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Er hatte gut jubeln: Max Pregler führte die MT Melsungen 2 nicht nur durch seine elf Tore gegen Münster zum Klassenerhalt. (Foto: WMK)

Oberliga: KLASSENERHALT! Melsungen spielt nach Sieg über Münster weiter viertklassig!

Es ist vollbracht! Die MT Melsungen hat am letzten Spieltag einer durchwachsenen Saison den Kopf aus der Schlinge gezogen und gegen die TSG Münster mit einem 27:24 (11:13)-Sieg den schon nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt geschafft. Max Pregler war mit elf Treffern der überragende Spieler auf dem Feld. In der ersten Hälfte fast noch als Alleinunterhalter, nach dem Seitenwechsel dann als Kopf einer ent- und geschlossenen Mannschaft, die trotz Ständiger Rückstände nie aufgab und nach 60 Minuten als verdienter Sieger ihren Gegner in die Warteschleife schickte. Münster muss als Viertletzter nun hoffen, dass der Oberliga-Meister Hessens in die 3. Liga aufsteigt. Wiesbaden, vor diesem Spiel auch noch mit leisen Hoffnungen, muss trotz Sieges gegen Babenhausen den Weg in die Landesliga antreten.

Dass es kein filigraner Handball-Leckerbissen werden würde in der Melsunger Stadtsporthalle, war eigentlich schon vorher klar. Dass es aber ein dermaßen zähes, körper- und abwehrbetontes Ringen werden würde, überraschte dann schon. Tempospiel fand fast gar nicht statt, Wege durch die kompakt stehenden Abwehrreihen waren kaum zu finden. Münster löste die Aufgabe besser nutzte die Breite des Feldes besser und führte folgerichtig nach fünf Minuten mit 3:1.

Zwar glichen Eugen Gisbrecht und Max Pregler zunächst zum 3:3 aus (7.) und hielt Fabian Meyfarth einen Siebenmeter gegen Nico Schreiber, Sicherheit brachte das aber nicht. Im Gegenteil bissen sich Pregler und seine Nebenleute ein ums andere Mal die Zähne an Münsters Defensive und vor allem Torhüter Dino Spiranec aus. Der nahm Eugen Gisbrecht einen Strafwurf weg und blieb kurz darauf auch gegen Jona Gruber obenauf.  Die TSG setzte sich auf 6:3 ab (15.).

Und blieb vorn, weil die MT sich zu viele Fehler leistete und auch nicht konsequent genug in die Nahtstellen stieß. Zwischendurch blitzte das Können auf, wie bei Vlad Avrams 5:6 (18.), als vorher mustergültig auf die rechte Seite abgeräumt wurde. Auch Max Preglers Einzelleistung zum 9:11 (25.) war sehenswert. Dennoch reichte das nicht gegen konzentrierte Münsteraner, die sich kaum Fehler leisteten und nahe an ihrem Optimum agierten. In Jonas Höllebrand hatten sie zudem einen sicheren Schützen, so dass ihr Zwei-Tore-Vorsprung zur Pause leistungsgerecht in Ordnung ging.

Frisch aus der Kabine gekommen stand da eine andere MT 2 auf dem Feld. Aggressiver, entschlossener, inspirierter. Jetzt war es nicht nur eine Soloshow von Max Pregler, sondern eine kollektive Anstrengung, die Wende herbeizuführen. Was erst einmal nicht gelang, weil Münster weiter traf. Tim Kunz und Sebastian Frieman bauten ihren Vorsprung beim 14:17 sogar wieder auf drei aus (36.). Erst eine sehenswerte Einzelaktion von Tomas Piroch zum 15:17 und direkt danach ein über das Tor gesetzter Siebenmeter von Nico Schreiber leiteten die Wende ein.

Zunächst noch zurückhaltend, aber immer zwingender holten sich die Rot-Weißen das Momentum auf ihre Seite. Merlin Kothe fand seine Wurfkraft wieder, Vlad Avram lief Gegenstöße, Nino Jedinak schlich sich hinter der Abwehr an den Kreis – und traf zum 18:18-Ausgleich (40.). Nach zwei Dritteln der Spielzeit begann alles von neuem. Nun mit veränderten Vorzeichen, denn die MT hatte Oberwasser trotz weiterhin Rückstand. Marc Zelser taute auf, traf zweimal und hielt Münster mit dem 19:20 noch vorn (43.). Zunächst übernahm Melsungen durch Tomas Piroch und Max Preglers Siebenmeter mit 21:20 erstmals in Führung (45.). Um nach drei Zelser-Treffern in Folge den nächsten Rückschlag zu erleiden (21:23, 48.).

Es sollte die letzte Vorteilssituation für die Gäste sein. Jetzt war es Max Pregler, der dreimal in Folge traf und auf 24:23 stellte (51.). Was Gästetrainer Jens Fölser flugs zur Auszeit zwang. Die nichts nutzte, weil Melsungens Abwehr aufmerksam blieb, den Ball eroberte und Vlad Avram auf die Reise schickte – zum 25:23 und einem bemerkenswerten Jubelsturm von den Rängen der Stadtsporthalle (51.).

Dann wurde es turbulent. Fabian Meyfarth parierte reaktionsschnell gegen Julian Schuster, Dino Spiranec tat es im auf der Gegenseite mit zwei Paraden gleich. Münster versuchte es mit einem Kempa, der misslang. Dafür zog Tim Kunz gegen Vlad Avram eine Strafe. Den ebenfalls fälligen Siebenmeter setzte Marc Zelser als Aufsetzer über die Latte (55.). Es ging hin und her, ohne dass sich auf der Anzeigetafel irgendetwas tat. Erst Max Pregler brach den Bann mit einem Siebenmeter und dem 26:23 (56.).

Es war die Entscheidung in einem intensiven und zumindest in der zweiten Hälfte mitreißenden Kampfspiel, in dem schließlich Christian Damm auf Zuspiel von Vlad Avram den Schlusspunkt setzte. Nicht nur unter diese Partie, sondern unter eine Saison, die in Melsungen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die zwei Spieltage vor dem Ende eigentlich mit dem unvermeidlich scheinenden Abstieg schon abgehakt war und schlussendlich noch in ein Happy End mündete.

Statisik

MT2: Meyfarth (14 Paraden / 24 Gegentore), Eggert (n. e.); Hagemann, Jedinak 2, Pliuto 1, Seibert, Gruber, Avram 4, Kothe 3, Damm 2, Pregler 11/3, Reinbold, Gisbrecht 1, Piroch 3 – Trainer Georgi Sviridenko.

TSG: Spiranec (17 P. / 26 G.), Rausch (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Hranjec, Zelser 6/1, Marxer, Höllebrand 6, Dautermann 1, Schreiber 2/2, Frieman 3, Kunz 2, Ikenmeyer 1, Jacobi, Schuster 3 - Trainer Jens Illner.

Z: 160 - SR: Adam / Adam (Hofgeismar/Grebenstein) - Strafen: 10 : 8 Minuten – Disqualifikation: Damm (MT, 60. 3x2 Minuten) - 7m: 5/3 : 7/3.

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