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Der Jubel kannte nach Abpfiff keine Grenzen: Paul Kompenhans, Lasse Hellemann, René Andrei, Ole Pregler und Jona Rietze jubelten ausgelassen. (Foto: HHF)

DM B-Jugend: FINALE! Die MT Talents spielen um die Deutsche Meisterschaft!

Das Spiel verloren, aber die Endspielteilnahme gewonnen! Trotz eines 21:23 (11:12) gegen den SC Magdeburg zog die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen dank des 27:25-Hinspielerfolges vor Wochenfrist aufgrund der auswärts mehr erzielten Tore ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein! Schickte dabei aber erneut rund 800 begeisterte Zuschauer in der Melsunger Stadtsporthalle durch ein Wechselbad der Gefühle. Der Lohn für das Geleistete sind zwei Endspiele gegen den SC DHfK Leipzig, der sich mit einem Sieg beim THW Kiel für die Endspiele qualifizierte. Das erste Aufeinandertreffen ist bereits am kommenden Samstag um 16 Uhr, wieder in der Melsunger Stadtsporthalle.

Es sah in den Anfangsminuten ähnlich gut aus wir schon im Viertelfinale gegen Gummersbach. Die MT Talents erwischten einen klasse Start und führten durch einen Einläufer von Benjamin Fitozovic sowie Paul Kompenhans schnell mit 2:0 (2.). Vermochten diesen Vorteil zwar nicht auszubauen, aber immerhin bis zum 5:3 durch Ole Pregler zu konservieren (9.).

Bis dahin hatte Magdeburgs Renars Uscins schon einen Siebenmeter neben den Pfosten gesetzt und beide Tams wirkten extrem nervös. Immerhin, noch blieben die Gastgeber in Vorlage. Erneut Ole Pregler traf zum 7:6 (12.). Aber die Bördestädter fanden  immer besser ins Spiel. Konterten durch Josua Eberhard zum Ausgleich und hatten in den folgenden Minuten mit Carl-Philipp Haake den überragenden Spieler in ihren Reihen. Viermal in Folge, nur unterbrochen durch einen Erfolg von Benjamin Fitozovic, traf Magdeburgs Rückraum-Stratege und warf damit einen 11:8-Vorsprung für den SCM heraus.

Den erhöhte Philipp Heine sogar auf vier, obwohl Alexander Möller zu diesem Zeitpunkt eine Strafe auf der Bank abbrummte. Kurios, dass Niclas Behrend zu diesem Zeitpunkt erst zwei gehaltene Bälle auf seinem Konto hatte. Es war zu viel Unruhe und zu wenig Ordnung im Melsunger Angriff. Das änderte sich erst, als Ben Beekmann ins Spiel kam und gleich traf David Kuntscher nahm das Heft in die Hand und verkürzte im Alleingang zum Pausenstand. Hatte dabei allerdings Glück, dass sein direkter Freiwurf bei bereits abgelaufener Uhr vom Abwehrblock ins Netz abgefälscht wurde.

Nach der Pause schienen die Gäste kurzen Prozess machen zu wollen. Die Abwehr stand fast unüberwindlich, im Angriff passte es. Drei Minuten brauchte der SCM, um auf 15:11 auszubauen. Und die Weichen vermeintlich auf Finaleinzug zu stellen. Es lief nicht viel zusammen bei der mJSG, die es zu oft und zu einfallslos über den Rückraum versuchte. Erst als sich wieder David Kuntscher ein Herz fasste, zwei Gegner per Wackler aussteigen ließ und nach feiner Einzelleistung vom Kreis zum 12:15 vollendete, war der Bann nach endlos langen sechs Minuten im zweiten Durchgang gebrochen.

Und gleichzeitig der Boden zu einer famosen Aufholjagd bereitet. Julius Kröger, schon im Verlauf der ersten Hälfte für Jannik Büde gekommen, parierte glänzend, Paul Kompenhans traf – 13:15 (33.). Magdeburg schwamm leicht, versuchte sich über das Ausreizen des Zeitspiels Luft zu verschaffen. Das gelang noch zu Jannek Wucherpfennigs Tor gerade bevor die Referees unterbinden wollten, führte danach aber zu zwei Ballverlusten, die Benjamin fitozovic und Ben Beekmann per Tempogegenstoß binnen weniger Sekunden zum 15:16-Anschluss nutzten (35.) – die Halle tobte.

Noch mehr, als erst Ole Pregler und anschließend Lasse Hellemann jeweils ausglichen. Das Pendel schien gerade wieder in Richtung Melsungen auszuschlagen, da drehte mit Joshua Eberhard der Spieler auf, der den SCM mit seinem Last-Second-Tor gegen Berlin überhaupt ins Halbfinale gebrachte hatte. Zweimal Eberhard, dann anschließend gleich dreimal der ganz starke Renars Uscins zum 17:22 (46.) – die MT Talents praktisch am Boden, die Gäste gedanklich bereits auf dem Weg ins Finale.

Die verbleibenden vier Minuten waren ein einziger Wettlauf mit der Uhr. Die tickte unbarmherzig nach unten, der zuvor in vielen Situationen eher unglücklich agierende Ole Pregler übernahm Verantwortung. Machte die Tore 18 und 19 selbst, führte klug und abgebrüht Regie. Paul Kompenhans zog mit, warf ein zum 20:22 (49.). Da hielt es bereits niemanden mehr auf den Sitzen, die Stadtsporthalle glich einem Tollhaus. Angst um die Gebäudestatik musste man haben, nachdem Benjamin Fitozovic sogar auf 21:22 verkürzt und damit die letzten Zweifel am Finaleinzug praktisch beseitigt hatte. Der Treffer von Joshua Eberhard zum Endstand änderte nichts mehr daran, denn an einen leichtfertigen Ballverlust in den verbleibenden wenigen Sekunden war nicht mehr zu denken.

Statisik

mJSG: Büde (5 Paraden / 15 Gegentore), Kröger (3 P. / 8 G.); Beekmann 2, Dürrbeck, Kompenhans 3, Ebner, Pregler 5, Rietze, Fitozovic 4, Dhaliwal, Andrei, Hellemann 2, Potzkai, Kuntscher 5/1 – Trainer Georgi Sviridenko.

SCM: Behrendt (4 P. / 15 G.), Jo. Wucherpfennig (4 P. / 6 G.); Krömke 1, Haake 6, Hein, Ruddat, Eberhard 6, Uscins 6, Schwarzlose, Haeske, Möller, Heine 1, Ja. Wucherpfennig 1, Eißing 2 – Trainer Julian Bauer.

Z: 786 - SR: J. Lier / M. Lier (Stuttgart) - Strafen: 2 : 6 Minuten – 7m: 2/1 : 2/0.

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