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Mit neun Toren, davon sechs per Siebenmeter erzielt, war Max Bieber der erfolgreichste Schütze der Partie. (Archiv-Foto: WMK)

JBLH: Mit einem Remis zum Abschluss in die Playoffs

Auch wenn es am letzten Spieltag tabellarisch um nichts mehr geht, muss das nicht heißen, dass die Spiele uninteressant sind. Beim 26:26 (13:11) der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen gegen den VfL Gummersbach war trotz ungünstiger Vorzeichen Feuer drin und Spannung bis in die allerletzte Spielsituation geboten. Erst ausgeglichen, dann mit klaren Melsunger Vorteilen, plötzlich auf einen Auswärtssieg zusteuernd, endete die Partie schließlich mit einem gerechten Remis. Der MT-Nachwuchs startet als Zweiter der Staffel Mitte am übernächsten Wochenende in die Playoffs zur Deutschen Meisterschaft gegen den TSV Bayer Dormagen.

Dass es ein enges Spiel würde, war bereits beim Blick auf die Aufstellungen zu erahnen. Auf beiden Seiten fehlten mehrere Stammspieler, die Bänke waren beiderseits dünn besetzt. Fehlte bei der mJSG mit Jona Gruber, Ole Pregler und Paul Kompenhans praktisch die komplette und stand nur ein „echter“ Rückraumspieler überhaupt zur Verfügung, war der VfL gleich nur mit einem Torhüter angereist. Aber nicht nur im Angriff wirkte sich das aus, sondern auch und vor allem in den Deckungsreihen. Die Folge: viele Siebenmeter, allein sieben bis zum 8:7 durch Max Biebers vierten erfolgreichen Versuch (15.).

Waren die Nordhessen in der Anfangsviertelstunde immer schon einen oder zwei Treffer vorn, setzte sich das bis zur Halbzeit so fort. Dabei machte Jan Dobriczikowski am linken Flügel eine gute Partie, der etatmäßige Linksaußen Maxim Pliuto half derweil im Rückraum aus. Erschwerend kam für die Hausherren hinzu, dass Gummersbach mit einer ungewohnten 4:2-Deckung aufwartete. Insofern war es also schon eine ordentliche Leistung, mit einer Führung in die Pause zu gehen.

Die nach Wiederbeginn sogar recht schnell ausgebaut wurde. Julian Damm, zweimal Max Bieber aus dem Feld und der angeschlagen ins Spiel gegangene Julian Fuchs bauten den Vorsprung auf 17:12 aus (34.). Um dann jedoch geradewegs in die Krise zu schlittern. Die Aktionen wurden hektisch, unvorbereitete Abschlüsse waren eher die Regel denn eine Ausnahme und überhaupt ging der Spielfluss komplett verloren. Ein gefundenes Fressen für die Westdeutsche, die zur Aufholjagd bliesen.

Exakt zehn Minuten vergingen bis zum nächsten Feldtor der Rot-Weißen, die lediglich einmal durch Max Bieber per Strafwurf erfolgreich waren. Der VfL dagegen drehte auf, kam nach Biebers erstem Fehlversuch von der Linie durch Ole Bisten zum 18:18-Ausgleich (44.) und durch den gleichen Spieler beim 19:20 (46.) auch zur ersten Führung nach dem 0:1 zu Beginn. Nils Thiem und noch einmal Bisten bauten sofort auf 19:22 aus (49.).

Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel aus Sicht der Nordhessen eigentlich weg. Wäre da nicht Kreisläufer Julian Damm gewesen. Der diesmal nicht am Kreis arbeitete, sondern ebenfalls im Rückraum aushalf. Hatten Max Bieber und Nikita Pliuto für den 21:22-Anschluss gesorgt (52.), führten Damms drei Tore hintereinander zum 24:24. Da waren noch vier Minuten zu spielen. Noch zweimal holten sich die Gäste den Vorteil, ein letztes Mal durch Loic Kaysen 19 Sekunden vor Schluss. Doch die letzte Aktion des Tages von Louis Badenheuer brachte schließlich eine Sekunde vor dem Abpfiff den letztlich verdienten Ausgleich.

Stimme zum Spiel

Björn Brede: Mit nur einem regulären Rückraumspieler und gegen eine 4:2-Deckung über die gesamte Spielzeit haben wir eigentlich recht ordentliche Lösungen gefunden. Bis zu der Schwächephase in der zweiten Halbzeit, als wir die Struktur verloren haben. Gummersbach hat unsere unvorbereiteten und riskanten Aktionen oft durch Gegenstöße bestraft. Hätten wir unsere Chancen konsequent genutzt, wäre auch ein Sieg drin gewesen. Stark waren unsere drei Torhüter. Glenn Eggert hat allein vier Siebenmeter gehalten. Am ende war es ein gerechtes Unentschieden.

Statisik

mJSG: Eggert, Herbst, Wenderoth; Dobriczikowski 4, Badenheuer 1, Küllmer, Damm 7, Bieber 9/7, Fuchs 1, N. Pliuto 3, M. Pliuto 1 – Trainer Björn Brede.

VfL: Gossens; Bisten 8/2, Gonschor, Schuster 3, Steinhagen 2, Perey 2, Thiem 2, Malek 1, Athanassoglou 2, Kaysen 6/2 – Trainer Alois Mraz.

Z: 80 - SR: Pusch / Weiße (Hoyerswerda) - Strafen: 4 : 8 Minuten – 7m: 7/6 : 9/4.

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