News

Mit neun Toren war Jona Gruber der erfolgreichste Melsunger Torschütze, konnte die knappe Hinspiel-Niederlage gegen Flensburg damit aber nicht verhindern. (Foto: HHF)

DM A-Jugend: Fast 800 Zuschauer sehen bravourös kämpfende MT Talents

Es war das nächste Handball-Fest in der Melsunger Stadtsporthalle nach dem Viertelfinale gegen Dormagen, jedoch erneut ohne Happy End. Mit 32:35 (13:17) musste sich die A-Jugend der mJSG Melsungen(Körle/Guxhagen der als hoher Favorit angereisten SG Flensburg-Handewitt geschlagen geben. Lieferte aber vor der Rekordkulisse von fast 800 Zuschauern dennoch eine ganz starke Leistung ab. Sah es Mitte der ersten Hälfte noch so aus, als gäbe es ein Debakel, mussten die Norddeutschen Mitte der zweiten Hälfte sogar um ihren Sieg fürchten. Bis auf zwei Tore waren die MT Talents, angeführt vom überragenden Jona Gruber (9 Tore), dran, vermochten der Partie aber keine Wende zu geben.

Die Melsunger begannen eigentlich stark. Ganz so, wie sie es angekündigt hatten zwar mit Respekt, aber ohne Ehrfurcht vor dem Favoriten. Glenn-Louis Eggert war sofort gegen Jörn Persson auf dem Posten, Tomas Piroch erfolgreich zur ersten Führung des Tages. Auch die zweite gehörte nach Jaris Tobelers Ausgleich per Siebenmeter den Hausherren; mustergültig wurde für Rechtsaußen Julian Fuchs abgeräumt (3.). Dann allerdings fanden auch die Norddeutschen in die Begegnung. Niels Versteijnen taute auf, traf doppelt und Marek Nissen setzte noch einen drauf, weil sich bei den Rot-Weißen die technischen Fehler häuften. Nach nur acht Minuten war beim Stand von 2:5 die erste Auszeit durch Trainer Björn Brede fällig.

Ohne dass sich an der Nervosität seiner Mannschaft viel geändert hätte. Die produzierte weiter Fehler, Flensburg reüssierte. Jörn Persson, Marek Nissen und Jaris tobeler trafen, die beiden Treffer durch Jona Gruber genügten nicht um dran zu bleiben. Keine Viertelstunde war vergangen, da zog Brede nach Perssons 4:9 schon die zweite Grüne Karte. Abermals ohne Wirkung, Versteijnen und Lars Kooij erhöhten auf 4:11, eine frühe Vorentscheidung deutete sich an (16.). Und es wurde noch kritischer, nachdem Marek Nissen zum 6:14 getroffen hatte (19.).

Doch mit einem mal lief es bei den MT Talents. Jona Gruber lief heiß, traf doppelt zum 8:14 (20.) und legte einen herrlichen Heber zum 9:15 nach (22.). Jan-Lasse Herbst löste den in einigen Situationen unglücklich aussehenden Eggert ab und gab sofort Sicherheit. Max Bieber, ebenfalls von der Bank gekommen, setzte sich entschlossen zum Kreis durch, Ole Pregler gab Kostproben seines Könnens und traf zweimal zum Pausenstand, der bereits wesentlich sympathischer aussah als noch zehn Minuten zuvor.

Nach Wiederbeginn wurde es richtig heiß in der Stadtsporthalle. Flensburg überstand den Rest einer noch aus der ersten Hälfte datierenden Unterzahl unbeschadet und erhöhte, gerade wieder vollzählig, durch Jaris Tobeler auf 13:18 (32.). Dann aber drehte die mJSG mächtig auf. Nikita Pliuto vom Kreis, Ole Pregler und Jan Dobriczikowski, bei mittlerweile eigener Unterzahl nach Strafe gegen Tomas Piroch, verkürzten unter frenetischem Jubel ihrer Fans auf 17:19 (36.).

Melsungen war dran, Flensburg wankte. Hatte jedoch in Jaris Tobeler und Niels Versteijnen zwei stressresistente Akteure in seinen Reihen. Die hielten den knappen Vorsprung, wenn auch zunächst mit Mühe, und zogen sogar wieder weg, als sich die Fehler der Gastgeber wieder häuften. Natürlich über Tobeler, der auf 23:27 erhöhte (43.). Zwar setzte der zurückgekommene Glenn-Louis Eggert gegen den bärenstarken SG-Rechtsaußen gleich ein Zeichen, mehr als das 26:28 durch Max Bieber (47.) war aber wieder nicht drin.

Jetzt gab der Favorit Gas. Niels Versteijnen musste nach seinem Treffer zum 26:29 (47.) erst einmal angeschlagen raus, kam aber etwas später zurück. Da hatten seine Gefährten bereits ein zweites Mal für vermeintlich klare Verhältnisse gesorgt und feierten nach Lars Kooijs Doppelpack zum 26:33 bereits (52.). Erneut zu früh, wie sich schnell herausstellte. Tomas Piroch und Ole Pregler netzten ebenso wie kurz darauf Julian Fuchs, für den bei Überzahl mustergültig abgeräumt wurde – 29:33 (54.).

Und noch längst nicht das Ende der erneuten Aufholjagd. Die führte Jona Gruber weiter, glänzend unterstützt vom dritten Melsunger Torhüter, Björn Wenderoth. Der blieb gleich zweimal Sieger gegen Jaris Tobeler, nahm auch Versteijnen einen freien Wurf weg und wurde auf die letzten Minuten zum Schreckgespenst für die Nordlichter. Einen Schreckmoment gab es, als Ole Pregler den nach vorn gestreckten Ellenbogen von Jaris Tobeler ins Gesicht bekam und das Feld blutend verlassen musste. Das kostete die möglicherweise entscheidende Konzentration, auch wenn Max Bieber und Tomas Piroch den Außenseiter schließlich noch bis auf 32:35 heranwarfen und damit für das Rückspiel eine Chance auf den Finaleinzug offenhielten.

Statisik

mJSG: Eggert (5 Paraden / 23 Gegentore), Herbst (9 P. / 11 G.), Wenderoth (4 P. / 1 G.); Dobriczikowski 3, Piroch 4, Gruber 9, Kompenhans, Damm, Pregler 5, Bieber 6/3, Fuchs 3, N. Pliuto 1, Cejka, Kuntscher 1 – Trainer Björn Brede.

SG: Jepsen (10 P. / 32 G.), Scheie (n. e.); Fuhlendorf, Schnoor, Versteijnen 9, Mau 1, Kooji 5, Prantner, Tobeler 9/3, Nissen 4, Persson 5, Ebeling 2, Behncke – Trainer Michael Jacobsen.

Z: 779 - SR: Otto / Pieper (Syke-Barrien / Kiel) - Strafen: 2 : 6 Minuten – 7m: 3/3 : 3/3.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas