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Er rieb sich in der Abwehr auf, lief Gegenstöße und sorgte im Angriff als zweiter Kreisläufer bisweilen für Unruhe beim SCM: Jona Rietze war nicht nur wegen seiner drei Tore einer der Auffälligsten beim Sieg in Magdeburg. (Foto: WMK)

DM B-Jugend: Auch Magdeburg kann die MT Talents nicht stoppen!

Die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen bleibt weiter ungeschlagen im Kampf um die Deutsche Meisterschaft 2019. Im Halbfinal-Hinspiel beim SC Magdeburg gaben sich die Nordhessen keine Blöße und siegten mit 27:25 (15:14). Mit je sechs Toren waren Lasse Hellemann und David Kuntscher die erfolgreichsten Torschützen, Torhüter Jannik Büde lieferte im Tor ein ebenso überragendes Spiel ab wie Jona Rietze insbesondere in der Verteidigung.

Fünf Minuten waren gespielt und die mJSG war noch gar nicht präsent. Weder auf der Anzeigetafel, wo zu diesem Zeitpunkt ein 3:0 für die Gastgeber prangte, noch geistig auf dem Feld. So zumindest war der Eindruck ob unpräziser Pässe, bisweilen Orientierungslosigkeit und einiger überhasteter Abschlüsse. Am auffälligsten waren aber die fehlerbehafteten Abspiele auf kurze Distanz, in die immer wieder Magdeburger hineinpreschten und einen Tempogegenstoß nach dem anderen liefen.

Dabei war es Jannik Büde zu verdanken, dass es nicht noch viel schlimmer aussah. Glänzend seine Reaktion gegen den allein anstürmenden Felix Eißing. Mit verantwortlich für die andauernde Dominanz des SCM auch nach Ben Beekmanns ersten Melsunger Torerfolg war Torhüter Niclas Behrendt. Vier Paraden zeigte er in den ersten sieben Minuten, der Favorit führte mit 5:1, Georgi Sviridenko legte die Grüne Karte zur Auszeit.

Danach wurde es schlagartig besser. Die Angriffe strukturierter, die Anspiele bedachter, die Würfe präziser. Festmachen konnte man das an Lasse Hellemann. Der Kreisläufer sperrte frei, tat sich hervor als Passgeber für Paul Kompenhans und traf selbst zum 3:6 (8.). Und weil Jannik Büde gegen Carl-Philipp Haake den nächsten Tempogegenstoß vereitelte, gelang etwas später David Kuntscher das 5:7 (11.).

Das war die erste entscheidende Phase, in der die Begegnung kippte. Noch einmal traf Renars Uscins, dann waren die MT Talents dran. Und wie! Hinten rührte die Abwehr um den vorgezogen spielenden Jona Rietze Beton an, vorn trafen David Kuntscher und Paul Kompenhans. Einen der inzwischen seltenen Ballverluste „reparierten" Paul Kompenhans und Jannik Büde gegen Felix Eißing gemeinsam, Jona Rietze lief den Gegenstoß zum 8:8-Ausgleich (16.).

Nun war Magdeburg dran mit der Auszeit, vermochte aber danach nicht mehr an die starke Anfangsphase anzuknüpfen. Im Gegenteil war es wieder David Kuntscher, der in Unterzahl mit dem 10:9 die erste Führung erzielte (19.). Und damit fünf wilde Minuten einläutete. Mit unglaublichem Einsatz, als Ole Pregler einen eigentlich schon verlorenen Ball am Boden liegend reaktionsschnell noch in Richtung Lasse Hellemann schubste und der gegen konsternierte Magdeburger zum 11:10 vollendete. Und einem Traumpass von Kuntscher an den Kreis wieder zu Hellemann, der das 14:13 machte. Die mJSG gab dieses eine Tor Vorsprung bis zur Pause nicht mehr her.

Wer dachte, der SCM käme mit Macht und der Brechstange aus der Kabine, lag damit vollkommen richtig. Mit voller Kraft drückten sie die Melsunger zurück, zogen fast schon ein Powerplay auf und erzwangen damit Fehler. Dennoch führte das nicht zum Vorteil auf der Anzeigetafel. Weil es außer einmal Malvin Häske in fünf Versuchen kein anderer schaffte, Jannik Büde zu überwinden. Der präsentierte sich minutenlang als praktisch unüberwindbar und hielt seine Mannschaft in der zweiten spielentscheidenden Phase nicht nur im Rennen, sondern bereitete den Boden zu sehenswerten offensiven Aktionen.

Da spielte Benjamin Fitozovic einen hohen Ball einfach quer in den Magdeburger Torraum hinein, Ole Pregler preschte heran, sprang ab und knallte das Leder in feinster Volleyball-Manier als Schmetterschlag ins Netz. Und als Paul Kompenhans einmal nicht Sieger gegen Niclas Behrendt blieb, war wieder Fitozovic blitzschnell zur Stelle und verwandelte zum 18:15 (33.).

Es hätte leicht ein noch höherer Vorsprung dabei herausgespielt werden können. Weil das Spiel an den Kreis aber plötzlich nicht mehr klappte und auch bei David Kuntscher seine Treffgenauigkeit der ersten Hälfte verloren ging, schloss Magdeburg erneut auf. Immer wieder über die rechte Angriffsseite mit Malvin Häske und Carl-Philipp Haacke. Nach zwischenzeitlichem Anschluss zum 19:18 (Häske, 38.) zogen die MT Talents durch Fitozovic und Rietze erst einmal wieder auf 21:18 davon (39.).

SCM-Trainer Julian Bauer mahnte in einer Auszeit mehr Aggressivität an und peitschte nochmal ein. Mit Erfolg! Die Bördestädter holten Tor um Tor auf. Der eingewechselte Joshua Eberhard traf doppelt, Felix Krömke glich zum 22:22 sogar aus (44.). Ehe Georgi Sviridenk es seinem Kollegen nachmachte und damit ebenso den Nerv seiner Mannschaft traf. Denn nach seiner Auszeit lief es bei den Nordhessen wieder wie am Schnürchen. Die Kreisanspiele kamen, Lasse Hellemann traf und in seinem Fahrwasser auch Ole Pregler. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende war nach dem 26:22 von Paul Kompenhans die Vorentscheidung schließlich gefallen. Ehe Magdeburg den offenen Schlagabtausch der verbleibenden Spielzeit zwar zur Resultatsverbesserung nutzen konnte, der Partie aber keine Wende mehr zu geben vermochte.

Statisik

mJSG: Büde (17 Paraden / 22 Gegentore), Kröger (1 P. / 3 G.); Beekmann 2, Dürrbeck, Kompenhans 3, Ebner, Pregler 5, Rietze 3, Fitozovic 2, Dhaliwal, Andrei, Hellemann 6, Potzkai, Kuntscher 6/2 – Trainer Georgi Sviridenko.

SCM: Behrendt (10 P. / 23 G.), Jo. Wucherpfennig (0 P. / 4 G.); Krömke 1, Haake 5, Hein, Ruddat, Eberhard 4, Uscins 5/2, Schwarzlose, Haeske 7, Möller 1, Heine, Ja. Wucherpfennig, Eißing 2 – Trainer Julian Bauer.

Z: 350 - SR: Friedel / Herrmann (Aue) - Strafen: 4 : 8 Minuten – 7m: 2/2 : 2/2.

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