News

Mit acht Toren am Halbfinal-Einzug in Dormagen beteiligt: Julian Fuchs lässt Matija Mircic sowie Tim Mast stehen und überwindet Torhüter Moritz Wiese. (Foto: WMK)

DM A-Jugend: Mit #60MinutenVollgas ins Halbfinale!

Sie haben es wahr gemacht! Den großen Ankündigungen nach der Hinspiel-Niederlage folgten großartige Taten: mit 34:27 (14:11) schlug die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen den TSV Bayer Dormagen in dessen „Wohnzimmer“ und zog fulminant ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ein. Den Slogan #60MinutenVollgas bestätigte die Mannschaft von Trainer Björn Brede dabei voll und ganz. Tomas Piroch und Julian Fuchs waren mit je acht Treffern maßgeblich beteiligt, ragten aber nur durch dieses- wenn auch wichtige - Detail aus der insgesamt geschlossen auftretenden Mannschaft heraus.

So als hätte es nie ein verlorenes Hinspiel gegeben und als wäre es ein Heimspiel übernahmen die MT Talents vom Anwurf weg die Initiative. Agierten ruhig, überlegt, druckvoll. Getragen von der famosen Stimmung von den Rängen, die gut 80 mitgereiste Fans und die komplett aus Gummersbach herüber gekommene B-Jugend machten. Nikita Pliuto wirbelte am Kreis, traf zweimal und sperrte Tomas Piroch den Weg zu dessen 4:2 frei – schon nach sechs Minuten war der Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt.

Natürlich forderte das eine Reaktion seitens des Favoriten heraus. Die kam prompt in Form von zwei Toren durch Justin Kauwetter und Nick Braun zum Ausgleich (8.), hatte allerdings keinen Nachgang. Im Gegenteil legte Jona Gruber den nächsthöheren Gang ein, traf zweimal und zwang Dormagens Trainer Jamal Naji mit seinem 7:4 zur Auszeit (13.).

Dessen Mannschaft nahm sich die deutlichen Worte ihres Coaches zu Herzen, vermochte den Rückstand aber lediglich bis zum 9:7 durch einen Siebenmeter von Nick Braun überschaubar zu halten (18.). Max Bieber im Nachwurf seines von Cornelius Dahmen parierten Siebenmeters und Mikulas Cejka erhöhten auf 11:7 (20.). Dormagen reagierte erneut, hatte aber Pech mit einem schönen Dreher von Nick Braun, der vom Innenpfosten wieder ins Feld zurück sprang. Melsungen hielt das Tempo hoch, konnte sich auf Tomas Piroch sowie Max Bieber als zuverlässige Schützen verlassen und hielt den Gegner zur Pause auf Abstand.

Die Dominanz der Nordhessen verstärkte sich nach Wiederbeginn. Ole Pregler fand aus dem Rückraum Lücken, Jan Dobriczikowski und Julian Fuchs liefen nach Ballgewinnen der starken Abwehr sogar in Unterzahl erfolgreiche Gegenstöße. Knapp fünf Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da führten die Melsunger mit 18:12 und die nächste Dormagener Auszeit war fällig.

An eine Vorentscheidung war da jedoch noch nicht zu denken. Für sechs Minuten hielt der Vorsprung, dann verkürzten Marcus Neven und Alexander Kothe auf 22:18 (42.), was Jan Dobriczikowski nach genialem Bodenpass von Tomas Piroch quer durch die Bayer-Abwehr und Julian Fuchs per Tempogegenstoß noch auffingen. Kurz darauf war dann aber plötzlich wieder alles offen, weil Tim Mast mit einem Doppelpack auf 25:22 verkürzten (46.).

Jetzt war es an Björn Brede zu reagieren, er ließ offensiver decken. Dormagen hatte Probleme, sich auf die 5:1-Variante mit Julian Fuchs gegen Julian Köster einzustellen und abermals die beiden Außen Dobriczikowski und Fuchs zogen die mJSG wieder ins richtige Fahrwasser. Selbst eine Zeitstrafe gegen Jona Gruber wurde aufgefangen, weil der eingewechselte Jan-Lasse Herbst auf dem Posten war. Tomas Piroch stellte den alten Abstand zum 29:23 wieder her, Julian Fuchs legte noch einen nach – 30:23 (51.) und Jamal Naji musste seine letzte Auszeit schon früh nehmen.

Es war vergebens. Julian Fuchs war mittlerweile komplett heiß gelaufen, Jan-Lasse Herbst parierte in kürzester Zeit drei Mal; Ole Pregler, Nikita Pliuto und Tomas Piroch erhöhten kompromisslos auf 34:24 (58.). Da war längst klar, wer ins Halbfinale einziehen würde. Dass die Gastgeber in den letzten zwei Minuten noch Ergebniskosmetik betreiben durften, fiel nicht mehr ins Gewicht. Schon vor dem Ertönen der Sirene flogen die Arme der Melsunger Spieler nach oben, im Fan-Block herrschte Ausnahmezustand. Der hielt bis weit nach dem Abpfiff noch an und ebbte erst ab, als die komplette Mannschaft sich im Triumphmarsch durch die rot-weißen Reihen gekämpft hatte. Was angesichts der unzähligen Umarmungen und Abklatscher nicht minder anstrengend war als die vorangegangene Partie.

Statisik

mJSG: Eggert (11 Paraden / 17 Gegentore), Herbst (7 P. / 10 G.), Wenderoth (n. e.); Dobriczikowski 4, Piroch 8, Gruber 3, Damm, Pregler 3, Bieber 4/1, Fuchs 8/3, N. Pliuto 3, Cejka 1 – Trainer Björn Brede.

TSV: Dahmen (12 P. / 27 G.), Wiese (2 P. / 7 G.); Köster 4, Kothe 3, Kauwetter 3/1, Braun 5/2, Bark, Leitz, Neven 2, Johannmeyer 4, Koch, Blum 1, Mast 3, Mircic 2 – Trainer Jamal Naji.

Z: 673 - SR: Marcus Hurst / Mirko Krag (Oberursel / Frankfurt) - Strafen: 8 : 6 Minuten – 7m: 6/4 : 5/3.

Monatsansicht

 60 Minuten Vollgas