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DEUTSCHER MEISTER! Die B-Jugend der MT Talents holte sich den letzten zu vergebenden nationalen Titel und beschloss damit die DHB-Saison 2018/19. (Foto: WMK)

DM B-Jugend: Die MT Talents sind DEUTSCHER MEISTER 2019!

Sie haben es getan! Die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ist DEUTSCHER MEISTER der Saison 2018/19! Dazu genügte nach dem knappen Hinspiel-Erfolg ein 28:28 (14:8)-Unentschieden beim SC DHfK Leipzig. Dabei schien es bei Halbzeit so, als steuerten die MT Talents einem klaren und ungefährdeten zweiten Finalsieg entgegen. Dann drehte Leipzigs Niclas Heitkamp auf und machte alles noch einmal eng. Bevor sich am Ende die Abgeklärtheit und Ruhe der Nordhessen durchsetzte, die sich damit erstmals mit dem höchsten nationalen Titel belohnten.

Hoch konzentriert, ballsicher und mit unwiderstehlichem Drang zum Tor bestimmte der MT Nachwuchs die Anfangsphase, offenbarte dabei aber zunächst die gleichen Probleme in der Defensive wie noch im Hinspiel. Vorn gelang fast alles, warfen Paul Kompenhans, Jona Rietze, Lasse Hellemann und David Kuntscher per Siebenmeter eine 4:3-Führung heraus (5.), die Rietze und Kompenhans auf 6:4 ausbauten (8.). Begünstige von einer Zeitstrafe gegen Franz Häher, der Paul Kompenhans unsanft von den Beinen geholt hatte.

Weil David Kuntscher sowie Ole Pregler nachlegten und Ben Beekmann nach klasse Rettungsaktion von Jannik Büde gegen Mika Sajenev und einem Ballgewinn in der Abwehr den folgenden Tempogegenstoß versenkte, standen nach nur elf gespielten Minuten schon neun Melsunger Tore bei nur fünf Gegentreffern auf der Anzeigetafel. Was Franz Häcker und Paul Bones für die Grün-Weißen kurzzeitig wieder freundlicher aussehen ließen. Dass es nicht noch enger wurde, dafür sorgte Jannik Büde mit Glanzparaden gegen Paul Bones und Dominik Eckart.

Denn es hakte nach David Kuntschers 11:8 (19.) plötzlich in der Vorwärtsbewegung. Pässe kamen nicht an, Bälle flogen ins Aus, Philipp Seidemann im Tor der Gastgeber tat das Seine dazu. Wobei Leipzig mit den gleichen Problemen kämpfte. Keine Ideen, keine Durchschlagskraft, kein Konzept gegen die inzwischen stark stehende Deckung der Nordhessen. Und im Kasten ein Jannik Büde, der die wenigen hoffnungsvollen Versuche des SC wie von Niklas Hagenow über Rechtsaußen vereitelte. Weil Melsungen seine Linie zuerst wieder fand, wuchs der Vorsprung bis zur Pause deutlich an.

Und blieb auch nach dem Seitenwechsel zunächst konstant. Die Tore fielen abwechselnd auf beiden Seiten, wobei die Frequenz wieder deutlich nach oben ging. Die Angriffsreihen legten an Spielwitz zu, beide Abwehrreihen offenbarten die gleichen Lücken wie zu Beginn der Partie. Mal lag Melsungen beim 18:11 (Jona Rietze, 33.) noch deutlicher vorn, dann rückte Leipzig auf vier heran (18:14 Niclas Heitkamp, 35.). Aber insgesamt blieb es bis zu Ben Beekmanns 21:15 durch Ole Preglers frechen Siebenmeter-Heber (41.) zunächst noch bei der Dominanz der MT Talents.

Dann aber drehte der SC DHfK auf. Oder besser; Niclas Heitkamp drehte auf. Der Spielmacher war, sah man vom ebenfalls sehr aktiven Dominik Eckart ab, so etwas wie ein Alleinunterhalter auf dem Spielfeld. Er suchte gar nicht mehr nach Abspielmöglichkeiten, sondern suchte jeden Zweikampf, jede Lücke der oder die zu finden war. Mit Erfolg. Nach seinem 23:20 (45.) wachte das Leipziger Publikum auf, das zuvor vom starken rot-weißen Anhang klar in den Schatten gestellt worden war. Und im Anschluss an sein 25:24 hielt es in der kompletten Arena niemanden mehr auf den Sitzen. Da waren noch knapp drei Minuten auf der Uhr.

Leipzig roch Lunte, hatte längst auf die zuvor schon einmal bei Überzahl praktizierte offene Manndeckung umgestellt. Die Nordhessen haderten indes mit dem Wurfpech. Ben Beekmann scheiterte allein zweimal am Gebälk, beide Male war der Ball anschließend weg. Sehr zur Freude von Niclas Heitkamp. Doch seine fulminanten Einzelaktionen, wenn  auch erfolgreich abgeschlossen, führten 37 Sekunden vor Spielschluss lediglich zum späten 27:27-Ausgleich. So ruhig und abgebrüht zuvor schon Benjamin Fitozovic abgeschlossen hatte, so cool schnappte sich Lasse Hellemann mit 18 Restsekunden auf der Uhr das Leder und vollendete zum 28:27.

Die Entscheidung, auch wenn – natürlich – Heitkamp mit seinem zwölften Volltreffer nach der Pause zumindest noch der Ausgleich gelang für tapfer kämpfende, aber am Ende gegen die verdient triumphierenden MT Talents gelang. Die ließen sich nach dem Schlusspfiff mit Recht feiern von 250 restlos begeisterten und zum Großteil heiseren Anhängern, die schon während der Begegnung zeitweise für echte Heimspielstimmung gesorgt hatten. Die nach Abpfiff in einem schier endlosen Strom von der Tribüne herunter das Spielfeld fluteten – und Leipzig rot färbten!

Statisik

mJSG: Büde (11 Paraden / 28 Gegentore), Kröger (n. e.); Beekmann 4, Kompenhans 2, Ebner, Pregler 7/3, Rietze 3, Fitozovic 2, Dhaliwal, Andrei, Hellemann 4, Potzkai, Goujard, Kuntscher 6/2 – Trainer Georgi Sviridenko.

DHfK: Seidemann (10 P. / 27 G.), Weber (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Kock, Heitkamp 13/2, Bones 1, Häcker 4, Seifert, Peter, Hopfmann, Eckart 3, Hagenow 2, Sajenev 1, Leun 4 – Trainer Matthias Albrecht.

Z: 1.293 - SR: Thöne / Zupanovic (Berlin) - Strafen: 6 : 6 Minuten – 7m: 6/5 : 2/2.

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