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Er sorgte nicht nur wegen seiner zehn Tore für Verdruss bei den Gummersbachern: Paul Kompenhans war nicht zu stoppen. (Foto: WMK)

DM B-Jugend: 23:22 - Sieg in letzter Sekunde

Die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen bleibt auch nach dem Viertelfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft beim VfL Gummersbach ungeschlagen! Mit 23:22 (11:9) belohnten sich die MT Talents für eine zwar mit vielen Fehlern durchsetzte, dennoch aber starke Leistung und schafften sich damit eine glänzende Ausgangslage für die in zwei Wochen stattfindende Rückpartie in Melsungen. Der mit zehn Treffern erfolgreiche Paul Kompenhans führte die Mannschaft 45 Minuten lang vorbildlich, die Schlussphase übernahm David Kuntscher. Weil die Abwehr vor dem ebenfalls prima aufgelegten Jannik Büde stabil stand, genügten diesmal 23 Tore zum Sieg.

Was war das wieder für eine Nervosität zu Beginn der Partie. Aber auf beiden Seiten! Kaum gelungene Aktionen, viel e Aktionen in die Breite ohne den rechten Zug zum Tor. Gleich die ersten beiden Angriffe der Melsunger kamen nicht einmal zum Abschluss, weil der Ball schon im Aufbau verloren ging. Etwas wacher waren die Gastgeber: Mathis Häsler machte die Führung im Gegenstoß. Der zweite Fehler führte zum Siebenmeter für den VfL. Eine Aufgabe für Jannik Büde, der mit seiner Parade endlich etwas Sicherheit gab. Siebenmeter gehalten, dazu gleich noch zwei weitere Bälle und die Nordhessen führten nach Treffern von Lasse Hellemann, Ben Beekmann und David Kuntscher plötzlich mit 3:1 (7.).

Die Abwehr steigerte sich, die Fehler im Passspiel blieben. Gummersbach musste gar nicht viel tun außer die sich bietenden Gegenstoßgelegenheiten zu nutzen. Das taten sie und drehten die Partie zum 4:3 durch Maximilian Keil (10.). Allerdings lief Melsungen nicht lange hinterher. Immer wieder stark in der Defensive mit einem ebenso starken Jannik Büde im Rücken. Eine seiner vielen Rettungsaktionen nutzte Benjamin Fitozovic, um den Vorteil zurückzuholen (6:5, 14.).

Gummersbach wurde stärker, die mJSG versuchte sich im Schönspielen. Das sah gut aus, war aber nicht effektiv. Pässe hinter dem Rücken flogen ins Seitenaus, Rückhandanspiele landeten in des Gegners Hände – der VfL bedankte sich mit ständigem Ausgleich, anstatt dass die Melsunger sich hätten absetzen können. Das gelang erst in den letzten 90 Sekunden der ersten Halbzeit. Erst Paul Kompenhans und praktisch mit der Pausensirene Lasse Hellemann legten wenigstens wieder zwei dazwischen.

Dieser Vorsprung hielt anfangs der zweiten Hälfte nicht nur, sondern wurde sogar ausgebaut. Weil Paul Kompenhans gleich drei Gänge höher schaltete. Schon in Durchgang eins Dreh- und Angelpunkt, packte er nach der Pause auch den Hammer aus. Drei Volltreffer des Spielmachers und Melsungen führte mit 15:12 (32.), obwohl Kilian Werz im Gummersbacher Tor noch einige gute Möglichkeiten der Gäste zunichte machte.

In dieser Phase ging es vielleicht zu einfach. Denn plötzlich waren die Unsicherheiten im Aufbau wieder da, gingen Bälle kaum erklärbar schon vor den eigentlichen Kontakt mit der Gummersbacher Deckung verloren. Die Folge: eine kurze, aber knackige Aufholjagd. Erst zum 16:16-Ausgleich durch Maximilian Keil (36.), dann nach einer Auszeit von Trainer Georgi Sviridenko sogar zur Führung für die Gastgeber (17:16 Torben Rückriem, 38.).

Erst eine Strafe gegen Bruno Felix Eickhoff holte die MT Talents zurück ins Spiel. Natürlich mit Paul Kompenhans als treibender Kraft. Zwei Tore des besten Melsungers und beim 18:17 für die Bartenwetzer, einem klasse gespielten Kempa ausgehend von David Kuntscher, war alles erneut gedreht (43.). Die Dramatik wollte es allerdings, dass der VfL sich wieder in Vorlage brachte. Durch Florian Schmidt, der bei seinem Tempogegenstoß von René Andrei eine mit bekam – Rückstand für die mJSG und glatt Rot für Andrei (45.).

Die letzten fünf Minuten gehörten dann fast allein einem Melsunger. Paul Kompenhans war durch kurze Deckung praktisch aus dem Spiel genommen, da übernahm David Kuntscher kurzerhand das Kommando. Setzte sich in Unterzahl erst zweimal fein durch und sattelte auch das 21:20 für die Nordhessen noch drauf (48.). Die letzten zweieinhalb Minuten gerieten zum Drama. Auf dem Weg zum 23. Treffer der nächste Fehler, Gegenstoß durch Florian Schmidt und Ausgleich. Dann der letzte Angriff, nur noch Sekunden auf der Uhr. Ein Pass, ein Stemmschritt, ein unwiderstehlicher, kraftvoller Armzug – und zeitgleich mit der Sirene schlug David Kuntschers Geschoss zum Siegtreffer ein.

Statisik

mJSG: Büde (13 Paraden / 18 Gegentore), Kröger (0 P. / 4 G.); Beekmann 2, Kompenhans 10/1, Ebner, Pregler, Rietze, Fitozovic 3, Dhaliwal, Andrei, Hellemann 2, Goujard, Kuntscher 6 – Trainer Georgi Sviridenko.

VfL: Werz (10 P. / 23 G.), Heinrich (n. e.); Da Rocha Viana 2/1, Rückriem 1, Fanger 5, Keil 2, Häseler 5, Maier, Eickhoff, Klassen, Schroven 1, Herbrandt, Viebahn, Schmidt 6 – Philipp-Jonas Wilhelm.

Z: 320 - SR: Thomas Hörath / Timo Hofmann (Zirndorf / Bamberg) - Strafen: 6 : 8 Minuten – Disqualifikation: Andrei (mJSG, 46.) – 7m: 2/1 : 3/1.

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