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Er war nicht nur wegen seiner Tore Melsungens Aktivposten: Ben Beekmann, hier im Anflug zu einem seiner sechs blitzsauberen Feldtreffer. (Foto: HHF)

DM B-Jugend: MT Talents führen nach 27:26-Sieg "bei Halbzeit"

Was für ein Kraftakt! Die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen gewann das Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft mit 27:26 (15:14) gegen den SC DHfK Leipzig. Vor 1.211 Zuschauern, die die Melsunger Stadtsporthalle zeitweise in ein Tollhaus verwandelten. Und dabei durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt wurden, denn den größten Teil der Spielzeit führten die Gäste.

Mit verteiltem Spiel, mächtig Dampf in den Angriffsaktionen und äußerst treffsicher präsentierten sich beide Offensivreihen in den Anfangsminuten. Es ging hin und her zunächst mit Vorteil für die Hausherren, die sich durch Ole Pregler und Lasse Hellemann die ersten beiden Führungen holten, um dann sofort ins Hintertreffen zu geraten. Franz Häcker traf doppelt zum 2:3 (6.).

Was zunächst Ben Beekmann und David Kuntscher zum 5:4 zurückdrehten (8.), ehe wieder zweimal Häcker dran war zum 6:7 (10.). Die Ostdeutschen bekamen plötzlich sogar deutlich Oberwasser, als Philipp Seidemann glänzend gegen Beekmann parierte und erst Mika Sajenev, dann Dominik Eckart im Tempogegenstoß zum 6:9 traf  und Seidemann gleich noch einmal gegen Lasse Hellemann Sieger blieb (12.). Da war guter Rat teuer für die mJSG, denn die Partie schien früh zu entgleiten.

Verlass war jedoch auf die eigenen Fans. Die wurden laut, forderten Reaktion – und bekamen sie prompt. In Form von cleveren Aktionen von Paul Kompenhans, der sich gegen die sehr offensive 3:2:1-Deckung des SC DHfK wiederholt zum Kreis durchsetzte. So erzielte er den 8:9- wie auch etwas später, nach einem gehaltenen Siebenmeter von Jannik Büde gegen Niclas Heitkamp, den 9:10-Anschluss (18.).

Nun war Leipzig in Not. Weil auch die nächsten beiden Treffer nach diesem Muster fielen. Erst durch Lasse Hellemann als gelernten Kreisläufer, dann durch den gerade Sekunden zuvor erstmals eingewechselten Jona Rietze. Und als Ben Beekmann nach einer Parade von Jannik Büde und einem langen Pass genau in seinen Lauf das Leder im Netz zappeln ließ, bebte die Stadtsporthalle: die MT Talents führten mit 12:10 (20.). Nur selten sieht man ein Publikum schon vor der Halbzeit geschlossen stehen, aber nach Jannik Büdes zweitem gehaltenen Strafwurf, diesmal gegen Paul Bones, war es soweit. Zumal Beekmann und Ole Pregler für eine knappe Pausenführung sorgten.

Der Linksaußen der mJSG blieb auch nach der Pause größter Aktivposten. Zwei weitere Treffer zum 17:16 packte er noch auf sein persönliches Konto, dann war urplötzlich, wie schon in der ersten Hälfte, der Wurm drin. Nichts lief mehr, Leipzig brauchte nur geduldig auf Fehler der Melsunger Offensive lauern. Denn die kamen und führten schon fast zwangsläufig zur nächsten Wende. Natürlich wieder durch Franz Häcker, der den nächsten Doppelpack unterbrachte. Ole Pregler scheiterte erst an Philipp Seidemann, dann musste er für zwei Minuten runter. Freie Fahrt für die Gäste zum 17:20 (34.) und Auszeit durch Georgi Sviridenko.

Julius Kröger löste im Tor den nach dem Seitenwechsel unglücklich agierenden Jannik Büde ab, hattete aber bei Niclas Heitkamps 18:21 auch kein Fortune, denn dessen vom Pfosten zurückprallenden Wurf bekam es erst an den Arm, dann erst hinter der Linie zu fassen (36.). Es schien, als schlage das Pendel nun deutlich für die Messestädter aus. Zumal Paul Kompenhans zwar verkürzte, Niclas Heitkamp aber per Siebenmeter sofort das 19:22 folgen ließ (38.).

Auch die nächste Wende im Spiel war einer Strafe geschuldet. Niklas Hagenow musste runter, Leipzigs Deckungsverbund hatte sofort eine dicke Lücke. Zweimal traf David Kuntscher zum 21:22 (40.), die Halle war wieder voll da. Einmal noch entwischte Niclas Heitkamp der Sonderbewachung Beekmanns und machte das 21:23, dann folgten die Minuten des Julius Kröger.

So unglücklich wie bei der Aktion zuvor, so stark präsentierte sich der Schlussmann plötzlich. Parierte mehrfach glänzend und legte damit den Grundstein zur abermaligen und schlussendlich entscheidenden Wende. Seine dritte Glanztat gegen Finn Leun ebnete den Weg zu Ole Preglers 25:24 (46.). Der vierten fehlte leider die Veredelung, weil sein Gegenüber Philipp Seidemann gegen Pregler rettete. Der allerdings feierte dann doch noch einen erfolgreichen Abschluss zum 27:25, den Niklas Heitkamp von der Linie nur noch verkürzen konnte.

Am Ende feierten die MT Talents einen hart erkämpften Heimsieg, der aber vor allem nach den gezeigten Leistungen beider Teams noch gar nichts (vor)entscheidet. Getragen von einer fantastischen und für B-Jugendlichen wohl selten gesehenen Kulisse holten die Nordhessen aber zweimal einen schon kritisch scheinenden Rückstand wieder auf. Was für das Rückspiel kommende Woche nun Hochspannung verspricht, zumal die Sviridenko-Sieben auswärts in dieser Saison noch kein Spiel verloren hat. Und dank schon gut nachgefragtem Fan-Bus und zahlreichen avisierten Privat-PKW auch in Leipzig auf viel Unterstützung zählen darf.

Statisik

mJSG: Büde (7 Paraden / 19 Gegentore), Kröger (4 P. / 7 G.); Beekmann 6, Kompenhans 5, Ebner, Pregler 4, Rietze 2, Fitozovic, Dhaliwal, Andrei, Hellemann 4, Drosten, Potzkai, Kuntscher 6/2 – Trainer Georgi Sviridenko.

DHfK: Seidemann (8 P. / 27 G.), Weber (n. e.); Kock, Heitkamp 8/4, Bones 1/1, Häcker 10, Seifert, Peter, Hopfmann, Eckart 4, Hagenow, Sajenev 1, Leun 2 – Trainer Matthias Albrecht.

Z: 1.211 - SR: S. Thiyagarajah / R. Thiyagarajah (Gummersbach) - Strafen: 2 : 4 Minuten – 7m: 2/2 : 7/5.

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