wie Knie- und Schultergelenkschirurgie sowie den ebenfalls ausführlich angesprochenen Bereich der Kopfverletzungen. Wobei in jedem Sektor klar zum Ausdruck kam, dass Verletzungen keinesfalls Ausschlusskriterien für den Trainingsbetrieb darstellen. „Wer Knie hat, kann was für den Oberkörper tun, wer Schulter hat kann den Rumpf und die Beine trainieren“, lautete das Fazit des gesellig ausklingenden informativen Abends.

Zur Person

Dr. med. Georg Fieseler ist 56 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder. Der aus Warburg (Westfalen) stammende Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie & Orthopädie sowie Sportmedizin betrieb von 2003 bis 2015 eine Kassenärztliche Praxis mit operativem Schwerpunkt, wobei die Schulter-, Knie- und Arthroskopische („Minimal invasive“) Chirurgie schon immer einen Chirurgischen Schwerpunkt gebildet hat. Nach Zwischenstationen in Wuppertal und als Sektionsleiter für Schulter- sowie Sportorthopädie am Helios Klinikum Warburg nahm er zum 01.04.2019 das Angebot an, die Leitung der Klinik in der Fulda-, Werra- und Weserstadt zu übernehmen.

Der Weg vom „Einzelkämpfer“ zum „Teamplayer“ spiegelt sich auch in seiner persönlichen sportlichen Entwicklung wider, wo er als passionierter Einzelsportler (Triathlon) erst über die Berührungspunkte innerhalb seiner beruflichen Tätigkeit mit den Mannschaftssportarten Fußball und Handball (TG Münden, ESG Gensungen/F.) in Berührung kam. Seit 2004 betreut Dr. Fieseler Handball-, Fußball- und viele andere Mannschafts- sowie Einzelsportler im Amateur- sowie Profi-Bereich, ist in Süd-Niedersachsen, Nordhessen und Südost-Westfalen dafür bekannt.

„Die Jugendarbeit der MT Melsungen ist eine wachsende Pflanze. Ich möchte helfen, die Umgebungsparameter zu verbessern, ohne dabei aber bestehende Strukturen umzustoßen. Es geht mir um das Bereichern und Optimieren des Bestehenden“, umreißt er seine Motivation, in Verbindung mit den MT Talents die nächsten Ziele anzugehen. Dr. Fieseler liest in seiner Freizeit zur Entspannung gern Belletristik, liebt Frankreich, betreibt selbst gern Sport und erkundet seine Umgebung mit seinem Fahrrad oder Motorrad.

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