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Zwei gehaltene Siebenmeter verbuchte Jan-Lasse Herbst beim Sieg in Büttelborn. Hier den ersten von Sven Senßfelder. (Foto: WMK)

Oberliga: Endlich wieder Auswärtspunkte!

Der Befreiungsschlag kommt spät in der Saison, aber vielleicht gerade noch zur rechten Zeit. Mit 32:25 (14:14) siegte die MT Melsungen II beim TV Büttelborn und holte damit die ersten beiden Auswärtszähler seit dem Saisonauftakt in Hüttenberg. Über lange Zeit war es eher ein Abnutzungskampf denn ein ansehnliches Handballspiel, hatte aber dennoch seinen Reiz durch die unbedingte Notwendigkeit eines Erfolges der Nordhessen beim bereits sicher abgestiegenen Gegner.

Dessen Misere hatte mit dem verlorenen Hinspiel bei eben diesen Melsungern begonnen. Seitdem holte der TBV in der Oberliga nicht einen einzigen Punkt mehr. Und es schien zunächst, als solle das unabänderlich auch so bleiben. Nach ausgeglichenem Beginn und Lars Werkmanns 2:2-Ausgleich (3.) zog die MT davon. Die Abwehr um den einmal mehr starken Innenblock mit Jona Gruber und Nikita Pliuto stand sicher, Ballgewinne waren einzig eine Frage der Geduld.

Aber sie kamen und wurden, wenn auch nicht vollends konsequent, genutzt. So hämmerte Max Pregler einen Ball an die Latte, scheiterte Eugen Gisbrecht von der Siebenmeterlinie an Sascha Gerhardt und vergab Jona Gruber einen Konter gegen den anfangs starken Büttelborner Keeper. Weil aber hinten alles im grünen Bereich blieb und  auch Glenn-Louis Eggert in Abwesenheit von Fabian Meyfarth gut hielt, waren die Rot-Weißen nach zehn Minuten mit 7:2 enteilt.

Diese Dominanz hielt bis Vlad Avrams Siebenmeter zum 10:5 (15.), dann war der Faden urplötzlich gerissen. Ein Grund war sicher, dass Max Pregler verletzt raus musste, ein anderer die fehlende Disziplin. Immer wieder war es der berühmte Schritt zu weit raus aus der Abwehr, der den Gastgebern regelrechte Einflugschneisen öffnete. Die mussten gar nicht einmal so viel selbst tun, profitierten aber dankbar von den Geschenken.

Nach Lars Werkmanns 8:10 (19.) riss sich die Sviridenko-Sieben noch einmal zusammen, Allein Dirk Schild behielt seine freien Räume. Der Linkshänder war mit drei Toren in Folge dafür verantwortlich, dass Büttelborn weiter im Spiel blieb. Dennoch stellten Christian Damm und Marian Seibert auf 14:11 und es schien, als hätten die Melsunger trotz kurzer Deckung gegen Eugen Gisbrecht ihre Sicherheit zurück. Ein Trugschluss. Nicht einmal zur Halbzeitführung reichte es mehr, weil Lars Werkmann bei bereits abgelaufener Uhr einen Freiwurf an den Innenpfosten und von da aus in die Maschen zirkelte.

Mit dieser Hypothek und Ballbesitz Büttelborn ging es in die zweite Hälfte. Es roch nach einer Wende im Spiel, die fatal hätte ausgehen können für die Gäste. Gerade rechtzeitig fand die Abwehr wieder zur Anfangsstärke zurück und verhinderte einen möglichen Rückstand. Was immer noch fehlte, das war die letzte Konsequenz. Als Glenn Eggert reaktionsschnell auf dem Posten war, bewegten sich alle schon nach vorn, keiner kümmerte sich um den Abpraller. Den schnappte sich stattdessen Daniel Hackeschmidt und traf mit Verspätung zum 15:15. Die nächste Führung wurde zum 16:16 egalisiert, weil Marian Seibert , wieder gegen Werkmann, zu spät kam und sich zudem gleich noch eine Zeitstrafe einhandelte (33.).

Die Bartenwetzer präsentierten sich durchaus spielbestimmend, schlugen aber viel zu wenig Kapital daraus. So holten Nino Jedinak per Sprungwurf aus dem Rückraum und Jona Gruber mit feiner Einzelleistung erneut zwei Tore Vorsprung heraus, die jedoch schnell wieder verspielt war. Da nutzte es auch nichts, dass der eingewechselte Jan-Lasse Herbst einen Strafwurf von Sven Senßfelder parierte. Vorn blieb einfach zu viel liegen, wie Tomas Pirochs Versuch aus der Bedrängnis, der vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld sprang. Zu allem Überfluss musste Eugen Gisbrecht raus, der bei seinem 20:19 umgeknickt war (42.).

Bei einer Verletzung von Glück zu sprechen verbietet sich. Dennoch führte diese Situation dazu, dass Max Pregler es noch einmal versuchte – und praktisch alles richtig machte. Er verbuchte das 23:20 (47.) ebenso wie das 25:21 (50.) für sich, führte klug Regie und half die Abwehr weiter zu stabilisieren. Der zweite Aktivposten war Vlad Avram, der sich keinen Fehlwurf mehr leistete. Zwei Streiche des Linkshänders und mit seinem 28:23 war die Vorentscheidung gefallen (53.).

Büttelborn gab sich zwar zu keinem Zeitpunkt auf, hatte aber kaum eigene spielerische Mittel, den Melsunger Abwehrriegel zu knacken. Die nächste kurze Deckung, diesmal gegen Jona Gruber, ging auch schief. Als es TVB-Trainer Thomas Götzenleuchter mit dem siebten Feldspieler versuchte, war schließlich schnell alles klar. Weil sowohl Max Pregler als auch Marian Seibert Ballgewinne mit Würfen ins verlassene gegnerische Gehäuse veredelten und auf 31:25 erhöhten. Nach Jan-Lasse Herbsts zweiten gehaltenen Siebenmeter gehörte der letzte Erfolg des Abends Jona Gruber. Dann war Schluss, der Auswärtsfluch gebrochen und die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben gehalten.

Statisik

MT2: Eggert (8 Paraden / 18 Gegentore), Herbst (5 P. / 7 G.); Hagemann, Jedinak 4, Pliuto 2, Seibert 6, Gruber 4, Avram 7/4, Kothe, Damm 1, Pregler 5, Reinbold, Gisbrecht 3, Piroch – Trainer Georgi Sviridenko.

TVB: Gerhardt (1 Tor, 9 P. / 25 G.), Walter (1 P. / 7 G.); Behre, Senßfelder 1/1, Schamber, Wagner, Wesp 4, Kehlenbach 1, Krohn 2, Schild 4, Janz 1, Hackeschmidt 2, Friedrich 2, Werkmann 7 - Trainer Thomas Gölzenleuchter.

Z: 154 - SR: Hohm / Petry (Großostheim / Obernburg) - Strafen: 6 : 6 Minuten – 7m: 5/4 : 4/1.

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