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Traum-Fans! Sie fuhren über 1.000 Kilometer und gaben auf der Tribüne alles: Julian Engler, Ben Demsky, Jorias Bach, Jan-Lasse Herbst und Moritz Goldmann. (Foto: WMK)

DM B-Jugend: Der einzige Auswärtssieg der Achtelfinal-Hinspiele ging auf das Konto der MT Talents

Wer hätte das gedacht? Auch nach dem Auftakt der Playoffs um die Deutsche Meisterschaft der B-Jugendlichen bleibt die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen in der Saison 2018/19 ungeschlagen! In den Achtelfinal-Hinspielen behielten sechsmal die Gastgeber, teils sehr deutlich, die Oberhand. Nur der TV Hochdorf holte ein Remis beim TuS Helmlingen und die Melsunger triumphierten in der nördlichsten aller Hallen bei der SG Flensburg-Handewitt. Mit zwei Toren im Plus gehen die Nordhessen zwar bevorteilt ins Rückspiel, das am Samstag um 13 Uhr in der Melsunger Stadtsporthalle angepfiffen wird. Ein Ruhekissen ist das aber noch längst nicht.

Denn SG-Trainer Johann Volquardsen hat direkt nach der erlittenen Heimniederlage bereits eine Kampfansage in Richtung Nordhessen geschickt: „Das war noch nicht alles, was wir abrufen können“, ließ sich der ehemalige Bundesliga-Spieler der SG im Flensburger Tageblatt zitieren. Indes, genau die gleichen Worte hätte auch Melsungens Trainer Georgi Sviridenko verwenden können. Denn beiden Mannschaften war im ersten Aufeinandertreffen die Nervosität anzumerken. Befreites Handballspiel sieht in jedem Fall anders aus. Insofern mag der kleine Vorsprung dem Bartenwetzern schon als Vorteil herhalten.

Was eine völlig andere Qualität hat und was den Melsunger Jugendlichen sicher gar nicht so wirklich klar war: der Triumphzug geschah an fast schon historischer Stätte. In der gesamten Republik ist der Begriff „Hölle Nord“ untrennbar verbunden mit den Bundesliga-Anfangszeiten der SG Weiche-Handewitt, wie die Flensburger einst hießen, in den mittleren 80ern. Bin in die Mitte der 90er Jahre trug die Bundesliga-Mannschaft der Flensburger in eben dieser Wikinghalle, in der jetzt die MT Talents als Sieger das Feld verließen, ihre Bundesligaspiele aus.

Und das mit einer wahrlich beeindruckenden Bilanz, denn zu diesen Zeiten war es auch für die Nordlichter noch ein ganz weiter Weg an die Spitze und der Alltag bestand erst einmal aus dem mühsamen und nicht immer erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg. Trotzdem kam die SG in insgesamt 253 Spielen auf nicht weniger als 190 Siege bei nur 40 Niederlagen. Da mag man verstehen, dass andere Clubs auch heute noch versuchen, sich dieses Mythos „Hölle Nord“ zumindest sprachlich zu bedienen.

Was also im Rückspiel auch geschieht, dieses Erlebnis wird dem MT-Nachwuchs selbst mit etwas Abstand noch lange in Erinnerung bleiben. Wobei es natürlich in Verbindung mit dem Einzug ins Viertelfinale umso nachhaltiger wäre. Die SG Flensburg-Handewitt aus dem Rennen zu werfen hieße, einen der Titelfavoriten zu eliminieren. So zumindest ordnete Johann Volquardsen sein Team vor Beginn der Playoffs selbst ein. Denn natürlich vermögen seine Jungs wesentlich mehr zu zeigen als im Hinspiel. Die MT Talents aber auch.

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