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So häufig wie gegen den Zweiten traf er in dieser Saison bisher noch nicht: Luca Hagemann erzielte fünf blitzsaubere Tore, vermochte die bittere Niederlage seiner Mannschaft damit aber nicht zu verhindern. (Foto: HHF)

Oberliga: Dem Favoriten lange die Stirn geboten

Trotz einer kämpferisch starken Leistung unterlag die MT Melsungen II gegen den Tabellen-Zweiten der Oberliga Hessen, die TSG Offenbach-Bürgel, mit 31:33 (16:16). Ein starker Spielbeginn und viel Moral nach dem Seitenwechsel genügten nicht, zwei ganz wichtige Punkte in der Stadtsporthalle zu behalten. Damit endete auch die Serie von sechs erfolgreich bestrittenen Heimspielen in Folge ausgerechnet zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Respektloser als es die MT tat, kann man eigentlich gegen einen der beiden verbleibenden Meisterschaftsaspiranten nicht auftreten. Mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit setzten die Nordhessen ihre Gäste sofort mächtig unter Druck, rochierten viel im Rückraum und nutzten die dadurch entstehenden Lücken in der Offenbacher Deckung eiskalt. Ob Nino Jedinak über den linken Flügel oder Eugen Gisbrecht und Jona Gruber aus dem Rückraum – was auf den Kasten von Marvin Hoppenstädt ging, war drin. Nach nur vier Minuten führten die Bartenwetzer mit 4:1.

Die TSG fand anfangs nur wenig Mittel. Was durchkam, was oft Beute des starken Fabian Meyfarth zwischen den Pfosten. Die erste Doppelparade gelang ihm nach Tomas Pirochs 6:2 und der sich daran anschließenden Auszeit von Andreas Kalmann, die zweite mit einer Glanzparade gegen Lars Kretschmann gerade als Bürgel besser ins Spiel zu kommen schien beim Stand von 7:3 (10.). Für kurze Zeit blieb die MT aber noch spielbestimmend. Jona Gruber erhöhte sogar auf 9:4, ehe ein Bruch ins Spiel kam, ausgelöst durch eine Strafe gegen Christian Damm

 Sogar Marvin Hoppenstädt konnte sich mit einem Wurf ins verlassene Melsunger Gehäuse in die Torschützenliste eintragen, Christopher Hofmann verkürzte auf 9:7 (16.). Während Eugen Gisbrecht die nächste Strafe absaß, sorgte Timo Cohen für Aufsehen. Viermal in Folge, unterbrochen nur von einem durch Vlad Avram verwandelten Siebenmeter, traf Bürgels Linkshänder zum 12:12 (22.). Luca Hagemann stellte mit zwei Hebern auf 14:12 (24.) aber wieder Cohen sorgte mit seinem 14:15 sogar für die erste Gästeführung. Die Hagemann zur Pause wenigstens wieder ausgleichen konnte.

Anders als zu Spielbeginn kam die TSG diesmal wesentlich wacher aus der Kabine. Lukas Kaisers neuerliche Führung konnte Luca Hagemann noch ausgleichen, dann stellten Lennart Müller und Nils Lenort sogar auf 17:19 (33.). Größeren Schaden wendete zwar Eugen Gisbrecht mit zwei Toren in Folge zum 19:19 ab, dann aber sah Christian Damm nach einem Foulspiel an Felix Brühl die Rote Karte (35.). Die Selbstverständlichkeit der ersten Viertelstunde war endgültig dahin.

Aufgeben kam allerdings nicht in Frage. Nach Hoppenstädts zweitem Tor zum 20:22 nahm Jona Gruber das Heft in die Hand, erzielte zwei Tore über Einzelleistungen und legte zu Vlad Avrams 23:23 auf (40.). Martin Reinbold holte die Führung zwei Minuten später gar zurück, nachdem Fabian Meyfarth Nils Lenort einen Siebenmeter „abgekauft“ hatte. Jetzt war es wieder die MT, die bis zum 26:25 durch Eugen Gisbrechts Strafwurf jeweils vorlegte. Erst als Vlad Avram auf die Bank musste, war die TSG trotz des nächsten gehaltenen Siebenmeters von Fabian Meyfarth, diesmal gegen Markus Wagenknecht, wieder obenauf.

Die letzten zehn Minuten wurden zum Nervenspiel. Ein letztes Mal gingen die Nordhessen durch Eugen Gisbrecht mit 28:27 in Vorlage (50.), dann spielten den Gästen einige unglückliche Entscheidungen der Referees in die Karten. Bis auf 28:31 enteilten die Südhessen, verbuchten dabei den dritten Torhüter-Treffer durch Silahan Gezer. (55.). Lars Kretschmann mit seinem Doppelpack zum 29:33 machte den Sack schließlich zu (56.).

Statisik

MT2: Meyfarth (15 Paraden / 33 Gegentore), Eggert (n. e.); Hagemann 5, Jedinak 1, Pliuto 3, Seibert 2, Gruber 5, Avram 5/1, Kothe,  Damm, Reinbold 1, Gisbrecht 7/3, Piroch 2 – Trainer Georgi Sviridenko.

TSG: Hoppenstädt (2 Tore, 8 P. / 16 G.), Gezer (1 Tor, 5 P. / 15 G.); Bube, Kaiser 3, Georg, Käseberg, Müller 5, Brühl 1, Kretschmann 5, Wagenknecht 2, Hofmann 1, Lenort 6/2, Cohen 5, Ljubic 2, Lehmann - Trainer Andreas Kalman.

Z: 78 - SR: Budde / Ehlert (Groß-Rohrheim / Gensheim) - Strafen: 12 : 6 Minuten – Disqualifikation: Damm (MT2, 34:34) - 7m: 4/4 : 4/2.

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